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KTM X-Bow GT4 im Fahrbericht

Rennstrecken-Adrenalin für die Straße

KTM X-Bow GT4, Fahrbericht, 10/15 Foto: Arturo Rivas 21 Bilder

Obwohl der KTM X-Bow GT4 über ein Dach sowie einen längeren Radstand verfügt, ist er ein ganz zorniges Gerät – ein echtes Motorsport-Gerät nämlich.

26.10.2015 Jens Dralle

Ein bisschen verwöhnt sind Autofans ja schon. Nein, „ein bisschen versaut“ trifft es besser. Nur 320 PS? In einem Sportwagen? Zack, schon sind sie weggenickt! Aber halt, das Auto wiegt nur rund eine Tonne! Aha, okay, klingt nicht schlecht. Plus auf Abtrieb optimierte Aerodynamik, sequentielles Sechsganggetriebe von Holinger, Sintermetall-Kupplung – echte Rennsport-Technik eben. Na also, so werden auch die Versautesten wieder wach.

Vorhang auf für den KTM X-Bow GT4. Derzeit tummelt sich der 4,11 Meter lange, zusammen mit Reiter Engineering (sie wissen schon, die mit den wilden Lamborghinis) entwickelte Zweisitzer auf den Rennstrecken Europas, denn wie der Name nahe legt, erfüllt er das GT4-Reglement. Zugleich gibt er einen kleinen Blick auf jene Glaskugel frei, in der die Zukunft der Straßensportwagen der Österreicher flirrt. Einer mit Dach war ja immer wieder im Gespräch.

KTM X-Bow GT4 fasziniert auch auf der Straße

Also führt die erste Ausfahrt mit dem GT4 über öffentlichen Straßen, was sich recht schnell als gleichermaßen blöde wie lustige Idee herausstellt. Blöde, weil Kupplung und Riesen-Wendekreis die von häufigen Wendemanövern durchsetzten Fotofahrten torpedieren. Lustig, weil die Reaktionen des Publikums auf den extremen KTM überraschend positiv ausfallen – und weil es eine Riesengaudi ist, damit zu fahren. Das wiederum liegt vor allem daran, dass selbst lange Lackl prima in die Kohlefaserkiste hineinpassen. Lenkrad und Pedalerie lassen sich über einen weiten Bereich verstellen und als die große Glaskuppel mit einem dumpfen Schlag ins Schloss fällt, bleibt sogar noch genug Luft nach oben.

Anlassen, jetzt die Kupplung gaaanz vorsichtig... ha! Fanfare, Tusch! Der X-Bow rollt ohne Abwürgen los, die Benzinpumpe surrt laut, das Getriebe mahlt und rasselt, der Vierzylinder-TFSI aus dem Audi S3 trötet selbstbewusst. Jetzt müssen die Cup-Reifen noch ein bisschen Temperatur bekommen – und ab dafür.

KTM X-Bow GT4 beschleunigt in 4,2 Sekunden auf 100 km/h

Der per Air-Restriktor auf eben jene 320 PS begrenzte Zweiliter-Motor schleudert den leichten KTM mühelos über den Asphalt, in 4,2 Sekunden soll aus dem Stand die 100 km/h-Marke geknackt werden können. Wie bei den zivileren X-Bows begeistert aber vor allem die Leichtigkeit, mit der sich der GT4 in Ecken wirft, die sich erst ultraspät anbremsen lassen. Und heraus geht’s dann durch die per Sperrdifferential abgesicherte Traktion ebenso stürmisch. Dabei kurz am rechten Lenkradpaddel zupfen, ein Schlag ins Genick, zack, der nächste Gang ist drin, die Geräuschkulisse macht wahnsinnig und süchtig zugleich.

Kein Komfort, kein Wanken, keine Spaßbremse

Karosseriebewegungen? Von was denn? Federungskomfort steckt jedenfalls keiner im einstellbaren Fahrwerk. Der KTM schont seinen Fahrer nicht, er offenbart sich ihm, erzählt ihm alle über sich, damit der Pilot immer weiß, was als nächstes zu tun ist. Immer wieder genießt der den Turbo-Hammer, der um 4000/min fällt und wundert sich, wie problemlos der GT4-Antrieb Ortsdurchfahrten-Trödeleien mitmacht. Ortsende, zurückschalten, klonk, Gas geben. Der X-Bow berserkert wieder los. Und über die Leistung von 320 PS macht sich jetzt bestimmt niemand mehr lustig.

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