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Jeep Patriot

Mut zur Kante

Foto: Hans-Dieter Seufert 10 Bilder

Mit dem Patriot erweitert Jeep sein SUV-Angebot in Europa. Anders als der rundliche Compass trägt der technisch verwandte Neuling wieder Kante.

25.04.2008 Christian Gebhardt

Sein Name ist Programm. Mit tellergroßen Scheinwerfern, rustikalem Siebenschlitz-Grill und muskulösen Radhäusern in Trapezform trägt der Patriot stolz seine Herkunft zur Schau. Typisch Jeep eben. Anders als sein softer Markenbruder Compass ist die neueste SUV-Kreation wieder ein authentischer Charakterkopf mit Ecken und Kanten. Dabei sind Patriot und Compass eigentlich Zwillinge, wenn auch auf den ersten Blick so unterschiedlich wie ein Südstaaten-Cowboy und ein New Yorker Börsenmakler.

Seit Ende 2006 wird der Patriot bereits für den US-Markt auf der gemeinschaftlichen Plattform von Compass und Dodge Caliber gefertigt. Die Gene zeigen dabei deutlich die Blutsverwandtschaft der beiden Einstiegsbaureihen. Sowohl Interieur als auch Antriebe sind nahezu identisch, und auch im Patriot werkelt der von Volkswagen stammende Zweiliter-Selbstzünder mit 140 PS. Trotz des Leergewichts von 1.645 Kilogramm geht der Vierzylinder schon aus dem Drehzahlkeller kräftig zur Sache, doch die Manieren des Pumpedüse-Aggregats sind auch hier alles andere als vornehm. Selbst die zwei Ausgleichswellen tragen nicht wesentlich zur Beruhigung bei.

Das allgegenwärtige Nageln und die rauen Laufeigenschaften machen kein Geheimnis aus dem Verbrennungsverfahren unter der gewölbten Haube. Komfortabler ist das Fahrwerk. Die Federung schluckt, wenn auch etwas polternd, sämtliche Bodenwellen. Damit punktet der Ami besonders auf langen Reisen. Auf verwinkelten Serpentinen dämpfen allerdings der hohe Schwerpunkt (20 Zentimeter Bodenfreiheit) und die indirekte Lenkung Handling und Agilität.

Das vehement eingreifende ESP unterbindet sportliche Fahrweise schon im Ansatz, hält den Patriot dafür aber sicher in der Spur. Ebenso verlässlich sind die Bremsen. Auch mit zunehmender Erhitzung bleibt die Verzögerung konstant auf akzeptablem Niveau (42 Meter aus Tempo 100). Täuschen und Tarnen lautet hingegen das Motto beim Kapitel Traktion. Bei normalen Gripverhältnissen läuft der Patriot ausschließlich mit Frontantrieb, erst bei Schlupf werden über eine elektronische Lamellenkupplung bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse geleitet. Bei Bedarf kann Allrad manuell zugeschaltet werden, um auch abseits von befestigten Straßen durchzukommen.

Kein echter Kraxler

Ein echter Kraxler ist der Ami jedoch nicht, denn dafür fehlt ihm einfach die richtige Kletterausrüstung wie etwa Untersetzung oder Bergabfahrhilfe. Ob auf ruppigen Feldwegen oder im normalen Straßenverkehr – die kantige Jeep-Optik sorgt für Aufsehen. Auch der Innenraum ist von rustikaler Machart: Aluminium-Imitationen aus silberfarben lackiertem Kunststoff, grobes Hartplastik und schlecht verarbeitete Lederteile wirken wie billige Nachrüst- Lösungen aus einem Tuning-Versandhaus. Keinen Grund zum Nachsitzen gibt allerdings das Raumgefühl im Patriot. Sowohl in der ersten Reihe als auch im Fond verwöhnt er seine Passagiere mit großzügiger Kopf- und Beinfreiheit.

Bequeme Sitze, großzügiger Stauraum

Bequeme Ledersitze und eine in Längsrichtung verstellbare Mittelarmlehne laden zum entspannten Cruisen ein, während das Navigationssystem mit harschen Manöver-Kommandos an die militärische Vergangenheit der Ur-Jeep erinnert. Pragmatiker werden vor allem den Stauraum schätzen. Klappt die Rücksitzbank nach vorne, wächst der Kofferraum von 320 auf 721 Liter (bis Höhe Sitzlehne).

Offroad-Gelände im Überblick

Die ebene Ladefläche hilft, schweres Gepäck ohne Verrenkungen ins Heck zu wuchten. Gegenwehr leistet dabei allerdings die Heckklappe, die wie beim größeren Cherokee nicht weit genug öffnet. Ab einer Körpergröße von 1,85 Meter verpasst das Schloss unvorsichtigen Zeitgenossen ganz schnell ein unfreiwilliges Brandzeichen auf der Stirn. Kein besonderes Zeichen setzt die Diesel-Version hingegen mit einem Startpreis von 26.890 Euro (ein vergleichbarer VW Tiguan kostet 28.800 Euro). Bei der nächsten Gartenparty hat der Patriot dann aber definitiv die Nase vorn. Mit ausklappbaren Lautsprechern in der Heckklappe und klangvollem Boston-Acoustics-Soundsystem kann der Jeep spätestens hier für Stimmung sorgen.

Technische Daten
Jeep Patriot 2.0 CRD
Grundpreis30.490 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4408 x 1785 x 1658 mm
KofferraumvolumenVDA320 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (310 Nm)
Höchstgeschwindigkeit189 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,0 s
Verbrauch6,5 L/100 km
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