Von neu kann man dabei nicht wirklich sprechen, denn der Lada 112 basiert technisch auf dem Stand der frühen 80er-Jahre. Das wird einem verwöhnten Tester schneller klar als ihm lieb ist. Hat man den Lada mittels eines zarten Schlüssels endlich geöffnet, die Wegfahrsperre entsichert und auch den Motor angeworfen, stellt sich die Frage nach dem Rückwärtsgang. Und eben dieser geht nur sehr ungern in die ihm angedachte Position.
Wo ist der Rückwärtsgang
Auch die fünf Vorwärtsgänge wollen durchaus mit Nachdruck eingelegt werden. Aber zurück zum Rückwärtsgang - ein Blick in die Anleitung offenbart des Rätsels Lösung: Vor dem Einlegen des Rückwärtsganges ist bei stehendem Fahrzeug drei Sekunden lang die Kupplung zu treten, bis sich alle Räderchen sortiert haben, dann den Gang einlegen, und das Lada-Fahren nimmt seinen Lauf.
Los geht es dann auch, denn der Motor ist wahrlich das Beste, was der Lada zu bieten hat. Der Vierventiler - damals bei Porsche entwickelt - dreht leicht hoch, wirkt selten angestrengt und verhilft dem 112er zu flotten Fahrleistungen.
Schnelle Kurven: Mut und starke Arme
Die Freude über den rasanten Anschub wird allerdings schnell vom Gefühl vorsichtiger Vernunft eingeholt. Denn die nächste Kurve naht, und hier wird klar: Einen Lada schnell zu fahren, gehört noch zu den wahren Abenteuern dieser Erde. Weder Servolenkung noch ABS oder Airbags sorgen dabei für ein gesundes Maß an Sicherheit. Hier sind noch Mut und starke Arme gefragt, denn zwischen Muskelkraft und maximal erzielbarer Kurvengeschwindigkeit besteht ein direkter Zusammenhang. Lässt die Kraft nach, geht es eben nur noch geradeaus.
Made in Russia: der Einzige Fixpunkt bei 200 km/h
Wer den Mut aufbringt, kann den Lada geschwind auf Tachoanschlag, also stramme 200 km/h, bringen. Und dann erreicht das Lada-Fahren seinen ultimativen Höhepunkt. Bei solchen Geschwindigkeiten gibt es im Cockpit keine Fixpunkte mehr. Spiegel, Anzeigen und Hebel vibrieren, brummen und schütteln sich, machen es schwierig, den Verkehr klar im Auge zu behalten. Nur der so beruhigende Aufkleber auf der Heckscheibe Made in Russia bleibt stets deutlich im Rückspiegel erkennbar.
Im Inneren: Plüschsessel und der Duft von Cockpit-Spray
Über das Fahrwerk kann man zwar nicht ins Schwärmen geraten, doch bietet es dank Einzelradaufhängung an allen vier Rädern und McPherson-Federbeinen vorn ausreichenden Federungskomfort. Aber lassen wir einmal die Äußerlichkeiten beiseite und wenden uns dem Innenraum des Russen zu. Weich gepolsterte Plüschsessel, reichlich nach Cockpit-Spray duftender Kunststoff und ein karges Lenkrad sorgen auch hier für typisches Lada-Ambiente. Umso spannender ist da natürlich, was sich wohl hinter den zahlreichen unbelegten Tasten und Knöpfe auf der Mittelkonsole verbirgt.
Zwei Jahre Garantie und jede Menge Coolness
Im Testfahrzeug waren immerhin elektrische Fensterheber auf allen Plätzen mit an Bord, doch ein Blick in die bereits erwähnte Bedienungsanleitung lässt von so wunderbar neuzeitlichen Dingen wie Sitzheizung, Bordcomputer oder elektrisch einstellbaren Außenspiegeln träumen. Sogar von einem Airbag ist da die Rede.
Wer sich also für einen Lada entscheidet, der kann was erleben. Der Käufer erwirbt ein Unikum mit zwei Jahren Garantie, einen guten Freund für harte Zeiten, in vielerlei Hinsicht völlig unzeitgemäß und dabei fast schon wieder cool. Aber eben auch nur fast.
Wer den Mut aufbringt, kann den Lada geschwind auf Tachoanschlag, also stramme 200 km/h, bringen. Und dann erreicht das Lada-Fahren seinen ultimativen Höhepunkt. Bei solchen Geschwindigkeiten gibt es im Cockpit keine Fixpunkte mehr. Spiegel, Anzeigen und Hebel vibrieren, brummen und schütteln sich, machen es schwierig, den Verkehr klar im Auge zu behalten. Nur der so beruhigende Aufkleber auf der Heckscheibe Made in Russia bleibt stets deutlich im Rückspiegel erkennbar.
Über das Fahrwerk kann man zwar nicht ins Schwärmen geraten, doch bietet es dank Einzelradaufhängung an allen vier Rädern und McPherson-Federbeinen vorn ausreichenden Federungskomfort. Aber lassen wir einmal die Äußerlichkeiten beiseite und wenden uns dem Innenraum des Russen zu. Weich gepolsterte Plüschsessel, reichlich nach Cockpit-Spray duftender Kunststoff und ein karges Lenkrad sorgen auch hier für typisches Lada-Ambiente. Umso spannender ist da natürlich, was sich wohl hinter den zahlreichen unbelegten Tasten und Knöpfe auf der Mittelkonsole verbirgt. Im Testfahrzeug waren immerhin elektrische Fensterheber auf allen Plätzen mit an Bord, doch ein Blick in die bereits erwähnte Bedienungsanleitung lässt von so wunderbar neuzeitlichen Dingen wie Sitzheizung, Bordcomputer oder elektrisch einstellbaren Außenspiegeln träumen. Sogar von einem Airbag ist da die Rede.
Wer sich also für einen Lada entscheidet, der kann was erleben. Der Käufer erwirbt ein Unikum mit zwei Jahren Garantie, einen guten Freund für harte Zeiten, in vielerlei Hinsicht völlig unzeitgemäß und dabei fast schon wieder cool. Aber eben auch nur fast.




