In einer Zeit voller SUV-Kombi-Vans und Premium-Cabrio-Coupés wirkt es schon etwas unambitioniert, dass der Kia Magentis einfach nur eine Limousine sein möchte. Das Stufenheck an sich wirkt inzwischen - zumal in Weinrot-Metallic - so lifestylig wie ein Rasthofmenü. Und natürlich bekommt man für gut 24.000 Euro auch jede Menge vordergründig reizvollere Autos. Doch dann entfaltet der Kia Magentis den Reiz des Reizlosen.
Kia Magentis: Langstreckenlimousine ohne Hektik
Mit 4,80 Meter Länge ist der so völlig unschizophrene Kia Magentis ein stattliches Auto, das noch weiß, was sich für eine Langstrecken-Limousine gehört: viel Platz sowie Komfort bieten und keine Hektik verbreiten. So bringt er seine Passagiere geräumig unter, vorn auf einer kuscheligen, seitenhaltfreien Sesselgarnitur. Im Fond steht das ebenso flauschig gepolsterte und unaufgeregt schwarz gemusterte Sofa für drei. Klappen die geteilten Rücksitzlehnen um, vergrößert sich das Volumen des flachen Laderaums von 500 auf 816 Liter.
Der Kia Magentis ist das Gegenteil eines dynamischen Autos
Mit zwei Liter Hubraum und der Abgasnorm Euro 4 lässt es der langhubig ausgelegte Diesel bewenden. Ein Turbolader mit variabler Geometrie plustert ihn schon aus niedrigen Touren nachdrücklich voran. So zieht er kräftig durch seine gut abgestuften, leicht schaltbaren sechs Gänge. Sie sorgen für ein niedriges Drehzahlniveau, damit sich das Triebwerk nur selten über 3.500/min quälen und dafür seine guten Manieren aufgeben muss. Lieber brummelt er bei gleichmäßigem Autobahntempo leise vor sich hin, ebenso gut gedämmt wie die Wind- und Abrollgeräusche. Die weiche Federung fängt dabei auch herbe Stöße sorgfältig ab. Sie sorgt gleichzeitig dafür, dass der Kia Magentis das Gegenteil eines dynamischen Autos ist.
Mit dem Kia Magentis reist es sich entspannt
Kurven durchschunkelt er mit starker Schlagseite und frühem Reifenquietschen. Es gibt auch einen Grenzbereich, aber man muss nicht unbedingt dort gewesen sein. Dahin schiebt sich der Magentis untersteuernd, aufmerksam überwacht vom rigide einsetzenden ESP. Die servostrotzende, stößige und bei schnellen Richtungswechseln extrem verhärtende Lenkung mindert die Agilität der Limousine zusätzlich. Statt zum Kurvenkratzen verleitet der große Kia Magentis mit dem Charakter eines US-Straßenkreuzers dazu, ganze Kontinente zu durchcruisen. Lässt man sich darauf ein, gibt es in dieser Preisklasse kaum ein anderes Auto, in dem man derart entspannt reist.
Der Kia Magentis verbraucht nur sechs Liter auf 100 Kilometer
Statt der Kaltluft aus der serienmäßigen Klimaanlage weht bei der kleinen Überlandtour die Sommerfrische durch die geöffneten Seitenscheiben, über den USB-Anschluss dudelt statt der Top Ten Johnny Cash aus den Lautsprechern und statt 7,5 Liter/100 km verbraucht der Kia Magentis nur noch sechs. Rock on, Stufenhecklimousine!






