Hyundai ix 35 FCEV im Fahrbericht: SUV mit Brennstoffzellenantrieb

Hyundai ix35 FCEV

Auf Veloster, i40 und i30 soll bald das erste Brennstoffzellen-Fahrzeug von Hyundai folgen. Die Koreaner forschen schon seit den Neunzigern an dieser Technik und ließen uns die aktuelle Ausbaustufe Probefahren.

Im Schatten des aktuellen Modellfeuerwerks arbeitet Hyundai mit Hochdruck an der Serienproduktion des Brennstoffzellenantriebs. Die Koreaner wissen, dass ihnen im globalen Wettkampf der automobilen Fortbewegung nur dann eine Spitzenposition sicher ist, wenn sie möglichst schnell alternative Antriebskonzepte serienreif anbieten - aktuell belegt Hyundai übrigens Platz fünf in der Hitliste der größten Autohersteller weltweit.

Hyundai will bis Ende 2012 1.000 Einheiten bauen

Diese kleine Vorgeschichte hilft, um die dritte Generation des Brennstoffzellen-Antriebs von Hyundai besser zu verstehen. Sie steckt gut getarnt in einem aktuellen ix35, der die Bezeichnung FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle) trägt und so unbekümmert dasteht, wie es jeder dieser modischen Möchtegern-Kraxler tut. Für Hyundai ist der weiße Viertürer das Tafelsilber des Konzerns, denn bis Ende 2012 sollen 1.000 Einheiten des ix35 FCEV gebaut und weltweit im Alltagseinsatz getestet werden. Laut Konzernfahrplan startet 2015 die Großserienproduktion. Wir sind gespannt und drücken Cho Kwon Tae, verantwortlich für die Brennstoffzellentechnik bei Hyundai, die Daumen. Er bekräftigt: "Wir wollen dann 10.000 Brennstoffzellen-Modelle pro Jahr herstellen und bis zum Jahr 2020 die Produktion auf 100.000 Einheiten steigern."

Brennstoffzellen-Prototyp mit 136 PS

Bevor wir die großen Worte verdauen, muss der ix35-Prototyp zeigen, was geht. Er ist mit einem 100 kW (136 PS) starken Brennstoffzellenantrieb ausgerüstet, der mit einem Wasserstoffspeicher von 5,64 Kilogramm eine Reichweite von rund 560 Kilometern schaffen soll. Dabei wird der Hyundai ix35 nie schneller als 160 km/h, verkraftet aber auch wintertaugliche Temperaturen von bis zu minus 25 Grad - Brennstoffzellen mögen keine Kälte. An dem heutigen Dienstagvormittag lächelt die Sonne in Kopenhagen (eine Stadt, die bis 2025 CO2 neutral sein möchte), als der weiße Hyundai leise über die Straßen schnurrt. Da reichlich Drehmoment (270 Newtonmeter) bereits beim Gaspedalstreicheln anliegen, schnippt der Wagen jederzeit voran und gibt einem nicht das Gefühl, dass ihn die zusätzlichen 150 Kilogramm stören.

Nullhundert schafft der Klotz in 14 Sekunden, wobei seine Sechsgang-Automatik stets harmonisch die Fahrstufen wechselt. Wenn sich so die Zukunft des Autos anfühlt, müssen wir uns nicht fürchten. Höchstens vorm Preis: Aber auch hier hat Cho Kwon Tae große Worte parat: "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass die Kosten im Jahr 2020 auf dem Niveau konventioneller Modelle liegen."

Die mobile Zukunft sieht Hyundai übrigens so: Den Stadtbetrieb übernehmen Elektrofahrzeuge, die Brennstoffzelle ist für größere Modelle und Überlandfahrten gedacht.

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Dani Heyne

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