Concept Car Kia No 3 : Die Kompaktvan-Studie im Fahrbericht

Kia No 3

Hohe Funktionalität als Nebeneffekt eines flotten Designs - mit diesem Anspruch startet Kia ab Ende des Jahres einen neuen Anlauf im Segment der kompakten Vans. Fahrbericht der Studie No 3.

Früher stand Kia nicht unbedingt im Ruf, besonders heiße Kisten zu bauen. Die Studie Kia No 3 bricht aber einmal mehr mit diesem Vorurteil. Dazu tragen nicht nur flottes Design sowie poppiger Farben- und Materialmix bei.

Die Studie Kia No 3 hat noch keine Klimaanlage

Hitze entsteht auch durch die fehlende Klimaanlage. So reichen schon 20 Grad Außentemperatur, damit man sich unter dem üppigen, asymmetrischen Glasdach wie in einer Garküche fühlt. Natürlich bekommt das Serienmodell, über dessen Namen noch gegrübelt wird, eine funktionierende Lüftung. Vermutlich werden es aber einige andere Ausstattungsdetails, die den Kia No 3 aufpeppen, nicht bis in die Massenproduktion schaffen.

Der Kia No 3 ist etwas für Funk-Fans

Dazu gehören etwa die "funky seats", wie Gregory Guillaume, europäischer Chefdesigner der Marke, die goldenen Sitze mit psychedelischem Streifenmuster bezeichnet. Zusammen mit den weiß lackierten Verkleidungen, den schwarzen Stoffeinlagen und den gestreiften Einfassungen der Rundinstrumente ergibt sich ein Interieur, in dem sich backenbärtige Funk-Fans in Paillettenanzügen mit Disco-Kugel im Wohnzimmer wie zu Hause fühlen würden.

Das Raumamngebot im Kia No 3 ist nur zusätzlicher Nutzwert

Besonders atmungsaktiv sind die Sitzbezüge übrigens nicht, was den Eindruck einer rollenden Sauna nochmals verstärkt. Allzu kühl soll aber auch das Serienmodell nicht daherkommen. "Wir möchten etwas Pep in das B-Segment bringen, das sicher zu den am wenigsten aufregenden gehört", sagt Guillaume. "Die Kunden sollen das Auto kaufen, weil es ihnen gefällt, nicht weil sie unbedingt ein praktisches Modell brauchen. Das Raumangebot ist quasi der zusätzliche Nutzwert", ergänzt Kia-Designchef Peter Schreyer. Die gedrungene sportliche Optik rührt vor allem von der vergleichsweise üppigen Breite. So ist der Klassenprimus Opel Meriva sieben Zentimeter schmaler und zwei Zentimeter höher als der Kia. Bei Länge (rund vier Meter) und Radstand (2,62 Meter beim Kia, einen Zentimeter mehr beim Opel) nehmen sich die künftigen Kontrahenten nichts.

Der Kia No3 bietet viel Kopf- und Beinfreiheit

"Lieber verzichten wir zugunsten des Designs auf etwas Kopffreiheit, die es in dieser Fahrzeugklasse ohnehin zur Genüge gibt", sagt Schreyer. An Platz mangelt es im Kia No 3 tatsächlich nicht. Selbst groß gewachsene Fahrer verbiegen sich nicht die Frisur an der bronzefarbenen, verschiebbaren Sonnenblende. Zudem bieten das Lenkrad mit weißen Klarlack-Applikationen und die Sitze einen ausreichend dimensionierten Verstellbereich, um eine passende Position zu finden. Dabei wird es selbst in der zweiten Reihe nicht allzu eng, denn die im Verhältnis ein zu zwei Drittel geteilte Bank lässt sich nicht nur klappen, sondern auch verschieben. Da die dynamische Linie im Heckbereich vor allem von der flachen Scheibe und nicht von einer rasant abfallenden Dachlinie geprägt wird, bleibt auf der Rückbank ebenfalls genug Kopffreiheit - sowie eine herrliche Aussicht durch das Panoramadach. Dessen diagonale Teilung ohne Quertraverse zwischen den A-Säulen wird sich allerdings nicht in die Serie hinüberretten können. Doch der Hersteller verspricht immerhin ein großes Glasdach konventioneller Machart als Option.

Das neue Kia-Modell wird in Europa gebaut

Ein Automatikgetriebe, wie es in der Studie zusammen mit dem bekannten 1,6-Liter-Benziner zum Einsatz kommt, wird ebenso in der Aufpreisliste zu finden sein. Die auffällige Warnleuchte für die Handbremse in Form einer Spange rund um die Wählhebelkulisse bleibt wohl Kia No 3 vorbehalten. "Manche Details fallen uns leider erst dann ein, wenn das Paket für das Serienmodell schon feststeht", räumt Schreyer ein. Das Design des auffälligen Vans entstand ausschließlich in Europa, wo das neue Modell auch gebaut wird.

Im Fahrbericht wird der Kia No 3 zu heiß

Prägend für alle Kia wird künftig der knochenförmige Kühlergrill sein, wie er beim Kia Soul eingeführt wurde. Der Optik wegen bekam Kia No 3 zusätzlich eine weiße Umrahmung sowie eine geschlossene Blende. Dem 126 PS starken Triebwerk bekommt dieses Detail allerdings überhaupt nicht - ihm wird schlicht zu heiß.

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Jens Dralle

Autor:

auto motor und sport, Heft 14 / 2009

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