Kia Sportage, Toyota RAV4 26 Bilder Zoom

Kompakt-SUV: Unterwegs in Kia Sportage und Toyota RAV4

Der Kia Sportage kostet als Diesel mit Allradantrieb und Topausstattung knapp über 30.000 Euro - so viel wie der überarbeitete Toyota RAV4 D-4D. Ist er auch die bessere Wahl?

Natürlich gibt es auch rationale Argumente für den Kauf eines SUV, etwa die erhabene Sitzposition, die damit verbundene bessere Übersicht oder der bequeme Ein- und Ausstieg. Mit Allradantrieb eignen sich SUV wie der neue Kia Sportage und der Toyota RAV4 hervorragend als Zugwagen und sichern bei widrigen Straßenbedingungen das Vorwärtskommen. Doch für viele Käufer ist das eher Nebensache - für sie ist ein SUV schlicht attraktiver als ein Van oder Kombi.

Kia Sportage mit sehr dynamischen Proportionen

Toyota RAV4 und Kia Sportage zählen in diesem Segment schon seit Jahren zum Establishment. Die 2006 eingeführte, dritte RAV4-Auflage trägt seit Frühjahr eine neue Frontpartie. Beim Kia Sportage stand im Sommer dagegen ein Modellwechsel an, den Kia Sportage vor allem dazu genutzt hat, dem SUV eine grundlegend neue Form zu verpassen. Nichts erinnert mehr an den unscheinbar gezeichneten Vorgänger, stattdessen zieht der Neue mit seinen ausgesprochen dynamischen Proportionen die Blicke auf sich - und lässt den Toyota RAV4 trotz neuer Frontpartie alt aussehen.

Die sportwagenähnliche Aufteilung von breiten Karosserie- und schmalen Fensterflächen sowie die flache Frontscheibe prägen auch das Raumgefühl im Kia Sportage - das Dach wirkt niedriger, als es tatsächlich ist. Dennoch mangelt es großen Personen - im Fond noch mehr als auf den vorderen Plätzen - an Kopffreiheit, wobei das optionale Panorama-Glasdach zusätzlich Höhe kostet. Auf der starr und etwas tief montierten Rückbank des Kia Sportage steht auch für die Beine kein üppiges Platzangebot bereit, während in der ersten Reihe genügend Bewegungsfreiheit auf den bequemen Sitzen herrscht. Vor dem Fahrer breitet sich ein übersichtliches und hübsch aufbereitetes Cockpit aus. Dessen Verarbeitung und Oberflächen lassen deutlich erkennen, dass Kia diesem Thema beim Sportage erhöhte Aufmerksamkeit widmet.

Toyota RAV4 mit luftigerem Raumgefühl als der Kia Sportage

Mehr jedenfalls als Toyota beim RAV4. Die Materialien im Innenraum geben sich wenig Mühe, Augen und Fingerkuppen zu schmeicheln. Die Bedienelemente präsentieren sich verstreuter, doch nur das Multimediasystem des Toyota RAV4 fordert mehr Eingewöhnung als üblich. Die Sitzposition erinnert wie das gesamte Auto an die Wurzeln dieser Fahrzeuggattung. Das muss kein Nachteil sein: Die Haubenvorderkante entzieht sich nicht dem Blick, mangelnde Kopffreiheit ist beim Toyota RAV4 kein Thema, und das Raumgefühl fällt spürbar luftiger aus als im Kia Sportage. Kritikpunkte gibt es dennoch: Auf den Vordersitzen ist die Lehnenhöhe knapp bemessen, Gleiches gilt für die Höhenverstellung der hinteren Kopfstützen.

Trotz längsverschiebbarer Rückbank bleibt für große Mitfahrer zwischen Knie und Vordersitzlehne nur wenig Platz im Toyota RAV4. Der Gepäckraum ist dagegen mit mindestens 586 Liter Inhalt sehr üppig dimensioniert. Doch die labbrige Abdeckung ruft in einem 30.000-Euro-Auto ebenso wenig Freude hervor wie die einfache und zudem kratzempfindliche Kunststoffauskleidung. Und die raumgreifende, seitlich Richtung Straßenrand öffnende Hecktür des Toyota RAV4 entpuppt sich in engen Parklücken als echtes Ärgernis.

Kia Sportage mit schlechter Übersichtlichkeit

Mit unnötigen Nachlässigkeiten wartet auch der Gepäckraum des Kia Sportage auf, der mit 465 Litern kleiner, aber noch ausreichend groß ausfällt. Gleiches gilt für die Zuladung, doch wer schweres Ladegut sicher verzurren will, findet im Kia Sportage keine stabilen Ösen vor. Und warum die Heckklappe nicht so weit aufschwenkt, dass auch größere Menschen keine Angst vor schmerzhaften Kopfkontakt haben müssen, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Das Design des Kia Sportage ist dafür kaum verantwortlich, für die ausgesprochen schlechte Übersichtlichkeit hingegen schon. Hinter der breiten C-Säule können sich nicht nur Radfahrer verstecken, auch A-Säule und Beifahreraußenspiegel behindern massiv die Sicht nach rechts.

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In engen Innenstädten bereitet das kein Vergnügen, also raus aufs Land und auf die Autobahn. Vom elektronisch geregelten Allradantrieb mit automatischer Kraftverteilung ist auf trockener Straße wenig zu spüren. Wie im Toyota RAV4 gibt es zusätzlich die Möglichkeit, per Knopfdruck das Drehmoment auch starr zwischen Vorder- und Hinterachse aufzuteilen, aber eine elektronische Bergabfahrhilfe bietet nur der Kia Sportage.

Toyota RAV4 fühlt sich eher wie ein Offroader an

Die in der getesteten Spirit-Version serienmäßigen flachen 18-Zoll-Räder mindern den Abrollkomfort, zudem regen den Kia Sportage Querfugen zum Stuckern an. Doch insgesamt kann man mit dem Schluckvermögen der Federung durchaus zufrieden sein. Abgesehen von der etwas eigenwillig ansprechenden Lenkung trifft das auch aufs Handling zu, solange keine allzu sportlichen Ansprüche gestellt werden - der Kia Sportage schiebt brav und problemlos beherrschbar über die Vorderräder.

Gegenüber dem trägen, weil stark zum Untersteuern neigenden Toyota RAV4 bewegt sich der Kia Sportage dennoch agiler - in flotten Kurven fühlt sich der Toyota RAV4 mit kräftiger Seitenneigung eher wie ein Offroader als ein Pkw an, wobei ihn das ESP frühzeitig einbremst. Auf holpriger Piste bleibt der Aufbau ständig in Bewegung. Trotz der weichen Abstimmung ist es um den Federungskomfort des Toyota RAV4 nicht gut bestellt. Selbst kleine Unebenheiten dringen zu den Insassen durch, grobe Stöße erzeugen Poltergeräusche im Fahrwerk.

Kia Sportage mit besserer Ausstattung

Dafür glänzt der Toyota RAV4 mit einem spritzigen Antrieb samt knackiger Sechsgangschaltung. Sein quirliger 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS steht subjektiv besser im Futter, als es die 14 PS Mehrleistung gegenüber dem Kia Sportage vermuten lassen. Dessen Zweiliter geht etwas leiser und sparsamer (8,3 zu 8,7 L/100 km im Test), aber nicht so antrittsstark zu Werke. Dennoch ändert das nichts an den grundsätzlichen Ausprägungen der beiden Kontrahenten - wer es sportlich-schick mag, wird den Toyota RAV4 links liegen lassen. Steht Platzbedarf im Vordergrund, hat der Kia Sportage die schlechteren Karten.

Wenn da nicht das deutlich attraktivere Garantie- und Ausstattungspaket wäre. Kaum teurer als ein vergleichbarer Toyota RAV4 Life, sind im Kia Sportage Spirit selbst Kartennavigationssystem mit Rückfahrkamera, Xenonscheinwerfer, Teillederpolster und Sitzheizung inklusive. Und nicht zu vergessen: sieben statt nur drei Jahre Garantie.

Foto

Hans-Dieter Seufert

Datum

29. November 2010
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