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Land Rover Defender und Mercedes G 280 CDI Edition Pur

Zwei Gelände-Legenden im Montafon

Land Rover Defender 90 TD4 und Mercedes-Benz G 280 CDI Edition Pur in den Alpen unterwegs Foto: Hans-Dieter Seufert 14 Bilder

Unterwegs mit G-Modell und Land Rover, zwei Urgesteinen der Offroad-Szene: Dem Mercedes G 280 CDI als rustikales Sondermodell Edition Pur und dem Land Rover Defender 90 TD4.

05.10.2010 Bernd Ostmann Powered by

Wer hoch hinaus will, braucht die richtige Technik. Ab 2.000 Höhenmeter beginnt das Terrain der echten Offroader. Im Hochgebirge benötigt man den Allradantrieb, Steigfähigkeit und Schräglagenwinkel sind gefragt. Die Starrachsen mit ihrer hohen Verschränkung und die langen Federwege kommen im unwegsamen Gelände voll zur Geltung. Üppige Bodenfreiheit und großzügige Böschungswinkel erleichtern die Kletterpartie. Wattiefen zwischen 50 und 60 Zentimeter sind dagegen auch bei rauschenden Gebirgsbächen kein zwingendes Muss.

Land Rover Defender vs Mercedes G-Modell 5:22 Min.

Land Rover Defender mit 60-jähriger Historie

Das Mercedes G-Modell und der Land Rover Defender sind vom gleichen Kaliber. Es sind Urgesteine, und zwar liebenswerte. Der Land Rover Defender blickt auf eine über 60-jährige Historie zurück. Er hat sich bislang 1,9 Millionen Mal verkauft und wurde zuletzt 2007 renoviert. Außen erkennt man ihn nur am neuen Profil der Motorhaube, doch die inneren Werte wurden schon etwas heftiger geschliffen: besseres Fahrverhalten auf der Straße, einen Hauch mehr Komfort, ohne dass sich die Geländegängigkeit verschlechtert hätte. Im Innern erkennt man ein völlig neues Armaturenbrett. Aber keine Angst, das Zündschloss ist immer noch links neben dem Lenkrad platziert. Dafür wurden der Sitzkomfort sowie Heizung und Klimatisierung deutlich optimiert.

Die Mercedes G-Klasse scheut keinen Kampfeinsatz

Im Vergleich zum Land Rover Defender ist das Mercedes G-Modell ein Youngster, bringt es gerade mal auf 30 Jahre. Zum Jubiläum erinnert Mercedes mit dem Sondermodell Edition Pur an die kargen Anfänge – mit einem Dachhimmel aus billiger Pappe beispielsweise. Auch die Sitze wirken, als ob sie aus einem Transporter stammen. Dass die Mercedes G-Klasse selbst Kampfeinsätze nicht scheut, erkennt man an den Steckdosen mit natoolivefarbenen Schraubverschlüssen. Rustikal wirken die gittergeschützten Scheinwerfer und Blinker. Die Motorhaube ist verstärkt und mit rutschfestem Trittschutzlack überzogen. Warum? „Erleichtert den Zugang zum und aufs Dach“, bemüht sich die Presseinformation um eine Erklärung. Einen Hauch von Luxus verströmt hingegen das Gepäckabteil mit feiner Holztäfelung.

Aber aus dem Prospekt erfährt man schnell, dass es sich um Hartholz handelt: „robust, nimmt Verschmutzungen nicht übel.“ Allzu praktisch sind die Holzplatten ohnehin nicht. Wenn das Gepäck nicht ordentlich festgezurrt ist, knallt es von einer Wand zur anderen. Ein Mercedes also, der alles andere als Premium ist? Vielleicht ist das gerade sein Geheimnis. Wer unter der Woche in einer Luxus-Karosse mit allem Komfort-Schnick-Schnack verwöhnt wird, der sehnt sich am Wochenende nach Autofahren pur. Und das bieten der Land Rover Defender wie die Mercedes G-Klasse. Hochbeinig, bockig, schwergängig, aber puristisch. Schon die Zentralverriegelung arbeitet bei der Mercedes G-Klasse mit einem Knall, der an das Durchladen eines Maschinengewehrs erinnert.

Im Gelände Top, auf der Straße bis 130 km/h brauchbar

Der Einstieg bedarf einer gewissen Körperbeherrschung – er beginnt mit einer Hand am Lenkrad und einem Fuß auf dem Bodenblech. In Phase zwei wird der Körper dann elegant in die Höhe auf die Sitzkante gewuchtet. Dass die Mercedes G-Klasse ein uriges Gefährt ist, wird spätestens dann klar, wenn man die Tür schließen möchte. Wer sie nicht mit aller Wucht zuknallt, der bekommt sie nicht geschlossen. Beim Land Rover Defender gelingt der Einstieg über ein schmales Trittbrett weitaus eleganter, obwohl der Innenraum etwas enger geschnitten ist. Aber auch hier lässt sich ein gewisses Lastwagen-Feeling nicht verleugnen.

Einmal in Fahrt, hängen beide Dieselmotoren sauber am Gas. Von unten heraus bieten die Maschinen reichlich Drehmoment. Allerdings scheint bei der Mercedes G-Klasse ein ordentlicher Teil der Leistung im Wandler der Fünfstufenautomatik zu verkümmern. Bis Tempo 100 ist eigentlich alles im Lot, aber dann merkt man: Arg viel schneller sollte es nicht vorangehen. Der Land Rover Defender wird bei Tempo 135 km/h abgeriegelt, was einer Drehzahl von 2.750 Touren entspricht.

Die Mercedes G-Klasse 280 CDI lässt mit seinen 184 PS immerhin 160 km/h zu. Das reicht auch, denn Windgeräusche und Motorsound haben in dieser Geschwindigkeitsregion längst jedes Gespräch verstummen lassen. Außerdem liegen bei Tempo 160 gefühlte 180 an. Fahrt- und Seitenwinde schaukeln den hohen Aufbau bedrohlich auf. Kurze Bodenwellen hämmern die Passagiere zusätzlich ziemlich heftig durch. Aber die Autobahn ist nicht das Revier der rüstigen Oldies.

Charakterfrage – Die beiden Urgesteine lassen sich kaum vergleichen

Ihr Terrain beginnt dort, wo die meisten SUV die Segel streichen. Mercedes G-Klasse und Land Rover Defender sind Arbeitstiere. Sie ziehen Hänger und buddeln sich durch alle Schlammkuhlen dieser Welt, kein Berg ist zu steil, keine Geröllhalde zu steinig. Die lange, viertürige Mercedes G-Klasse mit ihrem Automatikgetriebe und der kurze, zweitürige Land Rover Defender mit dem neuen Sechsganggetriebe sind eigentlich nicht vergleichbar.

Auch bei der Lenkung gibt es Unterschiede: Der Land Rover Defender hat eine Servounterstützung bekommen, die eigentlich schon etwas weit geht. Bei langsamer Fahrt angenehm leichtgängig, beim Geradeauslauf dafür etwas nervös. Das kann die Mercedes G-Klasse besser. Beim Rangieren braucht man dafür eine fest zupackende Hand.

Preisfrage – wer bietet mehr fürs Geld, oder besser weniger?

Auch die Preise driften auseinander: Der Land Rover Defender kostet mit kurzem Radstand in der SE-Ausstattung 31.300 Euro. Die Mercedes G-Klasse Edition Pur bringt es mit Offroad-Paket 2 immerhin auf 73.661 Euro. Dafür gibt es als kleine Reminiszenz an längst vergessene Rallyetage auf dem Armaturenbrett eine lange Leselampe, die hervorragende Dienste leistet. Trotz aller Unterschiede haben der Defender und der G die gleichen Gene. Für beide scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Auf unwegsamen Bergpfaden, in den Steppen, im Wüstensand, da sind die Oldies ganz vorn. Da fahren sie mit ihren ausgeklügelten Traktionsprogrammen allen Soft-SUV gnadenlos um die Ohren. Dafür werden sie von ihren Fans geliebt. Und wer in einer Mercedes G-Klasse sitzt und von einem entgegenkommenden Land Rover Defender-Piloten freundlich gegrüßt wird, der weiß, es ist eine Fangemeinde.

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Technische Daten
Land Rover Defender 90 TD4 Hard Top
Grundpreis30.620 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3722 x 1790 x 2000 mm
Hubraum / Motor2402 cm³ / 4-Zylinder
Leistung90 kW / 122 PS (360 Nm)
Höchstgeschwindigkeit132 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h15,8 s
Verbrauch10,0 L/100 km
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