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Jeep Wrangler

Typisch amerikanisch - offen und ehrlich

Foto: Hardy Mutschler 10 Bilder

Er kommt praktisch überall hin, nimmt kaum etwas krumm und ist bei Bedarf beispiellos offen. Vor allem aber zeigt sich der Jeep Wrangler einfach als guter Kumpel in allen Lebenslagen.

27.02.2009 Hans-Jörg Götzl Powered by

Es gibt Autos, die braucht im Grunde kein Mensch - doch wer sie einmal besitzt, mag sie nicht mehr missen. Der Jeep Wrangler ist ein Paradebeispiel für diese Gattung: Er ist klein, hart, laut, unbequem - und er säuft wie ein Loch, sobald der Fahrer das Gaspedal auch nur schief anschaut. Und seine überragenden Geländeeigenschaften sind für fast alle Gelegenheiten in Mitteleuropa viel zu viel des Guten, weil sie eigentlich für den Rubicon Trail entwickelt wurden. Dabei handelt es sich um eine siebzig Meilen lange Gemeinheit aus felsübersäten Flussbetten, mörderischen Steigungen und Gefällstrecken. Die aber liegen in der Sierra Nevada in Kalifornien.

Wobei die gusseisernen Jeep-Treiber den im Mai 1986 vorgestellten Wrangler zunächst sogar als verweichlicht abstraften, weil er nicht mehr ganz so klein, hart, laut und unbequem war wie der bislang produzierte CJ. Dieses Kürzel steht zwar für Civilian Jeep, doch so richtig viel hatte sich bei diesem Modell nicht getan, seit die US Army Anfang der Vierziger einen Allesüberwinder suchte, der schließlich von Willys gebaut wurde.

Der Jeep - Vorbild aller Geländewagen

Über den Ursprung des Begriffs Jeep reden sich seither die Experten die Köpfe heiß: Die einen verweisen auf die Armeeabkürzung G.P. für General Purpose, die anderen auf Eugene the Jeep - ein vierdimensionales Wunderwesen, das sich von Orchideen ernährt und erstmals 1936 in einem Comic des Spinat mampfenden Matrosen Popeye auftauchte. Fest steht wiederum, wann der Name Jeep für den Army-Allradler erstmals öffentlich publiziert wurde - am 19. Februar 1941 in einem Fahrbericht der Journalistin Katharine Hillyer in der Daily News in Washington.

Fest steht auch, dass der Jeep somit als das Original unter den Alleskönnern gilt, alle übrigen Geländewagen sind mehr oder weniger gut gemachte Kopien. Das gilt auch für das Erzeugnis von Rover aus England - sorry, liebe Landy-Fans.

So kann auch der Wrangler auf eine Ahnengalerie bis zurück nach Pearl Harbour blicken. Und nachdem die Gusseisernen erst einmal gemerkt hatten, dass sich auch der Neue in der Sierra Nevada bewährt - getreu der Forderung des damaligen Chrysler-Chefs Bob Lutz, dass jeder Jeep den Rubicon Trail schaffen müsse -, haben sie ihm die kantigen Scheinwerfer und das Mehr an Komfort schnell verziehen.

Dazu gingen die Verkaufszahlen kräftig nach oben, schließlich nutzten nach einer Studie im Jahr 1986 bereits 95 Prozent aller Jeep-Fahrer ihr Gefährt im Alltag. Und da tut ein wenig Komfort, beispielsweise eine funktionierende Heizung oder ein halbwegs dichtes Verdeck, schon ganz gut.

Zumal das Abenteuer nach wie vor mitfährt: Man könnte ja, wenn man wollte - beim nächsten Stau auf der Autobahn etwa die Leitplanke mit dem Leatherman abschrauben und querfeldein nach Hause fahren. Oder mit der Anhängerkupplung 1,6 Tonnen durch die Lande ziehen. Oder mit demontiertem Verdeck so offenherzig durch die Gegend bollern wie mit kaum einem anderen Wagen. Wem das nicht reicht, der kann außerhalb der StVZO (etwa bei einem Geländetraining) die Türen demontieren und die Frontscheibe umlegen.

Archaische Motoren und maximales Offenfahren

Dieses Maximum an Frischluft war es auch, das Kerstin Voigt, Besitzerin des abgebildeten Wrangler, zunächst für ihren Jeep einnahm: "Zuvor hatte ich ein Peugeot 306 Cabrio, doch das war mir einfach nicht offen genug", erklärt die 37-jährige Kauffrau. Die guten Geländeeigenschaften entdeckte sie erst später bei ihrer Arbeit mit Pferden.

Mit Erstzulassung April 1987 ist ihr Wrangler eines der ersten Exemplare, ausgerüstet mit dem frühen 2,5-Liter-Reihenvierzylinder mit 103 PS (spätere Versionen hatten 117 und ab 1991 sogar 121 PS). Damit reißt man auf der Autobahn keine Bäume aus, im Wald hingegen (beim legalen Holzmachen etwa) ist der knurrige Vierzylinder mit rund 180 Newtonmeter bei 3.500 Touren in seinem Element. Allradantrieb zuschalten (auf der Straße fährt man besser und Sprit sparender mit Heckantrieb), und schon gibt es kaum einen Ort, der sich nicht erreichen ließe. Das macht Spaß, und wie, und die zusätzliche Geländereduktion wird wohl nur am Rubicon nötig.

Alternativ zum Vierzylinder gab es in den Anfangsjahren noch einen 4,2-Liter-Sechszylinder, ebenfalls eine archaische Konstruktion, die hier zu Lande allerdings nur als Grauimport zu haben war. Der Motor hatte zwar noch weniger Leistung als der 2,5-Liter, aber deutlich mehr Drehmoment. Wirklich fortschrittlich wurde es erst 1991 mit dem neuen Vierliter-Sechszylinder aus dem Cherokee, der den 1.565 Kilogramm schweren Wrangler mithilfe von 178 PS auf einmal in 9,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigte.

Wobei es sein Fahrer auf Asphalt nicht übertreiben sollte: Der plötzliche Wechsel vom Unter- ins Übersteuern trieb einst sogar auto motor und sport-Testfahrer Otto Hofmayer die Schweißperlen auf die Stirn, und der findet selbst Quersteher bei 300 lustig.

Idealer Alltags-Youngtimer

Auch von den Bremsen sind im Jeep keine Wunderdinge zu erwarten. Andererseits schaltet das Fünfganggetriebe sauber und knackig. Noch besser ist die auf Wunsch lieferbare Automatik, mit der sich herrlich entspannt durch die Gegend rollen lässt.

Das wiederum ist die Paradedisziplin des Jeep Wrangler, bei der sich dann auch der Spritverbrauch in bezahlbaren Grenzen von 12 bis 14 Litern einpendelt. Die Gelassenheit des robusten Gesellen überträgt sich bald auf den Fahrer, der die Welt auf einmal viel entspannter sieht: Ein kleiner Kratzer von einem Einkaufstrottel? Ja nun, kommt vor. Ein verschlammter Innenraum von den Gummistiefeln der Kinder? Schwamm drüber. Hohe Spritpreise? Gott, ja - geht noch.

So viel geländegängige Gelassenheit gibt man nicht einfach wieder her, das hat auch Kerstin Voigt längst erkannt. "Eine Zeit lang wollte ich den Wrangler wegen seines Alters abgeben, inzwischen aber bin ich stolz darauf, so ein frühes Exemplar zu besitzen", erklärt sie. Viel wichtiger aber: "Ich weiß, dass der Jeep jederzeit fahrbereit vor dem Haus steht, und das ist ein gutes Gefühl."

Technische Daten
Audi 100 CD 5E
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4695 x 1768 x 1390 mm
Höchstgeschwindigkeit193 km/h
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