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KTM X-Bow R Prototyp 19 Bilder Zoom

KTM X-Bow R auf der Nordschleife: Ring-Erfahrung mit dem Prototyp

Das KTM X-Bow R-Modell mit dem 300 PS starkem Audi S3-Motor ist das neue Top-Modell des Motorradspezialisten. Den puristischen Sportwagen-Prototypen sind wir auf der Nürburgring-Nordschleife gefahren.

500 KTM X-Bow hat Motorradspezialist KTM seit Einführung des puristischen Sportwagens im Jahr 2008 an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht. Mit dem R-Modell starten die Österreicher die zweite Stufe des Extrem-Sportlers. Wer im KTM X-Bow unterwegs ist, kann sich neugieriger Blicke sicher sein. Und das nicht nur, weil er mangels festem Dach, Frontscheibe und Türen jedweder Art quasi auf dem Präsentierteller spazieren fährt. Auch die betont extrovertierte, wenngleich durch und durch funktionsbezogene Optik des puristischen Monocoque-Sportwagens erregt ungeteilte Aufmerksamkeit.

Leistungsgewicht von 2,6 Kilogramm pro PS

Mit dem ab 2011 aufgelegten KTM X-Bow R-Modell könnte sich jene noch erhöhen. Spätestens, wenn der dann 300 PS starke 790-Kilo-Floh mit dem bösen Grinsen im Gesicht im Rückspiegel auftaucht, dürften selbst versierte Sportfahrer feuchte Hände kriegen. In Kurven ist dem sportbereiften, im Aufbau an veritable Formel-Autos gemahnenden Hecktriebler mit dem phänomenalen Leistungsgewicht von gerade einmal 2,6 Kilogramm pro PS nämlich nur schwer Paroli zu bieten.

Gleiches gilt für harte Anbremsmanöver mit dem KTM X-Bow R-Modell. Obwohl der kompromisslose Österreicher ohne ABS an den Start geht, fordert die Brembo-Bremse dem Fahrer keine überdurchschnittliche Expertise ab. Trockene Pistenbedingungen vorausgesetzt, sind die Vorderräder des Zweisitzers kaum zum Blockieren zu bringen.

Mehr Leistung und mehr Abtrieb

Die beim weiterhin im Programm verbleibenden KTM X-Bow Street mit 240 PS zuweilen zu registrierende Tendenz zum Übersteuern war bei ersten Proberunden mit dem 300 PS starken KTM X-Bow R-Prototyp, der alles an Bord hatte, was das KTM-Regal in Zukunft hergeben wird, gleichfalls kein Thema mehr. Diesbezüglich macht sich sowohl die modifizierte Feder-/Dämpferabstimmung als auch das neu entwickelte, optional zu ordernde Aerodynamik-Paket positiv bemerkbar. Letztgenanntes presst den KTM X-Bow bei 200 km/h mit rund 400 Kilogramm zu Boden, was einer Verdoppelung des bislang gebotenen Abtriebs entspricht.

Auf der Strecke schlägt sich das Plus an Downforce dergestalt nieder, dass der KTM X-Bow R-Prototyp über den beiden Sprunghügeln am Pflanzgarten kaum mehr aus den Federn kommt. Das macht Spaß und schnell. Erst auf langen Geraden muss das Mattighofener Leichtgewicht die Konkurrenz ziehen lassen. Zwar dürfte sich der bei Autos dieser Art traditionell schlechte cw-Wert aufgrund der etwas größer gewordenen vorderen Radabdeckungen leicht verbessert haben. Wunder sind von einem offenen Auto dieser Spezifikation diesbezüglich freilich nicht zu erwarten.

Den Insassen des KTM X-Bow R-Modells teilt sich dieser Umstand durch die ab 200 km/h recht ungezügelt am Helm zerrenden Kräfte mit. Der Wind kann in diesem Umfeld aufgrund des niedrigen vorderen Abweisers ungehindert zum Angriff blasen. Eine höhere Frontscheibe mit deutlich beruhigenderer Wirkung gibt es zwar, da auch sie keinen Scheibenwischer trägt (was im öffentlichen Straßenverkehr ab einer gewissen Bauhöhe Vorschrift ist) ist sie jedoch dem nicht straßenzulassungsfähigen Race-Kit vorbehalten.

Optionales Sport-Paket und Race-Paket

Apropos Kit: Welche der am hier gezeigten Prototyp verbauten Teile schlussendlich zu welchem Ausstattungspaket gehören werden, ist noch nicht final entschieden. Fest steht nur: Für das auf den unter anderem aus dem Audi S3 bekannten Zweiliter-Direkteinspritzer mit Turboaufladung vertrauende KTM X-Bow R-Modell wird über die Basisvariante hinaus wahlweise ein für die Straße zugelassenes Sport-Paket oder ein für den Rennstrecken-Einsatz optimiertes Race-Paket zu ordern sein. Was wozu gehören und wieviel kosten wird, müssen die Verantwortlichen erst noch ausklamüsern.

Das dank Änderungen an Motorelektronik und -peripherie auf 300 PS erstarkte Triebwerk steht dem KTM X-Bow R-Modell so oder so perfekt zu Gesicht. Dies gilt umso mehr, als der Motor im Newcomer etwas tiefer Position bezieht und anders gelagert sein wird - was sowohl der Fahrpräzision als auch den Kurvengeschwindigkeiten zugute kommt. Die im KTM X-Bow R-Modell an den Dreiecksquerlenkern verbauten Teflonscheiben dienen dem gleichen Zweck.

Optisch hat der mit einem zum aufpreispflichtigen Aero-Kit gehörenden zweiten Splitter und den zusätzlichen Karbonflaps an den höher gezogenen Seitenteilen der Front versehene KTM X-Bow R-Modell gleichfalls gewonnen. Dies und die Eindrücke des ersten Eifel-Ausflugs machen Lust auf mehr. Wenngleich zu fürchten steht, dass KTM sich den höheren Spaßfaktor fürstlich entlohnen lassen wird. Qualität hat eben ihren Preis.

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

9. Mai 2011
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 10/2010.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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