Hyundai i30 im Fahrbericht: Gefährlicher Golf-Gegner

Hyundai i30

Weit vor seinem Verkaufsstart machte ihn VW-Chef Martin Winterkorn auf der IAA zum Star - nach dem Fahrbericht wissen wir auch, warum: Der neue Hyundai i30 ist ein gefährlicher Golf-Gegner.

Fast scheint es, als wäre ihm der Rummel um seine Karosse zu viel. Etwas schüchtern duckt sich der neue Hyundai i30 bei unserem ersten Treffen auf seinem Parkplatz und schaut aufs Meer. Dabei hätte er allen Grund, in jede Kamera zu lächeln. Immerhin ist er seit der IAA ein Star. Was auch immer den VW-Boss Martin Winterkorn trieb, als er in Frankfurt vor laufender Kamera die 1A-Verarbeitung des Hyundai i30 lobte und seine eigene Mannschaft öffentlich vorführte – er machte den Hyundai damit weit vor seinem Start unsterblich.

Nun wollen sie ihm alle an die Lenkradverstellung, Winterkorns wichtigstem Beweis, dass sich der kompakte Hyundai i30 auch in kleinsten Ecken keine Blöße gibt. Nach der ersten Runde können wir dem Mann nur zustimmen: Die Verarbeitungsqualität ist beachtlich – und sie dokumentiert eindrucksvoll, welche Entwicklungssprünge die Marke derzeit macht.

Bis zu sieben Jahren Werksgarantie locken

Kurzer Rückblick ins Jahr 2005: VW lässt selbstbewusst die fünfte Generation des Golf vom Band, eine im Vergleich zum Vorgänger vor allem im Detail verfeinerte Weiterentwicklung, die sanfter abrollt. Ein Erfolgstyp wie eh und je. Hyundai kämpft zu dieser Zeit mit dem Vorgänger des Hyundai i30, dem Elantra – eine unauffällige, kompakte Limousine für kleines Geld. Wer sie fährt, mag eigentlich keine Autos. Der Wagen ist nur mittelmäßig verarbeitet, scheppert beim Türzuschlagen und erstickt jeglichen Fahrspaß im Keim. Seine Konkurrenz damals: gute Gebrauchte aus dem Hause Opel, Ford und Toyota.

Heute schnappt Hyundai diesen Herstellern viele Neuwagenkäufer weg. Die Modelle der Koreaner sind längst modern und frisch und locken mit bis zu sieben Jahren Werksgarantie. Der neue Hyundai i30 macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil, obwohl sich seine Erscheinung in Zahlen nicht groß verändert hat – 4,30 Meter lang, 1,47 Meter hoch –, wirkt er mit seinen mutigen, wohlproportionierten Blechsicken deutlich moderner als früher. Der kompakte Hyundai i30 geht nun nicht mehr in der Menge unter, sondern sticht positiv heraus.

Hyundai i30 mehr Platz im Fond als Golf

Passend dazu stimmt auch der Ausbau des Innenraums, der nicht so dick aufträgt wie beim Opel Astra (Stichwort: verknopfte Mittelkonsole). Der Hyundai i30 trägt zwei klar ablesbare Rundinstrumente und platziert seine Schalter und Knöpfe dort, wo man sie auch sucht. Das Raumangebot liegt vorn auf Golf-Niveau, hinten leicht darüber. Der Kofferraum fasst mit 378 Litern eine Tasche mehr als der Topseller aus Wolfsburg.
 
Am anderen Ende des Hyundai i30 wird es sechs Motoren (drei Benziner, drei Diesel) zwischen 90 und 128 PS geben, alle arbeiten serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe zusammen, gegen Aufpreis gibt es einen Sechsgang-Wandler.

Hyundai i30 ab 16.000 Euro

Der von uns gefahrene 128 PS starke 1,6-Liter-Turbodiesel CRDi überrascht mit ausgezeichneter Laufruhe. Ab 2.000 Touren zieht er ausreichend stark, darunter fehlt ihm ein klein wenig Druck. Zusammen mit Start-Stopp-Automatik und rollwiderstandsarmen Reifen soll er als Blue-Variante weniger als 100 Gramm CO2 ausstoßen.

Auch wenn sich unser Hyundai i30 noch im Vorserienstadium befindet: Sein Federungskomfort ist abgesehen von kleinen Poltereinlagen bei Querfugen bereits anständig. Gestört haben dagegen die vergleichsweise lauten Abrollgeräusche bei Stadttempo. Aber um sich um diese kleinen Schwächen zu kümmern, hat Hyundai ja noch einige Monate Zeit – der Hyundai i30 erscheint erst im März 2012. Zu welchen Preisen? Ab rund 16.000 Euro wirds losgehen.

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Dani Heyne

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