Land Rover DC100 Sport im Fahrbericht: Defender auf dem Nadelkissen

Land Rover DC100 Sport, Seite

Noch ist der Land Rover DC100 Sport eine Studie, mit der auto motor und sport ein bisschen herumrollen durfte. Doch wenn er einmal groß ist, schießen Spikes aus seinen Reifen, öffnet ein Armband seine Türen und sein Allradantrieb stellt sich automatisch auf den Untergrund ein.

Sand knirscht unter den Füßen, mild wärmend strahlt die Sonne vom Himmel - herrliche Bedingungen für eine Ausfahrt mit dem Land Rover DC 100 Sport, der sowieso auf ein Verdeck verzichtet. Also auf geht’s, fahren bis die Sonne ins Meer fällt.

Noch bevor sich dieses Bild im Kopf scharf stellt, sticht Land Rover mit einer kleinen Nadel in die Gedankenblase. Halt, der Land Rover DC100 Sport ist nur eine Studie, also bitte gaaanz vorsichtig und überhaupt: Immer schön in Sichtweite bleiben. Na gut, trotzdem tapfer den Startknopf drücken. Wow, seit wann kann den ein Zweiliter-Dieselmotor derart voluminös wummern? Ein neumodischer Soundgenerator etwa? Nein, ein echter V8. Da der Land Rover DC100 Sport auf einem Range Rover Sport-Chassis aufbaut, blieb der dicke Motor einfach drin.

Knirschender Land Rover DC 100 Sport

Der offene Zweisitzer Land Rover DC 100 Sport dient vielmehr als Ideen-Laster, der die Designsprache eines möglichen Defender-Nachfolgers transportieren soll. Andererseits hätte eine Art Land Rover Crossblade mit mächtigem Antrieb durchaus auch Charme. Nicht nur die Karosserie dampften die Entwickler auf ein Minimum ein, im Interieur fehlt ebenfalls nahezu alles Altbekannte. Übrig blieben im Land Rover DC 100 Sport ein Zentraldisplay, ein Automatikwählhebel, ein Lenkrad und zwei Pedale. Ach, und zwei recht bequeme, wenngleich konturlose Sitze ebenfalls.

Da es schon bei leichten Wellen in der sandigen Oberfläche im Land Rover DC 100 Sport bedenklich knirscht, erscheint es wenig sinnvoll, über die Fahreigenschaften des teuren Einzelstücks weitere Worte zu verlieren. Die technischen Voraussetzungen, sich durch jeglichen Untergrund zu wühlen, hätte der Land Rover DC 100 Sport sicher, schließlich hat das elektronisch gesteuerte All Terrain Response-System schon mehrfach seine Talente unter Beweise gestellt. Künftig soll dem Fahrer jedoch die Entscheidung abgenommen werden, welches Fahrprogramm gerade passen würde. Da beispielsweise der Modus für Schlamm durchaus auch auf anderem Untergrund, jedoch mit ähnlichem Reibwert für optimalen Vortrieb sorgen könnte, übernimmt künftig die Elektronik selbst die Auswahl. Dazu gleicht sie Informationen über Federwege, Lenkwinkel, Radschlupf sowie die Stellungen von Gas- und Bremspedal ab. Und wenn gerade eine angetriebene Achse ausreicht, wird die andere zwecks geringeren Kraftstoffverbrauchs vom Mittendifferenzial mechanisch abgekoppelt.

Land Rover DC 100 Sport mit ausfahrbaren Spikes

Zusätzlich erhält der Land Rover-Allradantrieb künftig eine Torque-Vectoring-Steuerung, die neben einem dynamischeren Fahrverhalten auf Asphalt, auf Geländetauglichkeit optimiert wurde. Beispielsweise verhindert die Elektronik seitliches Wegrutschen bei Fahrten auf losem Untergrund parallel zum Hang. Und falls das alles nicht reicht, um weiter voranzukommen, krallen sich automatisch ausfahrbare Spikes in den Boden. Sie verstecken sich im Profil und sitzen auf einem zusätzlichen, dünnen Mantel, der durch ein Ventil mit Luft aus dem eigentlichen Reifen versorgt wird.

Technisch funktioniere das alles prima, versichert Land Rover. Nur die Straßenzulassung dürfte die Entwickler noch einige schlaflose Nächte kosten. Vom neuen, Leisure-Key getauften Zugangssystem lassen sich die Zulassungsbehörden sicher einfacher überzeugen. Dahinter verbirgt sich das bekannte, berührungsempfindliche Öffnen und Schließen des Fahrzeugs. Einzig steckt der Sender nicht mehr in der Hosentasche, sondern in einem wasserdichten Armband. Selbst bis zu 50 Meter tief tauchen könne man damit. Weitaus wünschenswerter wäre es allerdings, mit dem Land Rover DC 100 Sport bald ausgedehnte Touren in Angriff zu nehmen.

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Jens Dralle

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