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Lamborghini Murciélago LP 670-4 Superveloce

Der leichtere Murciélago im Fahrbericht

Lamborghini Murciélago Superveloce Foto: Reinhard Schmid 25 Bilder

Der Superveloce bringt 100 Kilogramm weniger auf die Straße als der normale Murciélago. Gleichzeitig liefert er 30 PS mehr ab. Das sorgt für die spannende Frage: Wie fährt sich dieser Superlativ von Lamborghini?

04.05.2009 Bernd Ostmann

Sind Sie ein „fortgeschrittener Sportwagen-Pilot“? Wenn ja, dann haben Sie laut Lamborghini-Pressemitteilung die Qualifikation, die Flügeltür des Lamborghini Murciélago Superveloce elegant nach oben gleiten zu lassen und sich dann gekonnt in das mit feinstem Alcantara bezogene Sportgestühl zu schlängeln. Zündschlüssel drehen. Der Zwölfzylinder im Nacken meldet sich zum Dienst.

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Fahrbericht Lamborghini Murciélago Superveloce
auto motor und sport 09/2009
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Lamborghini-Historie: Lamborghini 350 GT, Miura, Countach, Gallardo und Co. 1:34 Min.

Lambo-Power: 660 Newtonmeter und 670 PS

Man könnte dem schärfsten aller Lambos jetzt den ersten Gang geben und einfach losfahren. Dies ist aber nichts für „Fortgeschrittene“. Die wollen das volle Programm abrufen. Also: Bremse treten, „Corso“-Knopf auf der Mittelkonsole drücken und damit die Traktionskontrolle deaktivieren, den Ersten mit der rechten Schaltwippe einspannen – und dann besonders flink vom Brems- aufs Gaspedal wechseln. Voller Tritt gegen das Bodenblech. Der Zwölfzylinder ruft seine 660 Newtonmeter ab, mobilisiert 670 PS. Die Drehzahlmesser-Nadel springt Richtung 8.000. Und der Pilot erlebt ein Spektakel, das unter die Haut geht. Zwölf Kolben und 48 Ventile entwickeln dabei ein Klangerlebnis, das selbst die Poeten unter den Lamborghini-Textern zur Hochdrehzahl brachte: Vom „Grollen einer heftigen Gewitternacht“ über das „Trompeten mächtiger Elefanten“ bis zum „Fauchen eines wütigen Löwen“ ist hier die Rede.

Für diese Klangsphären braucht es kein feines Gehör, eher einen sensiblen Gasfuß und eine flinke Hand, die das Ausbrechen der Heckpartie am Volant auspendelt. Wenn die Pirellis die richtige Grip-Temperatur haben und der Gasfuß das Spiel der Alternativen zwischen Rauchpilz und Torpedobeschleunigung fein austariert, dann liegt nach 3,2 Sekunden bereits Tempo 100 an. Dafür hat der Lamborghini Murciélago auf dem Weg zum Superveloce ein knallhartes Fitness-Programm absolviert. Im Vordergrund stand eine Vier-Phasen-Diät: Der Rohrrahmen aus hochfestem Stahl brachte eine um zwölf Prozent höhere Torsionssteifigkeit und ein Minus von 20 Kilogramm auf der Waage.

Superveloce: 100 Kilo abgespeckt


Der Wegfall des Antriebs für den beweglichen Heckflügel und eine modifizierte Kohlefaser-Struktur sparten weitere 13 Kilo. Im Innenraum fanden die Weightwatcher satte 34 Kilogramm. Dafür gibt es nun neben viel Alcantara und kohlefaserverstärktem Kunststoff kein Navi mehr, auch keine Soundanlage. In einem Superveloce ist aber eh klar, wer an die Spitze der Hitparade stürmt: der V12-Motor. Und der hat samt Getriebe und Differenzialen auch 33 Kilogramm abgespeckt. Insgesamt kommen so 100 Kilogramm zusammen. Für den Zwölfzylinder ist das allerdings nicht die einzige Großtat: Das Ansaugsystem wurde überarbeitet, der Ventilhub vergrößert, die Auspuffanlage modifiziert. Und wenn das Triebwerk mehr Kühlluft braucht, dann fahren computergesteuert Ansaugtrichter aus der hinteren Dachhälfte aus.

Leistungskur bringt 30 PS


Stellt sich die Frage: Merkt man den Sprung von 640 auf 670 PS? Ganz ehrlich: nicht wirklich. Aber man spürt deutlich die Gewichtsreduktion und die verbesserte Aerodynamik. Im Vergleich zum normalen LP 640-4 verzögert der Superveloce deutlich besser – zumindest subjektiv. Er lenkt flinker ein, wirkt leichtfüßiger und schnupft Geraden förmlich weg. Noch etwas fällt auf: Der Geradeauslauf und der Speed, speziell in schnellen Biegungen, profitieren vom wuchtigen Heckflügel, vom Frontspoiler und Heckdiffusor.

Sportwagen für Fortgeschrittene

Aber Vorsicht: Der Superveloce ist immer noch ein Sportwagen für „Fortgeschrittene“. Hier gibt es kein Sport-ESP wie im Gallardo. Hier ist alles mit dem Gasfuß und den flinken Lenkkorrekturen am griffigen Lenkrad auszupendeln. Mit seinem Aerodynamik-Paket bewegt sich der Superveloce gleichwohl in neuen Geschwindigkeitsregionen – zumindest in Kurven. Bei der Höchstgeschwindigkeit fällt der schärfste Lambo mit gerade mal 337 km/h sogar hinter seinen zahmeren Bruder LP 640-4 (340 km/h) zurück.

Wer sich beispielsweise auf dem Hochgeschwindigkeits-Rundkurs im italienischen Nardo auf die Speed-Jagd machen möchte, für den hat Lamborghini einen kleineren Flügel parat. Ergebnis: 342 km/h. Speed, Leistung und Design sind die Kernwerte der Marke. Zwei neue kommen hinzu: Die erreichte Qualität soll durch die Drei-Jahres-Garantie unterstrichen werden. „Auch wenn wir Dinge tun müssen, die unsere Kunden von uns erwarten“, wie Stephan Winkelmann betont, so kann sich auch die Marke mit dem Stier nicht der allgemeinen CO2-Diskussion entziehen.

Kohlefaserverstärkte Kunststoffe tragen zur Gewichtsreduzierung

„Und hier wird die Gewichtsreduktion der Schlüssel sein“, unterstreicht der Boss. „Wir waren vor 30 Jahren die erste Firma, die beim Lamborghini Countach Composite-Material eingesetzt hat.“ Kein Wunder also, dass Lamborghini inzwischen im Volkswagen-Konzern zum Kompetenzzentrum für kohlefaserverstärkte Kunststoffe wurde. 100 Kilogramm Mindergewicht entsprechen beim Murciélago 15 Gramm weniger Kohlendioxid pro Kilometer. Auch wenn der Superveloce deshalb nicht die Welt retten wird: Zur emotionalen kommt jetzt eine rationale Komponente, die den Fahrspaß aber nicht reduziert. Im Gegenteil.

Technische Daten
Lamborghini Murciélago LP 670-4 SuperVeloce
Grundpreis357.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4705 x 2058 x 1135 mm
KofferraumvolumenVDA150 L
Hubraum / Motor6496 cm³ / 12-Zylinder
Leistung493 kW / 670 PS (660 Nm)
Höchstgeschwindigkeit342 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h3,2 s
Verbrauch20,6 L/100 km
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