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Unterwegs auf dem Isle of Man TT Kurs

Mit dem Roadster Morgan Plus 4 über den Track

Isle of Man, Morgan Plus 4, Impression Foto: Dani Heyne 21 Bilder

Zwischen England und Nordirland versteckt sich die Isle of Man. Ihr größter Reiz: die Strecke des härtesten Straßenrennens der Welt. Wir entdecken den Kurs der Tourist Trophy am Steuer eines Morgan Plus 4.

11.02.2017 Dani Heyne

Das Feuerwerk war zwar nicht geplant, aber es passt perfekt. Wild und bunt strahlt es über den dunklen Hafen von Liverpool, wo gleich die Autofähre ablegen wird. Kein gewöhnliches Boot, nein, die „Manannan“ ist ein 96 Meter langer Katamaran, der von vier fetten Dieselmotoren befeuert wird. Damit surft der Riese die harten Wellen der Irischen See. Sein Kurs: Isle of Man.

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Reportage Isle of Man im Morgan Plus 4
auto motor und sport 03/2017
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Isle of Man, Morgan Plus 4, Impression Foto: Dani Heyne
Bei den Superbikes liegt der aktuelle Rekord bei 215,591 km/h - Durchschnittsgeschwindigkeit.

Geografisch betrachtet liegt die britische Insel genau zwischen England und Nordirland. Ein 572 Quadratkilometer großes Unikum, das direkt der britischen Krone unterstellt ist, aber nicht zum Vereinigten Königreich oder der EU gehört. Die Insel besitzt das älteste durchgängig bestehende Parlament der Welt, das eigene Gesetze und Verkehrsregeln aufstellen kann. Daher gibt es auf dem rund 800 Kilometer langen Straßennetz auch überwiegend keine Tempolimits.

Knocking on Heaven’s Door

Drei weitere Eigenheiten bringen der kleinen Insel immer wieder Aufmerksamkeit. Dass sie Steueroase ist und sich als Sitz für Offshore-Unternehmen eignet, schmeichelt ihr dabei aber nicht wirklich. Punkten kann dafür der dritte Fakt: Die Isle of Man beherbergt das älteste und härteste Motorradrennen der Welt.

Eine Genehmigung des Parlaments von 1907 macht es möglich, dass seitdem einmal im Jahr die mutigsten Biker der Welt anreisen und sich zur Freude Tausender Besucher wahnwitzige Rennen liefern.

Die Strecke hat sich seit 1911 nicht entscheidend geändert, gefahren wird nach wie vor auf dem Snaefell Mountain Course. Kein Kuschelparcours mit Auslaufzonen, sondern eine Route über normale, abgesperrte Straßen. Mit allem, was dazugehört: Brücken, Kreuzungen und kleinen Ortschaften. Im Zentimeterabstand rasen die Piloten bei dreistelligen Tempi an Mauern, Telefonmasten und Pubs vorbei. Ein hügeliger Straßenkurs aus dem Bilderbuch, der selbst die Grüne Hölle harmlos erscheinen lässt. Eine Runde misst 60,725 Kilometer und 240 Kurven. Auswendig lernen? Nur zu!

Der deutsche Seitenwagenfahrer Siegfried Schauzu gewann in den 70er-Jahren achtmal auf dem TT-Kurs, über den er sagt: „Die Ideallinie um zehn Zentimeter zu verfehlen, kann den Weg ins Jenseits bedeuten.“ Fast 250 Fahrer ereilte dieses Schicksal. Diskussionen über ein Verbot der Tempobolzerei gibt es immer wieder. Zeitgemäß ist die TT längst nicht mehr, was aber den Reiz ausmacht, dem Jahr für Jahr die härtesten Fahrer erliegen. Alle wollen den bestehenden Streckenrekord in ihrer Klasse knacken. Bei den Superbikes liegt er aktuell bei 215,591 km/h – Durchschnittsgeschwindigkeit. Solche Werte gibt es ansonsten nur in der Formel 1 – bloß dass die Jungs nicht an Backsteinmauern vorbeipfeilen.

Isle of Man, Morgan Plus 4, Impression Foto: Dani Heyne
Morgan setzt weltweit als einziger Hersteller bei automobilen Aufbauten noch Rahmen aus Eschenholz ein.

Aufgestellt hat den Rekord Michael Dunlop 2016 auf einer BMW S 1000 RR. Ihm gelang es dabei als erstem Fahrer, eine 61 Kilometer lange Runde unter 17 Minuten zu beenden. Sein Vater Robert und sein Onkel Joey wären mächtig stolz auf den Lütten – beide waren ebenfalls waschechte britische Straßenrennfahrer mit Nerven aus Stahl. Joey hält mit 26 Siegen bei der Isle of Man noch immer den Rekord. Wie sein Bruder starb auch er während eines Rennens.

Das Beste an der TT?

Was weniger bekannt ist: Der heutige TT-Kurs wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auch für Autorennen genutzt. Höchste Zeit für uns, die Strecke selbst zu erkunden. Denn das ist vermutlich das Beste am TT-Kurs – jeder kann ihn im Straßenverkehr erfahren. Der Morgan Plus 4 eignet sich perfekt, um die Strecke aufzusaugen. Vom Grundlayout folgt er dem Modell 4/4, das seit 80 Jahren unverändert gebaut wird. Ein traditioneller Sportler mit geschwungenen Kotflügeln, ohne irgendwelche elektronischen Helfer. Nicht mal richtige Türen hat er, dafür aber Rahmenteile aus Holz.

Der November meint es gut mit uns, die Sonne geht über Start-Ziel auf – die Linie verläuft über einer normalen Straße in Douglas. Tribünen stehen rechts und links.

Los geht’s auf dem Snaefell Mountain Course

Der mattsilberne Morgan knurrt über den Start und ist schnell am ersten verrückten Streckenpunkt, der Bray Hill genannt wird. Eine Abwärtspassage im Hafenstädtchen Douglas, die wir mit Tempo 50 nehmen. Im Rennen fliegen die Bikes hier mit 250 Sachen bergab, um in der darauf folgenden Senke brutal zusammengestaucht zu werden.

Nach Douglas gibt es weniger Häuser, dafür mehr grüne Hecken. Die lang gezogene Linkskurve im kleinen Ort Corbey wird im Rennen mit Vollspann genommen. Durch das hohe Tempo fliegen die Motorräder etwas später spektakulär über einen Hügel. Wer die anschließende Rechts-Links zwischen Steinmauern und Bäumen sauber erwischt, ist fein raus.

Der Morgan wuselt talentiert durch die Kurven – und ist dabei nicht mal halb so schnell wie die Zweiräder im Rennen. Es geht weiter Richtung Ballacraine, wo eine scharfe Rechtskurve die Motorräder in den ersten Gang zwingt. Der zwei Liter große Ford-Motor des Morgan ruht derweil vor einer roten Ampel seine 154 Pferde aus. Rechts sind die Bordsteine schwarz-weiß lackiert, hinter den Hecken stehen selbstgebaute Tribünen. Die Inselbewohner unterstützen das Rennen, keine Frage. In jedem Pub hängen Bilder großer Straßenrennfahrer. Am Tresen erzählt man von ihren Heldentaten. Gruselgeschichten von Unfällen werden natürlich auch serviert. Es scheint fast immer die zu treffen, die sich hier nicht auskennen.

Isle of Man, Morgan Plus 4, Impression Foto: Dani Heyne
Fast 250 Motorradfahrer haben auf dieser Strecke bereits ihr Leben gelassen.

Zurück auf die Strecke, wo es durch ein kurviges Waldstück geht, rauf auf eine Passage, die fast schon an ein Bergrennen erinnert. Der Morgan bleibt auch ohne Dach erstaunlich steif. Und hebt über der bekannten und gewölbten Steinbogenbrücke Ballaugh Bridge nicht mal ein Rad. Wenn die Fahrer im Rennen hier nicht aufpassen, landen sie ziemlich sicher an der Hauswand gegenüber.

Der aussichtsreichste Streckenabschnitt beginnt nach etwa zwei Dritteln des Kurses, wo die Hauptstraße durch eine offene Landschaft den Berg Snaefell hinaufführt. Bei gutem Wetter gibt’s hier traumhafte Aussichten auf die Küste und die Berge. Die Biker bekommen davon nichts mit, sie fauchen im Rennen mit Vollgas über die folgenden Kilometer.

Wir dagegen schlendern mit dem Morgan über den Berg, drehen nur mal kurz den dritten Gang ein wenig länger aus, lassen den Wind durchs schlichte Cockpit fegen. Auf der anderen Seite geht’s zurück nach Douglas – über Start-Ziel.

Die vielleicht gefährlichste Rennstrecke

Sie heißt Snaefell Mountain Course und liegt auf der Insel Isle of Man, zwischen England und Nordirland. Es ist ein 60-Kilometer-Straßenkurs, der seit 1907 genutzt wird. Die Strecke ist das ganze Jahr befahrbar, und sie ist auch mit gemäßigtem Tempo ein Genuss.

Ja, es stimmt: Der TT-Kurs ist etwas ganz Besonderes. Wer hier auf zwei Rädern antritt, braucht mächtig viel Mumm und gutes Material. Auf vier Rädern mit entspanntem Tempo ist es dagegen ein Genuss, all die bekannten Streckenabschnitte selbst zu erfahren. Und wem die eine Runde nicht reicht, der dreht einfach noch eine. Wie wir. Jetzt.

Technische Daten
Morgan Plus 4 2.0
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4010 x 1640 x 1220 mm
Hubraum / Motor1999 cm³ / 4-Zylinder
Leistung115 kW / 156 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit190 km/h
Verbrauch7,1 l/100 km
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