Kia Magentis 2.0 CRDi Ex: Die Reiselimousine im Fahrbericht

Kia Magentis 2.0 CRDi EX

Fast vergessen zwischen all den Crossovern, SUV-Coupés und Kastenwagen-Cabrios: die konventionelle Limousine. Der Kia Magentis gibt ein Plädoyer für das Stufenheck ab.  

In einer Zeit voller SUV-Kombi-Vans und Premium-Cabrio-Coupés wirkt es schon etwas unambitioniert, dass der Kia Magentis einfach nur eine Limousine sein möchte. Das Stufenheck an sich wirkt inzwi­schen - zumal in Weinrot-Me­tallic - so lifestylig wie ein Rasthofmenü. Und natürlich bekommt man für gut 24.000 Euro auch jede Menge vorder­gründig reizvollere Autos. Doch dann entfaltet der Kia Ma­gentis den Reiz des Reizlosen.

Kia Magentis: Langstreckenlimousine ohne Hektik

Mit 4,80 Meter Länge ist der so völlig unschizophrene Kia Magentis ein stattliches Auto, das noch weiß, was sich für eine Lang­strecken-Limousine gehört: viel Platz sowie Komfort bieten und keine Hektik verbreiten. So bringt er seine Passagiere geräumig unter, vorn auf einer kuscheligen, seitenhaltfreien Sesselgarnitur. Im Fond steht das ebenso flauschig gepolsterte und unaufgeregt schwarz gemusterte Sofa für drei. Klap­pen die geteilten Rücksitzlehnen um, vergrößert sich das Volumen des flachen Lade­raums von 500 auf 816 Liter.

Der Kia Magentis ist das Gegenteil eines dynamischen Autos

Mit zwei Liter Hubraum und der Abgasnorm Euro 4 lässt es der langhubig ausgelegte Die­sel bewenden. Ein Turbolader mit variabler Geometrie plustert ihn schon aus niedrigen Touren nachdrücklich voran. So zieht er kräftig durch seine gut abgestuften, leicht schalt­baren sechs Gänge. Sie sorgen für ein niedriges Drehzahlni­veau, damit sich das Triebwerk nur selten über 3.500/min quä­len und dafür seine guten Ma­nieren aufgeben muss. Lieber brummelt er bei gleich­mäßigem Autobahntempo leise vor sich hin, ebenso gut ge­dämmt wie die Wind- und Ab­rollgeräusche. Die weiche Fe­derung fängt dabei auch herbe Stöße sorgfältig ab. Sie sorgt gleichzeitig dafür, dass der Kia Magentis das Gegenteil eines dynamischen Autos ist.

Mit dem Kia Magentis reist es sich entspannt

Kurven durchschunkelt er mit starker Schlagseite und frühem Rei­fenquietschen. Es gibt auch einen Grenzbereich, aber man muss nicht unbedingt dort ge­wesen sein. Dahin schiebt sich der Magentis untersteuernd, aufmerksam überwacht vom rigide einsetzenden ESP. Die servostrotzende, stößige und bei schnellen Richtungswech­seln extrem verhärtende Len­kung mindert die Agilität der Limousine zusätzlich. Statt zum Kurvenkratzen ver­leitet der große Kia Magentis mit dem Charakter eines US-Straßen­kreuzers dazu, ganze Konti­nente zu durchcruisen. Lässt man sich darauf ein, gibt es in dieser Preisklasse kaum ein anderes Auto, in dem man der­art entspannt reist.

Der Kia Magentis verbraucht nur sechs Liter auf 100 Kilometer

Statt der Kaltluft aus der serienmäßigen Klimaanlage weht bei der klei­nen Überlandtour die Som­merfrische durch die geöff­neten Seitenscheiben, über den USB-Anschluss dudelt statt der Top Ten Johnny Cash aus den Lautsprechern und statt 7,5 Liter/100 km ver­braucht der Kia Magentis nur noch sechs. Rock on, Stufenhecklimousine!  

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Sebastian Renz

Autor:

auto motor und sport, Heft 19 / 2009

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