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Fahrbericht Jaguar F-Pace

Jaguars neuer SUV schottert wie ein Range

Jaguar F-Pace Foto: Jaguar 31 Bilder

Jaguar steigt mit dem F-Pace ins SUV-Segment ein. Der Neue ist hübsch und soll gar nicht so teuer werden. Wie er fährt, konnten wir schon probieren - zumindest abseits der Straße, auf Geröll und Schotter.

01.02.2016 Heinrich Lingner Powered by

Wenn man von Cardiff eine Stunde nach Norden fährt, bis zum Rand des Brecan Beacon-Nationalparks, dann kommt man durch kleine Bergwerks-Orte. Sie liegen verstreut zwischen grünen Hügeln und sie heißen Glynneath oder Ystradgynlais.

Doch deswegen sind wir gar nicht hier, sondern wegen der Walters Arena. Das hat mit Arena eigentlich wenig zu tun, es ist ein aufgeforsteter Tagebau. Ein Gewirr von Schotterpisten durchzieht ihn wie ein minoisches Labyrinth, ein ideales Terrain also, um Rallye-Sonderprüfungen abzuhalten - oder auszuprobieren, was der neue Jaguar F-Pace wirklich drauf hat.

Auf einer Lichtung stehen etwas verloren neben einem Wohnmobil und einem Toilettenwagen drei F-Pace-Prototypen. Das alles sei hier etwas improvisiert, sagt Fahrdynamik-Versuchsleiter Glen Longbottom, doch das Gelände ideal, um viele verschiedene Fahrzustände ungestört auszuprobieren.

Jaguar F-PaceFoto: Jaguar
Die feinfühlige Servolenkung ist leichtgängig und liefert viel Rückmeldung und Gefühl für den Grip der Vorderräder.

Dann bittet er ins Auto, nimmt zuerst auf dem Fahrersitz Platz. "Wir fahren jetzt eine Runde, damit du siehst, wo es langgeht, und dann wechseln wir", sagt er und erklärt weiter, dass diese Runde durch den Tagebau gern auch als Rallye-Sonderprüfung genommen wird. Er dreht den Getriebewahlknopf auf D und legt los. Erzählt zwischendurch, dass dieses Auto noch ein Vorserienwagen sei, den 300 PS-Diesel-V6 habe und noch nicht in allen Details dem späteren Serienstand entspräche. Okay.

Während der F-Pace auf die erste schnelle Links zuschießt, erläutert er beiläufig das Adaptive Surface Response-System (ASR), das auf dem von Range Rover bekannten Terrain Response basiert. Es gehört zusammen mit dem Adaptiv-Fahrwerk zum Adaptive Dynamics-Paket für 1.240 Euro Aufpreis. Wie auch das Allradsystem im F-Type verfügt es zudem über Intelligent Driveline Dynamics (IDD). Dieses System erkennt über die im Fahrzeug verbaute Sensorik die Fahrzustände verteilt die Kraft entsprechend zwischen Hinter- und Vorderachse. Abgestimmt sei das IDD so, erklärt Glen, dass Untersteuern möglichst früh unterbunden werde. Eine leicht übersteuernde Tendenz sei dagegen ausdrücklich erwünscht, schließlich solle sich der F-Pace beim Fahrer ja wie ein echter Jaguar fahren.

Das demonstriert er dann auch in dem er sehr lässig durch eine schnelle S-Kombination driftet und zwischendurch sagt, bei der nächsten Kurve müsse ich nachher aufpassen, da läge ein großer Stein innen am Scheitelpunkt. Der Stein ist in Wahrheit ein reserveradgroßer Betonbrocken, den jemand mit roten Warnstreifen kenntlich gemalt hat.

Jaguar F-PaceFoto: Jaguar
Dank 21 Zentimeter Bodenfreiheit turnt der F-Pace auch über gröbere Unebenheiten hinweg.

Bei der nächsten Runde hält sich Glen zurück, bedient vom Beifahrersitz aus die Knopfleiste mit den Fahrdynamikprogrammen und gibt wertvolle Hinweise zum Griplevel der jeweils vor uns liegenden Passagen. Was zuerst auffällt im F-Pace: die sanfte Gewalt des V6-Diesels. Er drückt den 1,9 Tonnen schweren SUV mächtig nach vorn, gewohnt unaufgeregt und aufmerksam agiert dabei die Achtgang-Automatik. Und die feinfühlige Servolenkung, die leichtgängig, und doch mit viel Rückmeldung und Gefühl für den Grip der Vorderräder liefert. Das hat der F-Pace mit XF und XE gemeinsam, die Abstimmung wurde etwas verändert. Passt so, das findet auch Glen.

Der Schotter prasselt gegen Unterboden und Radläufe während wir auf die ersten Kurven zufahren. Kurz auf die Bremse, sanft einlenken, Vollgas befiehlt Glen. Das Heck wischt leicht nach außen der Jaguar rutscht, vergrößert den Kurvenradius nur unwesentlich und prescht ein paar hundert Meter geradeaus auf die nächste Kurvenkombination zu. Diesmal klappt es besser, ich lenkte etwas früher ein, gehe schneller aufs Gas, man gewöhnt sich rasch an die sehr dynamische Auslegung des Allradsystems.

Dann wartet F-Pace-Entwicklungsleiter Andy Whyman mit einem weiteren Vorserien-F-Pace. Mit dem fahren wir in schwereres Gelände: Offroad-Straßen, die offenbar sonst von schwerem Bergbaugerät benutzt werden, hier hat der Schotter eher Rugbyball-Größe. Der F-Pace turnt auch darüber hinweg, 21 Zentimeter Bodenfreiheit, sagt Andy.

Jaguar F-PaceFoto: Jaguar
Eine weitere F-Pace-Besonderheit: ASPC, das steht für All Surface Progress Control, der Funktionsumfang reicht von Traktionshilfe über Notfallbremsassistenten und Lowspeed-Tempomat.

Danach demonstriert er eine weitere F-Pace-Besonderheit: ASPC, das steht für All Surface Progress Control, der Funktionsumfang reicht von Traktionshilfe über Notfallbremsassistenten und Lowspeed-Tempomat. Der arbeitet von Schrittgeschwindigkeit bis zu 30 km/h und hilft dabei, auf schwierigem Terrain gleichmäßig und sicher vorwärtszukommen. Das heißt, der Fahrer kann mit einem simplen Knopfdruck das gewünschte Tempo vorwählen, dann wühlt sich der Jaguer konstant und ruhig durchs Gelände, nur lenken obliegt noch dem Fahrer. Etwaige Tempoanpassungen können jederzeit per Bremse oder Plus-Minus-Knöpfe am Lenkrad erfolgen. Das ASPC gehört übrigens zur Serienausstattung, ebenso wie natürlich der Allradantrieb.

Wir dürfen es ausgiebig ausprobieren, wie eigentlich alles. Nur auf Asphalt, da können wir den F-Pace nicht fahren. Dabei wird er dort nach dem Markstart im April auf seinen schärfsten Rivalen treffen: den Porsche Macan. Doch für dieses Duell scheint der F-Pace nach diesem ersten Eindruck ganz ordentlich gerüstet.

Technische Daten
Jaguar F-Pace 30d AWD
Grundpreis58.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4731 x 1936 x 1651 mm
KofferraumvolumenVDA650 bis 1740 L
Hubraum / Motor2993 cm³ / 6-Zylinder
Leistung221 kW / 300 PS (700 Nm)
Höchstgeschwindigkeit241 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,2 s
Verbrauch6,0 L/100 km
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