Wer vor der Entscheidung zwischen Jeep Wrangler oder Land Rover Defender 90 steht, kann diese als sensibler Mensch nicht mit Preislisten und Taschenrechner fällen. Der vierzylindrige Wrangler 2.4 lockt mit einem Schnäppchenpreis von 20.600 Euro. Der Defender 90 Soft Top ist nicht unter 22.900 Euro zu haben.
Lkw der Bauart offen
Im Grunde seiner Zulassung ist der Defender ein zweisitziger Lkw der Bauart offen, in dem sich die frische Luft auch weiterhin zu günstigem Kraftfahrzeug-Steuersatz genießen lässt. Die messbaren Fahrleistungen mögen das Papier mit recht passablen Werten zieren, dennoch darf keiner glauben, dass 1.000 Kilometer lange Tagesetappen in Wrangler oder Defender ein mildes Vergnügen sind.
Die Federabstimmung beider Autos liefert nicht nur einen perfekten Straßenzustands-Bericht, auch die beiden von den Zelten abstammenden Verdecke verwöhnen die Passagiere mit Sturmgebraus und klarer Aussage über gelegentliche Widrigkeit des Wetters.
Wrangler-Benziner versus Defender-Diesel
Den Motoren wird in solchen Autos nur eine Nebenrolle gegönnt. Zwar haben die Amerikaner den Motorraum des Wrangler frei von dem in USA verhassten Dieselduft gehalten, aber die beiden Benziner sind behäbig und keinesfalls Workaholics. Der 2,4-Liter-Vierventil-Vierzylinder hängt sehr betulich an einer langen Übersetzung und kann seine 143 PS nicht eindrucksvoll in Szene setzen.
Land Rover gönnt dem kurzen Defender auf dem deutschen Markt nur eine Antriebsquelle: einen 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbodiesel mit Direkteinspritzung, der mit 122 PS nicht leise, aber sehr gelassen motorisiert ist. Und seine Daten bestätigen, dass er aus der Höhe von 300 Newtonmeter Drehmoment auch auf den starken Wrangler herunterblicken kann.
Beim Verbrauch fällt die Partie der Kontrahenten ganz klar zugunsten des Defender aus. Auch bei der Steuer liegt er klar im günstigeren Bereich. Die Jeep-Motoren müssen als Benziner zur Gattung der Skunks gerechnet werden: Vierzylinder und Sechszylinder verduften sich im Verkehr nach Euro 3.
Die Kraft der Jeep-Motoren fließt neuerdings über ein Sechsganggetriebe in den Allradantrieb, eine Viergang-Automatik fürs geschmeidige Geländefahren kostet 900 Euro extra. Land Rover macht da beim Defender keine großen Umstände: Fünf Gänge müssen reichen, gestandene Männer kuppeln und schalten selbst. Der Allradantrieb des Jeep hat im Prinzip mehr als sechs Jahrzehnte auf den Zahnflanken.




