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Hyundai i30 N (2017) Fahrbericht

10 Punkte zum Hot Hatch aus Korea

Hyundai i30 N Fahrbericht 2017 Foto: Meinel 22 Bilder

Es hat einige Zeit gedauert, doch nun bringt auch Hyundai einen heißen Kompaktwagen an den Start: Den i30 N mit 275 PS. Wir waren mit dem Hot Hatch in der Eifel unterwegs. Fahrbericht.

29.05.2017 Jens Dralle 1 Kommentar

Nach 26 Jahren Präsenz auf dem deutschen Markt findet Hyundai, dass es nun an der Zeit ist, ein bisschen Staub aufzuwirbeln – auf der Straße und auf der Rennstrecke. Denn der neue i30 N soll hier wie dort bestens funktionieren, aber vor allem eines hervorrufen: Fahrspaß. Unbedingten Fahrspaß. Wir haben den 275 PS starken Kompaktwagen auf Landstraßen in der Eifel ausprobiert. Zwischen den vielen Kurven kamen uns 10 Dinge in den Sinn:

1. Die Konsequenz: Elektronisch gesteuerte Differenzialsperre, adaptive Dämpfer, eine im Vergleich zur Basis komplett neue Lenkung, Zwischengasfunktion – scheint, als hätte Hyundai nichts vergessen. Damit der ganze Technik-Zauber auch einen Sinn ergibt, sollte er sich gut kombinieren lassen. Also braucht es …

2. Individualisierungsmöglichkeiten: Natürlich stehen einzelne Modi zur Verfügung, die Fahrwerk, Antrieb, Lenkung und Regelelektronik von öknomisch-komfortabel bis hin zu kompromisslos-sportlich trimmen. Eine N-Taste stellt gleich alles auf scharf. Kommt Ihnen bekannt vor? Dazu kommen wir später. Zusätzlich kann der Fahrer sein individuelles Setup festlegen und per Tastendruck am Lenkrad abrufen.

Hyundai i30 N Fahrbericht 2017Foto: Meinel
Natürlich stehen einzelne Modi zur Verfügung, die Fahrwerk, Antrieb, Lenkung und Regelelektronik von öknomisch-komfortabel bis hin zu kompromisslos-sportlich trimmen.

3. Der Kurvenhunger: Wenn es der Asphalt erlaubt, den N-Modus mit der straffen Dämpfer-Einstellung zu nutzen und auch alle anderen Systeme ernst machen, saugt sich der i30 N mit irrer Querbeschleunigung durch Kurven, verträgt frühes Gasgeben, feuert mit hervorragender Traktion hinaus auf die nächste Gerade. Dabei fällt dir auf: Wie haben sie das wohl hinbekommen mit dem …

4. Ansprechverhalten: Der in zwei Leistungsvarianten erhältliche Zweiliter-Turbomotor zögert kaum mit der Antwort auf Leistungsfragen, spricht gut an, baut schnell Druck auf. Also ein Twin-Scroll-Lader? Nein, ein ganz klassischer. Aber eben einer, der funktioniert. Und auch sonst nutzt Hyundai eher bewährte Technik, denn der Zweiliter-Direkteinspritzer steckt als Sauger schon seit langem in vielen anderen Großserienmodellen. Was einem egal sein kann, wenn das Triebwerk mit bemerkenswertem Ehrgeiz gen 6.000/min dreht, dabei vierzylindrig-kernig klingt, unter Schub sogar ein wenig aus der Abgasanlage spratzelt. Die nächste Kurve kommt, anbremsen herunterschalten. Apropos:

5. Das Getriebe: Eine manuelle Sechsgangschaltung. Einfach so. H-Kulisse. Kurze Wege, exakte Führung, wenngleich nicht gar so knackig wie beim Honda Civic Type R, jedoch verbindlicher als beim VW Golf GTI und erst Recht beim Renault Mégane R.S. Doppelkupplungsgetriebe? Soll später kommen. Nur keine Eile.

Hyundai i30 N Fahrbericht 2017Foto: Meinel
Der in zwei Leistungsvarianten erhältliche Zweiliter-Turbomotor zögert kaum mit der Antwort auf Leistungsfragen, spricht gut an, baut schnell Druck auf.

6. Die Ergonomie: Nicht nur der Schalthebel ist optimal positioniert, sondern auch alles andere, was du so brauchst, wenn Kurven mehr als nur notwendiges Übel sein sollen. Lenkrad und Sitze lassen sich über einen weiten Bereich einstellen, der Seitenhalt passt, und falls er nicht reicht: Hinter vorgehaltener Hand sprechen die Hyundai-Leute auch schon von einem Schalensitz, den sie vielleicht mal als Zubehör anbieten wollen. Der könnte auch die etwas zu hohe Sitzposition relativieren, die der i30 N mit allen seinen Konkurrenten gemein hat.

7. Der Komfort: Interessiert Sie nicht? Gut, dann zu Punkt acht. Für alle anderen: Ja, mit schlechten Straßen kommt der Kompaktwagen ebenso gut zurecht wie mit kurvigen. Der Federungskomfort passt, wirkt ausgewogen, keinesfalls unterdämpft, was in diesem Segment gerne mal passiert. Bleibt aber prinzipiell eher auf der strafferen Seite, sortiert sich zwischen Golf und Mégane ein.

8. Die Akribie: Sie haben sicher schon bemerkt, dass Hyundai auch beim i30 N nicht unbedingt die Rolle des Technologie-Vorreiters übernimmt. Warum? Garantie, fünf Jahre, Sie kennen das. Daher musste allein diese Modellvariante 10.000 Kilometer Dauerlauf auf der Nordschleife über sich ergehen lassen.

9. Der Ideengeber: N-Modus? Individuelle Einstellmöglichkeiten? Klingt nur noch halb so überraschend, wenn man weiß, dass Albert Biermann, der ehemalige Entwicklungsleiter der BMW M GmbH, als einer der Hauptverantwortlichen den i30 N konzipierte.

10. Der Anspruch: Hat die Welt auf einen Hot Hatch von Hyundai gewartet? Nicht unbedingt, das weiß auch der Hersteller. Daher will sich der i30 N als Alternative verstanden wissen, die mit Zuverlässigkeit und gutem Preis-Leistungsverhältnis punktet.

Fazit

Ein guter Ansatz, oder nicht? Zumal sich der i30 N irre agil über Landstraßen scheuchen lässt, ohne sich dabei um Kopf und Führerschein zu fahren. Er wirkt immer bei sich, sehr verdichtet, immer engagiert, sehr mitreißend. Jetzt wird es Zeit, dass endlich die Tarnfolie runterkommt.

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Neuester Kommentar

Man lernt offensichtlich vom Golf GTI, wie solch ein Fahrzeug konzipiert werden muss :-D Allerdings bringt der Golf gleichzeitig eine hohe Alltagstauglichkeit, überschaubare Unterhaltskosten und einen Mythos mit. Hyundai wird sich daher mit den Verkaufszahlen sehr schwer tun, wenn sie diesen i30N preislich nicht deutlich unter dem Golf GTI Performance anbieten ;-)

helmi1966 3. Juni 2017, 14:03 Uhr
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