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Kauftipp Porsche 996 ab 15.000 €

So finden Sie den besten 996

Porsche 996, Steikurve Foto: Archiv 28 Bilder

Der beste Elfer ist für viele ja immer der gerade Abgelöste. Beim Start des Porsche 996 galt das erst recht, denn er stellte mit Wasserkühlung und Spiegeleier-Augen die Elfer-Welt auf den Kopf. Heute sind die Preise im Keller. Zugreifen?

20.02.2015 Michael Harnischfeger Powered by

Vielen gilt der Porsche 996 auch 8 Jahre nach dem Produktionsende 2006 nicht als erster Elfer für die Zukunft – mit ihren strengeren Geräusch- und Abgasvorschriften – sondern als Verräter einer langen Tradition.

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Klassiker im Porträt Porsche 996
Motor Klassik 05/2014
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Mächtig gewachsener Elfer

Dabei ist der 1997 vorgestellte Porsche 996, Nachfolger des nahezu kultisch verehrten 993, in erster Linie mal ein typischer Elfer. Die gegenüber dem 993 in Länge und Breite um 18,5 und 3 Zentimeter gewachsene Karosserie trägt zwar nicht mehr diese sinnlichen Wölbungen in den Flanken, ist für den Piloten aber trotz des verbesserten Raumgefühls ein passgenau gewebter Kokon.

Und natürlich sitzt auch beim Porsche 996 der Sechszylinder-Boxer im Heck. Ja klar, er ist nun wassergekühlt. Doch wenn er arbeiten darf, ist er Porsche, wie es porschiger kaum geht. Schon der erste 3,4-Liter übertrifft mit 300 PS die Leistungsfähigkeit des Vorgängers und lässt ihn alt aussehen, wenn es um die Drehfreude geht. Bis 7.300 jubelt das neue M.96-Triebwerk empor mit hellem Feuer, ohne im Drehzahlkeller das Ziehen zu vernachlässigen. Der Klang? Kein Lüfterradrauschen mehr, klar. Doch so energisch und hell sägend wie dieser Flat-Six näherte sich lange kein Boxer seiner Abregeldrehzahl.

Fahrwerk von Boxster und Porsche 993

Das Fahrwerk des Porsche 996 ist eine Kombination aus Boxster (Vorderachse) und 993 (Hinterachse) – natürlich mit Anpassungen. Es vereint hochpräzises Handling ohne Tücke im Grenzbereich (da war der 993 aus anderem Holz geschnitzt) mit souveränem Geradeauslauf bis zur Höchstgeschwindigkeit – die kann jetzt bergab durchaus an der 300er-Marke kratzen. Der 320 PS leistende 3,6-Liter, der 2001 zum Facelift mit optimiertem Fahrwerk und optimierter Aerodynamik kam, liegt ein wenig über diesen Werten und fühlt sich in der Praxis dank der sehr wirksamen Vario-Cam-Plus-Verstellung der Einlassnockenwellen viel kräftiger an. Ein Grund, den heute sehr preiswert angebotenen 3,4-Liter zu verschmähen, ist er allerdings nicht.

Wendelin Wiedeking, der eloquent-schlitzohrige Porsche-Chef der 996-Ära, und seine Mannen hatten mit dem Porsche 996 alles richtig gemacht. Denn der Boxster und der 996 haben dem damals siechen Unternehmen den Allerwertesten gerettet.

Hartplastik und rasch alterndes Leder sind Folgen des Kostendrucks

Das ging nicht ohne schmerzhafte Schnitte. Das zeigen viel Hartplastik und rasch alterndes Leder im Innenraum, der bis zum Facelift ohne Handschuhfach und ohne Cupholder auskommen musste. Ein nicht durch Optionen aufgerüschtes Porsche 996-Interieur ist eine ganz traurige Angelegenheit. Ein Lederbezug fürs Armaturenbrett, wie ihn die Turbo serienmäßig haben, kaschiert da nur das Nötigste.

Verbilligte Fertigung und die porsche-typische Sparsamkeit bei der Serienausstattung des Porsche 996 (trotz über 135.000 Mark Grundpreis kosteten Seitenairbags, Klimaanlage oder Traktionskontrolle beim 3.4 Coupé Aufpreis) spülten Geld in die Kassen, dazu auch die Porsche-Begabung, aus einem Grundmodell immer wieder neue Derivate zu entwickeln. „Man muss den Speichelfluss der Kunden immer wieder animieren“, sagte Wiedeking dazu.

Animierter Speichelfluss

Und er animierte am laufenden Band: Porsche 996 Cabrio mit serienmäßigem Hardtop, Targa mit großem Glasdach wie beim Vorgänger, Heckantrieb (Carrera 2), Allradantrieb (Carrera 4), turbobreite Karosserie für die Sauger, Turbo nur mit Heckantrieb (GT2), Hochdrehzahl-Sauger (GT3): Kaum etwas, was es nicht gab. So entstanden mit den Jahren über 175.000 Porsche 996. Das Angebot an Gebrauchten ist also groß. Was sollte man wissen, ehe man der Verlockung erliegt, hier zuzuschlagen?

Die Karosserie des Porsche 996 ist im Grunde immun gegen Rost. Der nistet sich nur gelegentlich unter den Verkleidungen der Seitenschweller ein und hinter den Lüftungsgittern im Bug: Dort können Laub und Schmutz die Kühler zusetzen und dort einen Rostprozess in Gang setzen.

Blech okay, Turbo auch

Bei den Porsche 996 Cabrios neigen die durch die Radhausschalen verdeckten Wasserabläufe zu Verstopfungen. Wasser kann so bis unter den Fahrersitz laufen, wo die Steuergeräte für Motor und Alarmanlage sitzen. Teure Elektrikprobleme können die Folge sein – wie auch bei den Navigationsgeräten mit großem Display: Bei der ersten Generation (PCM1) fällt die Navi-Funktion gelegentlich aus (prüfen!), beim PCM2 sorgt eine malade Ruhestromabschaltung hin und wieder für leere Batterien.

Bei Low-Milern lohnt ein Check der Stoßdämpfer, denn die neigen bei nur sporadischem Betrieb zu erhöhtem Verschleiß. Querlenker und Spurstangen sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Beim Porsche 996 GT3 ist die Federbeinverstellung ungewöhnlich rostanfällig. Das Lösen der Domlager von den Dämpfern wird oft zur Schweißarbeit.

Unterdimensionierte Kupplung

Bei den leichtgängigen Schaltgetrieben des Porsche 996 kann die Synchronisation des zweiten und dritten Ganges verschlissen sein, die Kupplung gilt als unterdimensioniert. Bei Tiptronic-Modellen sollten spätestens bei 120.000 Kilometern Öl und Filtermatte gewechselt worden sein.

Das alles spricht nicht wirklich gegen den Kauf eines Porsche 996 ohne Wartungsstau mit nachvollziehbarer Laufleistung (Steuergeräte auslesen und dabei auch auf junge Überdreher ab Stufe drei achten). Eine gewisse Dramatik umweht allerdings die Motoren. Die der Turbos gelten als nahezu unzerstörbar. Die der Sauger mit 300 bis 345 PS (Werksleistungssteigerung, WLS) aber nicht.

Mezger-Motoren legendär langlebig

Der Grund hierfür: Porsche 996 Turbos und GT3 bauen auf dem altbewährten Kurbelgehäuse mit Mittennaht auf, dem nach seinem Schöpfer benannten legendären Mezger-Block. Die Normalo-Sauger nutzen einen anderen Block. Und bei dem können Kurbelwellensimmerringe undicht werden (die Reparatur kostet etwa 1.000 Euro) oder die Zwischenwellen zur Umlenkung der Nockenwellenketten brechen.

Ebenso kam es beim Porsche 996, vor allem vor dem Facelift, öfter zu kapitalen Motorschäden unabhängig von der Laufleistung. Zu den Gründen hierfür zirkulieren diverse Theorien. Am meisten Anhänger hat jene, dass sich der Sitz der Stahlguss-Laufbuchsen durch Fehler bei Materialauswahl und Konstruktion irgendwann weitet. Laufflächenverformung, Kolbenkipper und -fresser sind die Folge. Meistens ist die Zylinderbank 2 mit den Zylindern vier bis sechs betroffen. Die liegt beim Porsche 911 rechts in Fahrtrichtung, beim wegen kleinerer Hubräume weniger oft auffälligen Boxster aufgrund der gedrehten Motorposition links. Ein klopfendes Geräusch hier ist ein Alarmsignal.

Der Porsche 996-Kauf ist also nicht ganz risikofrei, wenngleich die Mehrzahl der Motoren problemlos läuft. Neulich sorgte ein 996 3.4 mit über 700.000 km für Furore. Der erste Motor hatte rund 380.000 km gehalten. Also doch ein echter Elfer, der 996.

Die Preise für einen Porsche 996

Value for money: Zum Preis eines mittelprächtig ausgestatteten Kompakten gibt es schon top gepflegte Porsche 996. Die Range für fahrbereite 996 reicht von knapp 9.000 bis rund 60.000 Euro für das – in sportlicher Hinsicht – Top-Modell GT2.Wenn man über kleinere optische Mängel hinwegsehen kann, bekommt man für etwa 15.000 Euro zuverlässige und alltagstaugliche Elfer als typische Zustand-Dreier. Porsche 996 Cabrio und Targa liegen in etwa auf einem Niveau. Facelift-Modelle werden höher gehandelt, Allradler (C4) liegen unter Hecktrieblern.

ModellPreis bei EinführungMarktpreis gepflegter ZustandMarktpreis mäßiger Zustand
Carrera 2 Coupé 3.4135.000 DM22.800 Euro9.000 Euro
Carrera 4 Coupé 3.4147.600 DM22.000 Euro8.700 Euro
Carrera 2 Cabrio 3.4155.100 DM23.500 Euro9.500 Euro
Turbo Coupé234.900 DM33.500 Euro13.000 Euro
GT3179.500 DM39.000 Euro16.800 Euro
GT2329.000 DM59.000 Euro22.400 Euro
Carrera 4 Targa 3.681.30023.000 Euro9.200 Euro
Carrera 4S Coupé 3.687.00036.000 Euro13.800 Euro
Carrera 2 Coupé 3.673.50024.800 Euro9.900 Euro
*alle Angaben von classic analytics (Stand 02/2015)

Fazit

Welchen also nehmen? Facelift-Modelle des Porsche 996 mit verbessertem Fahrwerk, optimierter Aerodynamik und höherer Alltagstauglichkeit durch mehr Ablagen und ein Handschuhfach sind teurer als 996-Exemplare der ersten Serie. Doch das sind sie wert, denn das Risiko von Motorschäden ist geringer. Wer es sich erlauben kann, kauft einen problemlosen Porsche 996 Turbo. Oder ganz einfach den besten Porsche 911 GT3, den er für Geld bekommen kann.

Technische Daten
Opel Astra Caravan 1.8 16VPorsche 911 Carrera 4 TargaPorsche 911 Carrera 2 CabrioletPorsche 911 GT2Porsche 911 Carrera 4S
Grundpreis17.323 €72.962 €72.920 €141.117 €81.704 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4278 x 1696 x 1475 mm4250 x 1652 x 1320 mm4250 x 1652 x 1320 mm4245 x 1853 x 1270 mm4245 x 1795 x 1285 mm
KofferraumvolumenVDA500 bis 1630 L88 L88 bis 263 L100 L123 L
Hubraum / Motor1799 cm³ / 4-Zylinder3600 cm³ / 6-Zylinder3600 cm³ / 6-Zylinder3600 cm³ / 6-Zylinder3600 cm³ / 6-Zylinder
Leistung85 kW / 115 PS (170 Nm)184 kW / 250 PS (310 Nm)184 kW / 250 PS (310 Nm)316 kW / 430 PS (540 Nm)210 kW / 285 PS (340 Nm)
Höchstgeschwindigkeit195 km/h260 km/h260 km/h295 km/h270 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,0 s5,7 s5,7 s4,4 s5,3 s
Verbrauch8,5 L/100 km12,4 L/100 km
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