Kia Sportage im Fahrbericht: Neuauflage des koreanischen SUV

Kia Sportage

Die dritte Generation des kompakten SUV Kia Sportage, dem Schwestermodell des Hyundai ix35, verbindet weitgehend bewährte Technik mit ambitioniertem Design. auto motor und sport zeigt den Koreaner im ersten Fahrbericht.

Geschmacksneutrales Allerweltsdesign, automobiles Graubrot - so oder ähnlich haben sich die Vorurteile gegenüber Korea-Marken in den Köpfen betoniert. Doch spätestens seit Ex-VW-Mann  Peter Schreyer sich bei Kia um das Design kümmert, bröselt der Vorurteils-Fels. Stück für Stück ersetzt die Hyundai-Tochter ihre unauffälligen Mitschwimmer durch Charaktertypen. Nun ist der Kompakt-SUV Kia Sportage dran.

Wie gehabt teilt der seine technischen Grundlagen mit dem Hyundai-Schwestermodell - hier dem ix35 -, gibt jedoch karosseriemäßig stärker Kante. Länger, breiter und niedriger als der Vorgänger, zeigt die dritte Kia Sportage-Generation, wohin die Reise geht. 

Kia Sportage ist kein tapferer Geländestampfer

Nix mit tapferem Geländestapfer, der Kia Sportage soll sich - obwohl für rund 1.800 Euro extra mit elektronisch gesteuertem Allradantrieb erhältlich - vor allem auf Asphalt profilieren. Um diesen metropolen Anspruch optisch zu unterstreichen, schrumpft die Schreyer-Truppe den Anteil der seitlichen Glasflächen, ersetzt diese durch Blech, wodurch der 4,44 Meter lange Kia Sportage im Fahrbericht massiver, dynamischer, ja fast schon grimmig erscheint. Das hat allerdings negative Folgen für die Übersichtlichkeit. Innen bemüht sich der Sportage mit Instrumenten in Röhrenoptik sowie farblich und materialmäßig differenzierten Flächen um Abgrenzung zur Konkurrenz.

Segmenttypisch erleichtert der Fünfsitzer den Alltag mit erhöhter Sitzposition, einfachem Einstieg, ausreichend Ablagen und einfacher Bedienbarkeit. Bei der Variabilität endet die Fantasie allerdings: Rücksitzlehnen umklappen, das war's. Heraus kommt ein Laderaum mit Stufe, der bis zu 1.353 Liter aufnimmt (480 Liter Standard bis zur Fensterlinie). Am anderen Ende des Kia Sportage trifft man Bekannte. Zum Marktstart im August stecken erst einmal modifizierte Zweiliter- Motoren hinter dem Tiger-Grill, ein Diesel und ein Benziner.

Kia-SUV mit Mehrlenkerachse und mechanisch variablen Dämpfern

Für den Kia Sportage kommen Ende 2010 ein 1,6 Liter großer, direkt einspritzender Saugbenziner sowie ein 1,7-Liter-Diesel hinzu, jeweils mit Start-Stopp-System erhältlich. Turbobenziner mit 1,4 und 1,6 Liter pfeifen jedoch schon hinter den Mauern der Versuchsstrecken mit den Ladern. Die beiden Zweiliter-Sportage dürfen sich jetzt schon auf der Teststrecke in Namyang beweisen. Der 136-PS-Diesel legt mit 304 Newtonmetern stämmig los, wird erst bei hohen Drehzahlen etwas vorlaut. Der Kia Sportage Benziner liefert die höhere Spitzenleistung, jedoch weniger Drehmoment und verzichtet ebenfalls auf besonders leisen Lauf.

Beim Fahrwerk gibt es etwas Neues: Blieb die Vorderachse weitgehend unangetastet, arbeitet hinten eine Mehrlenkerachse mit mechanisch variablen Dämpfern. Diese regeln den Ölfluss mittels Ventilen je nach Dämpferhub (amplitudenselektiv). Herauskommen soll ein bei normaler Fahrt komfortables Abrollen mit der nötigen Strenge bei härteren Aufgaben. Ob das klappt, ließ sich in Korea nicht überprüfen, da sowohl die Fahrwerksabstimmung als auch die elektrische Lenkung für Europa ein modifiziertes Setup erhalten. Auf griffigem Untergrund sind die allradgetriebenen Versionen mit Frontantrieb unterwegs, erst bei Schlupf beteiligen sich die Hinterräder an der Kraftübertragung, bis 40 km/h ist eine 50:50-Verteilung zwischen den Achsen sperrbar.

Kia Sportage mit Sechsganggetriebe überschreitet die 20.000-Euro-Marke

Die Kraftübertragung des Kia Sportage im Fahrbericht läuft über Sechsganggetriebe (2.0 Benziner Fünfgang), wahlweise bei den Zweilitern auch über ein bereits aus dem Sorento bekanntes Sechsstufen-Automatikgetriebe. Damit überschreitet der Kia Sportage spürbar die 20.000-Euro-Marke; wer diese nur ankratzen möchte, muss zur 2WD-Basis greifen. Wie üblich spendiert Kia neben einer ordentlichen Serienausstattung inklusive Klima und Stereoanlage mit iPod-Anschluss noch eine Sieben- Jahres-Garantie. Gut möglich also, dass man jetzt öfter das Tiger-Gesicht des Sportage die Chromzähne fletschen sieht.

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Jörn Thomas

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