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Pontiac Firebird Trans Am

"Mehr Hubraum fürs Geld bietet sonst keiner"

Motor Klassik Heftvorschau 04/2010 Foto: Motor Klassik 19 Bilder

Unser US-Car-Spezialist Franz-Peter Hudek legt Einsteigern den Pontiac Firebird Trans Am ans Herz. Wer sich vom sportlichen Äußeren nicht verwirren lässt, bekommt mit dem Coupé einen perfekten Cruiser. Die jahrzehntelang erprobte Technik ist robust, die Motoren durstig.

30.03.2010 Franz-Peter Hudek Powered by

Oft sind es kleinere optische Besonderheiten, die ein Automobil außergewöhnlich begehrenswert machen und sogar den Grund dafür liefern, sich explizit für ein solches Modell zu entscheiden.

Gebürstetes Aluminium umrahmt die Instrumente des Pontiac - und weckt falsche Begehrlichkeiten

Hierzu zählen zum Beispiel das zweigeteilte Heckfenster des "Brezel"-Käfers oder die lustigen Froschaugen des Austin Healey Sprite Mk I. Auch der Pontiac Firebird Trans Am der zweiten Generation, die von 1970 bis 1981 gebaut wurde, glänzt mit einem derartigen Parfait Amour für die Augen.

Nein, es ist nicht das etwas peinliche, schreiende Hähnchen (screaming chicken) auf der Motorhaube, sondern vielmehr der genial-schöne Aluminium-Instrumententräger mit gebürsteter Oberfläche im Pfauenaugen-Muster. Eine der vielen Verlockungen, um sich den mächtigen Trans Am anzuschaffen.

Allerdings weckt die sportliche, mit Drehzahlmesser ausgestattete Instrumententafel falsche Erwartungen: Der Trans Am ist kein Rennwagen, wahrscheinlich nicht einmal ein Sportwagen. Dafür ist das Coupé mit fünf Meter Länge und 1.750 Kilogramm Gewicht einfach zu groß und zu schwer geraten. Auch der 6,6-Liter-V8 mit seinen 180 PS bringt diese Masse nach Muscle-Car-Maßstäben eher verhalten voran.

Der Pontiac Firebird Trans Am ist kein Sportler - aber ein perfekter Cruiser

Im Test von auto motor und sport dauerte der Standardsprint 10,5 Sekunden, der Topspeed lag immerhin bei 201,1 km/h - ohne dass der gemütliche V8 (Nenndrehzahl 3.600/min) dabei ins Schwitzen kam. Das zeugt von einer guten Alltagstauglichkeit, stellen doch längere Autobahnetappen mit Tempo 150 kein großes Problem dar.

Dann sinkt der Benzinverbrauch deutlich unter die 20-Liter-Marke, und mit dem 76-Liter-Tank sind auch mal 400 Kilometer drin. Der Trans Am ist ein perfekter Cruiser, der sich trotz seiner Größe lässig mit dem kleinen Finger und mit dem kleinen Zehen dirigieren lässt.

Ein für zwei Personen äußerst komfortabel eingerichtetes Cockpit und zwei kindertaugliche Rücksitze laden zu langen Touren ein. Zwischenspurts und rasante Ampelstarts absolviert der Pontiac mit Beflissenheit und großer Würde. Dann schaltet die ansonsten so unauffällig wie ein CIA-Geheimagent arbeitende Dreigang-Automatik auch spontan zurück - und der Trans Am zischt ab wie ein Speed-Boot.

Enge Kurven mag der behäbige Untersteuerer weniger, da kommen ihm zuvor die gut zupackenden, innenbelüfteten Scheibenbremsen zu Hilfe. Natürlich ist der filmreife Auftritt des großen Gleiters nicht jedermanns Sache. Bescheidene Naturen sollten daher besser zur Ente mit nur zwei Zylindern greifen.

"Die totale Verschwendung im automobilen Bereich - hier hat sie noch System."

Andererseits: Wenn schon, denn schon. Und wenn nicht jetzt, wann dann? Außerdem muss es ja nicht unbedingt die schwarz-goldene Bandit-Edition sein. Diese im guten Zustand deutlich über 16.000 Euro gehandelte Variante entstand als Reminiszenz an die Erfolgsfilme "Smokey and the Bandit" I und II ("Ein ausgekochtes Schlitzohr") von 1977 und 1980.

Wer nicht mit dem damaligen Hauptdarsteller Burt Reynolds verwechselt werden will, greift besser zu einem normalen Trans Am , zu einem nicht minder sportlichen Formula oder zu dem eleganten Esprit, der ohne mörderische Lufthutzen und Spoiler auskommt. Was jedoch für den angepeilten Preis von 16.000 Euro nicht drin sein kann, sind die kurzen, heißen Trans Am-Versionen, die vor 1974 auf den Markt kamen. Kurz, weil die Karosserieüberhänge an Front und Heck sich noch in Grenzen hielten, und heiß, weil die Katalysator-freien, höher verdichteten Motoren deutlich mehr Leistung hatten.

Firebird-Käufer können dafür ab 1974 unter drei verschiedenen Nasenformen wählen, deren letzte, von 1979 bis 1981 gebaute Variante mit den in vier Regalfächern untergebrachten Rechteckscheinwerfern etwas merkwürdig aussieht. Egal nun, wie die Wahl ausfällt - mit allen Trans Am erfährt man genau das, was 1977 Autotester Klaus Westrup empfand: "Die totale Verschwendung im automobilen Bereich - hier hat sie noch System."

VeranstaltungInternetseite
Le Mans Classicwww.lemansclassic.com
Silvretta Classicwww.silvretta-classic.de
Creme 21 Rallyewww.creme21-rallye.de
AvD Histo-Montewww.avd-histo-monte.com
Goodwood Festival of Speedwww.goodwood.co.uk
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Goodwood Revivalwww.goodwood.co.uk
Eifelrennenwww.adac-eifelrennen.de
Schloss Bensberg Classicswww.SBC2009.de
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Gran Premio Nuvolariwww.gpnuvolari.it
Gaisbergrennenwww.src.co.at
Retro Classicswww.oldtimermesse.com
Sachsen Classicwww.sachsen-classic.de
AvD-Oldtimer-Grand-Prixwww.avd-oldtimer-grand-prix.de
Retro Classic meets Barockwww.retro-classics-meets-barock.de
Villa d‘Estewww.concorsodeleganzavilladeste.com
Tour Autowww.tourauto.com
LeJogwww.hero.org.uk
Vintage Nürburgringwww.vintage-nuerburgring.de
Ennstal Classicwww.ennstal-classic.at

Für und Wider: Pontiac Firebird Trans Am von 1979

Pro: Bulliger V8, problemlose Vergaser-Technik, Ersatzteile gut verfügbar, bekannt durch TV (Detektiv Rockford) und Kino. Jetzt neu im Ossi-Roadmovie "Friendship"

Kontra: Wirkt protzig, braucht viel Benzin, etwas unhandlich. Gut erhaltene Fahrzeuge im Originalzustand sind eher selten

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Technische Daten
Pontiac Firebird Trans Am
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5000 x 1855 x 1255 mm
KofferraumvolumenVDA242 L
Hubraum / Motor6558 cm³ / 8-Zylinder
Höchstgeschwindigkeit190 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,5 s
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