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Jetzt dieselt auch der Saab 9-5

Ein Sechszylinder-Diesel von Isuzu soll den großen Saab in den Selbstzünder-Markt schieben. Reichen die Talente des Common-Rail-Aggregats?

08.07.2001

Klein aber fein – das Motto der schwedischen Minimarke Saab ist in der jüngsten Vergangenheit ein wenig unter die Räder geraten. Klein ist die General-Motors-Tochter ja nach wie vor: Im vergangenen Jahr wurde gerade mal 133.000 Einheiten produziert und abgesetzt. Aber fein? Saab, das unter dem Dach des General-Motors-Konzerns die Rolle des europäischen Premium-Ablegers spielen soll, verschlief in den letzten Jahren vor allem technische Trends. Kein Diesel für das Flaggschiff 9-5, kein ESP – Ruhmesblätter sind das nicht für einen Autohersteller, dessen erklärte Zielgruppen nicht zuletzt die Indvidualisten und die Trendsetter sind. Eine erste Modellüberarbeitung des 1997 präsentierten 9-5 stellt diese Mängel jetzt ab.

Drei neue Motoren

Im MIttelpunkt der 9-5-Modellpflege steht die Neuordnung des Motoren-Angebots. Der 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbo leistet jetzt 250 PS (bisher 230 PS), das Drehmoment stieg auf maximal 350 Newtonmeter, die zwischen 1900 und 4000/min anliegen. Damit ist der Anderthalbtonner zwar gut motorisiert, zumindest der subjektive Eindruck kann das nominelle Leistungsangebot aber nicht ganz bestätigen. Vor allem in Verbindung mit der ebenfalls neuen Fünfgang-Automatik lässt der Turbo-Saab den ausgesprochenen Bullen-Charakter vermissen, den die technischen Daten eigentlich versprechen. Keine Frage, das Auto geht gut, aber es bleibt nicht verborgen, dass es im Prinzip an Hubraum fehlt. Und die neuen Diesel?

Der 2,2-Liter-Vierzylinder-TDI – er wird erst im kommenden Frühjahr angeboten – stand bei den Präsentations-Testfahrten noch nicht zur Verfügung, und der Dreiliter-V6-Selbstzünder enttäuschte ein wenig. Das von Isuzu zugelieferte Triebwerk arbeitet mit Common-Rail-Technik und bietet rein zahlenmäßig ebenfalls sehr ordentliche Leistungsdaten (176 PS, maximal 350 Nm ab 1800/min), doch die ausgeprägte Anfahrschwäche des Isuzu-V6 ist nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommt: Der Fünfgang-Automat, der die unbefriedigende Leistungscharakteristik ein wenig kaschieren könnte, ist für den großen Diesel nicht lieferbar. Schließlich: Der Dreiliter-Diesel, der – ersteinmal in Schwung gekommen – natürlich sehr ordentlich läuft, ist alles andere als ein Sparwunder. 100 zügig gefahrene Kilometer auf Landstraßen und limitierten Autobahnen verlangten nach 10,5 Liter Kraftstoff – das können andere besser.

ESP jetzt optional

Feinschliff gab es auch am Fahrwerk, der 9-5 betont aber nach wie vor die Komfortnote. Und ESP gibt es jetzt wenigstens gegen Aufpreis (1000 Mark, Serie in der Spitzenversion Aero). Und sonst? Neu gestaltete Scheinwerfer im Klarglas-Design, optische Retuschen im Bug- und Heckbereich, adaptive Airbags und eine Neuordnung der Ausstattungspakete begleiten den großen Saab in sein fünftes Produktionsjahr. Die Serienausstattung ist großzügig, die Preise sind im Vergleich zur deutschen Konkurrenz attraktiv (58.000 bis 74.000), der Aufpreis für den Kombi (rund 2.000 Mark) ist moderat. Nicht zuletzt bietet der Saab 9-5 auf deutschen Straßen das, was die Fahrer der Bestseller-Platzhirsche auch für viel Geld nicht bekommen: Individualität und einen unverwechselbaren Auftritt. Daran werden auch die ehrgeizigen Ziele des neuen Saab-Deutschland-Chefs Johannes Cürten nichts ändern – er möchte die deutschen Zulassungszahlen (Planziel für 2001: rund 8.000 Einheiten) bis 2005 mit dem Faktor 2,5 multiplizieren.

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