Infiniti M im Fahrbericht

Nobel-Konkurrenz für BMW 5er, Audi A6 & Co.

Infiniti M30 d Heck

Mit dem Infiniti M, einer neuen Limousine der oberen Mittelklasse mit Dieselmotor, drängt die Nobelmarke von Nissan auf den europäischen Markt. Wir sammelten erste Fahreindrücke mit dem Infiniti M.

Infiniti? Steht nicht nur für unendlich, sondern gibt auch der Nobelmarke des japanischen Herstellers Nissan den Namen. Weil in den USA - anders als in Japan - Premium-Modelle von einem Massenhersteller kaum Erfolgschancen hatten, wurde 1989 Infiniti gegründet. Seit 2009 versucht diese Marke auch in Europa, mit einer schlanken Organisation Fuß zu fassen.

Drei Infiniti-Händler in Deutschland

In Deutschland gibt es bislang drei Infiniti-Händler, die 2010 zusammen etwa 400 Autos verkaufen werden. Fünf weitere Autohäuser sollen in den nächsten Jahren dazukommen. Das aktuelle Infiniti-Programm besteht aus der mit dem BMW 3er konkurrierenden G-Reihe mit Limousine, Coupé und Cabrio sowie den SUV-Typen EX und FX.

Infiniti M ist mit Nissan Fuga identisch

Alle Modelle sind technisch und formal weitgehend identisch mit Nissan-Produkten, die teilweise nur in Japan und den USA vertrieben werden. Neu ins EU-Portfolio kommt jetzt der mit dem Nissan Fuga identische Infiniti M, der als 4,95 Meter lange Sportlimousine gegen BMW 5er und Konsorten antritt. Dem M37 mit 3,7 Liter großem V6-Benziner (320 PS) steht der M30 d mit einem 238 PS starken, eigens für Europa entwickelten Dreiliter-V6-Diesel zur Seite.

Der entstand in Zusammenarbeit mit der Konzernmutter Renault und macht seine Sache sehr gut. 550 Newtonmeter Drehmoment sorgen für kraftvollen Schub im gesamten Bereich, der dank guter Drehfreude gerne auch mal bis 5.000 Touren ausgenutzt wird. Dass der leise und kultiviert laufende V6 nicht sonderlich spontan am Gas hängt, liegt an der bei Leistungsanforderung etwas zögerlich zurück-, aber schnell und weich hochschaltenden Siebengang-Automatik.

Infiniti M30 d ist kein Schnäppchen

Ein Wechsel in das sportlichste der vier Fahrprogramme bringt nur geringfügige Besserung. Sein Temperament macht Freude: Der den Euro 5-Vorschriften genügende Infiniti M30 d beschleunigt in 6,9 Sekunden auf Tempo 100, regelt bei
250 km/h elektronisch ab und konsumiert nach ECE-Norm moderate 7,5 Liter/100 km. Dank direkter Lenkung überzeugt der Hecktriebler mit guter Handlichkeit. Der Infiniti M umrundet Kurven leicht untersteuernd, wobei das ESP forsche Aktionen früh unterbindet.

Seine Federung ist nicht Premium - auf kurzen Wellen wirkt der Infiniti M hölzern, zudem rollt er laut ab. Nobel dagegen der im Fond etwas eng geschnittene Innenraum: feines Leder für bequeme Sitze, Applikationen aus Alu und Holz, einfache Bedienung, gute Verarbeitung, aber ein unbefriedigendes Navi und nervende Piepstöne der vielen Assistenzsysteme. Mit 51.250 Euro ist der reichhaltig ausgestattete Infiniti M30 d kein Schnäppchen, aber eine ansprechende Alternative für Individualisten.

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Werner Schruf

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