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Land Rover Discovery 4 im Fahrbericht

Erste Ausfahrt mit dem Discovery 3.0 TDV6

20 Bilder

Der Land Rover Discovery bekommt im Modelljahr 2010 nicht nur ein neues Gesicht. Antriebsstrang, Fahrwerk und Interieur sind umfangreich überarbeitet, ein 245 PS starker Diesel erweitert das Motorenangebot. Ein erster Fahrbericht mit dem Discovery 3.0 TDV6.

13.08.2009 Powered by

Er fuhr bislang als Land Rovers Mittelklasse: Der Discovery schloss bei seiner Vorstellung vor 20 Jahren die Lücke zwischen dem knorrigen Land Rover Defender und dem edlen Range Rover . Bereits das 1989er-Modell kam auf der Plattform des Range, aber mit betont hemdsärmeliger Aufmachung. Bis zum aktuellen Modelljahrgang hatte sich daran nichts geändert, der Siebensitzer wahrte gebührenden Abstand zum Topmodell der Engländer. Das ist nun anders.

Neues Gesicht für den Land Rover Discovery

Zum Modelljahr 2010 hat Land Rover dem Discovery ein neues Gesicht (Doppelscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, Gitteroptik am Kühlergrill) sowie geänderte Rückleuchten spendiert. Sehr viel umfangreicher gerieten die Eingriffe in die Technik. Der bisherige 2,7-Liter V6-Zylinder-Turbodiesel bleibt als Einstiegsmotorisierung erhalten, bekommt nun aber einen in Bohrung und Hub erweiterten Kollegen zur Seite gestellt: Der Dreiliter-TDV6 mobilisiert stramme 245 PS (55 mehr als der 2,7 TDV6) und konfrontiert das überarbeitete ZF-Sechsgang-Automatikgetriebe mit beachtlichen 600 Newtonmeter Drehmoment (plus 160 Nm).

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Briten dem Innenraum des Discovery. Das leicht rustikal gehaltene Interieur des Vorgängers, von viel hartem Kunststoff und klotziger Mittelkonsole geprägt, weicht einem durchgestylten Arbeitsplatz mit geschwungenen Linien, edler Optik und wertiger Haptik. Lederbezug statt Hartplastik, Softtouch-Oberflächen, ein überarbeitetes Multifunktionslenkrad und das renovierte Bedienkonzept mit weniger Knöpfen rücken den Discovery näher an den großen Bruder Range als je zuvor.

Deutlich stärkerer Twinturbo-Diesel

Auf den neuen Sechszylinder haben die Discovery-Jünger am sehnlichsten gewartet. Verspricht er doch vor allem für den Anhängerbetrieb die entscheidende Schaufel mehr Kraft, die den Unterschied zwischen akzeptabler und souveräner Fortbewegung ausmacht. Für den Einsatz im Geländegänger wurde der Twinturbo-Diesel, der auch bei Jaguar für druckvolle Fortbewegung zum Beispiel des XF sorgt, technisch modifiziert. Ein geänderter Ölhaushalt hält die Schmierung des V-Motors selbst in extremen Schräglagen aufrecht, gefährdete Komponenten wurden wasserdicht gekapselt.

Doch bevor wir mit dem 2010er Discovery baden gingen, standen zunächst umfangreiche Fahrprüfungen auf kurvigen schottischen Nebenstraßen an. Bereits die ersten Meter machen klar, wie sehr sich die beiden Jahrgänge ´09 und ´10 unterscheiden - der Discovery 4 trägt seine Versionsnummer zurecht, das ist ein neues Auto. Die stramme, zielgenaue und direkt übersetzte Lenkung hat ihren unverbindlichen Kurbel-Charme abgelegt. Das Fahrwerk zeigt sich von der festen Sorte, federt zwar nach wie vor sanftmütig, hat aber das Schwanken verlernt. Engagierte Kurvenfahrt führt immer noch zu beträchtlicher Schlagseite, doch die Aufschaukeltendenzen sind weg, das Fahrgefühl sicher und das serienmäßige ESP selbst bei Expressbetrieb lange arbeitslos. Mit der Versionsnummer vier schließt der Discovery bei Handling und Straßenlage klar zur süddeutschen Klassenkonkurrenz auf. Das gilt auch für den neuen Dieselmotor. Der trägt seine Muskeln nicht nur auf dem Papier zur Schau, gibt sich stattdessen ständig auf dem Sprung.

Nahtloser Antritt ohne Turboloch

Nahezu nahtlos werden Pedalbefehle umgesetzt, das berüchtigte Turboloch moderner schadstoffarmer Diesel glänzt durch Abwesenheit. Dem flink reagierenden Doppelturbo-Motor hinkt die ZF-Automatik eine Winzigkeit hinterher. Der Kickdown-Befehl, etwa für ein Überholmanöver, wird mit einer kleinen Verzögerung an das Räderwerk weitergereicht. Gut zu wissen: Der neue TDV6 erreicht die Euro-5-Norm und erreicht im EU-Mix mit 9,3 Liter trotz massiv gestiegener Leistung einen geringeren Verbrauch als der 2,7-Liter-Basisdiesel. Gut zu hören: Die Lärmdämmung im neuen Modelljahr ist gelungen, das Motorenbrummen bleibt draußen, Abrollgeräusche der großen 19-Zöller-Bereifung dringen nur stark gedimmt ins Fahrzeuginnere.

Im renovierten Arbeitsplatz hat das Multimedia-Navigations-System (serienmäßig bei den HSE-Ausstattungen) an Funktionsumfang zugelegt. Auffälligstes Gadget ist das auch für den Range Rover erhältliche Surround-Kamerasystem mit insgesamt fünf um das Fahrzeug verteilten Objektiven (Aufpreis: 1.310 Euro). Während des Fahrens einen Blick auf die Grasnarbe zu werfen hat man bislang zwar nicht schmerzlich vermisst, unterhaltsam ist der wahlweise Blick aus diversen Perspektiven allemal. Durchaus hilfreich sogar bei einer Paradedisziplin des Discovery 4, dem Anhängerbetrieb (bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast sind erlaubt). Die Dimensionen des Nachläufers werden einmalig in das Bordsystem eingegeben, mit Hilfslinien auf dem Kamerabildschirm leitet der Anhängerassistent dann zielgerichtet zum ankuppeln.

Wer dem Namen des Wagens entsprechend auch künftig auf Entdeckungsreise gehen möchte, wird sich darüber freuen, dass die Geländetauglichkeit durch die Aufhübschung nicht gelitten hat. Das Terrain Response-System wurde in der Programmierung nochmals abgeschmeckt und soll nun noch feinfühliger reagieren. Bei unseren ersten Testfahrten im schottischen Dickicht löste der Discovery die gestellten Aufgaben von der Bachdurchfahrt über den ausgefahrenen Schlammpfad bis hin zur verschränkungsfreudigen Kletterpartie jedenfalls gewohnt souverän und auf einem Niveau, das wenig Konkurrenz in dieser Klasse hat. Der Bergabfahrassistent Hill Descent Control, eine mittlerweile von vielen Herstellern kopierte Land Rover-Erfindung, arbeitet noch etwas komfortabler und leiser als  zuvor, nur die versprochene manuelle Einpegelung der Abstiegshilfe per Tempomat wollte uns nicht recht gelingen.

Um den Discovery 4 mit dem neuen Diesel zu bewegen, müssen wenigstens 52.700 Euro investiert werden, den stärkeren Motor gibt es erst ab der SE-Ausstattung. Das getestete Topmodell 3.0 TDV6 HSE kostet ab 59.200 Euro, wobei die Optionsliste umfangreich und premium-bepreist ist. Die Markteinführung des neuen Modelljahrgangs ist noch im September geplant.

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Technische Daten
Land Rover Discovery 3.0 TDV6
Grundpreis45.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4829 x 1915 x 1887 mm
KofferraumvolumenVDA1260 bis 2476 L
Hubraum / Motor2993 cm³ / 6-Zylinder
Leistung180 kW / 245 PS (600 Nm)
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,6 s
Verbrauch9,3 L/100 km
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