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Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD vs. Land Rover Freelander 2.2 SD4

Zwei SUV für Abseits-Fälle

Hyundai Santa Fe 2.2 CR Di 4WD, Land Rover Freelander 2.2 SD4, Seitenansicht Foto: Karl-Heinz Augustin 41 Bilder

Dass mehr Können nie schadet, zelebriert Land Rover seit 1948. Kann der Freelander so den Angriff des Hyundai Santa Fe abwehren? Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD und Land Rover Freelander 2.2 SD4 im Vergleich.

06.06.2013 Sebastian Renz

Land Rover ist dieser Tage 65 Jahre alt geworden. Und weil es eine britische Firma ist, feierte sie das Jubiläum auf einem weitverzweigten Landsitz mit einer Ausstellung der besten Autos der eigenen Historie – und dazu mit den nicht so besten. Zu denen zählt auch der erste Freelander, mit dem die Briten ab 1997 ihre bis dahin recht elitären Vorstellungen darüber popularisierten, was ein Geländewagen können muss und wer für ihn aufkommen können sollte. Die neue Käuferschicht war wohl das Problem des frühen Freelander, weil es den Damen und Herren am nötigen Gleichmut bezüglich der eigensinnigen Zuverlässigkeit und der Reparaturbedürftigkeit des Landy mangelte.

Alles besser bei der zweiten Generation. Die ist nun schon seit sieben Jahren auf dem Markt und scheint damit trotz gelegentlicher Pflegemaßnahmen den anderen Land Rover-Modellen nachzueifern, die ja gern so lange gebaut werden, bis sie nicht mehr als veraltet, sondern als erhaltenswert verstanden werden.

Hyundai Grand SantaFe
Hyundai Grand Santa Fe mit mehr Sitzen 1:18 Min.

Viel Platz für Passagiere und Gepäck im Hyundai Santa Fe

Etwas eiliger geht Hyundai Modellerneuerungen an. Von der 2001 begründeten SUV-Baureihe Hyundai Santa Fe gibt es seit letzten September schon den Santa Fe III. Mit 4,69 Meter Länge überragt er den Freelander um 19 Zentimeter und schafft ein deutlich üppigeres Raumangebot. Die Passagiere integriert der Hyundai Santa Fe tiefer ins Auto, vorn auf kuscheligen, wenig haltintensiven Sitzen, im Fond auf einer breiten Rückbank. Sie lässt sich nicht nur in drei Teilen umklappen und in der Lehnenneigung variieren, sondern auch längs verschieben. Was sich im Gegensatz zu vielen anderen Autos, die diese Möglichkeit anbieten, im Alltag wirklich nutzen lässt: Der Fondraum des Hyundai Santa Fe fällt so generös aus, dass die Mitfahrer gut ein paar Zentimeter entbehren können, wenn es etwas mehr Ladevolumen braucht. Das dürfte selten vorkommen, denn schon das Standardvolumen liegt bei 534 Litern und lässt sich sich auf maximal 1,7 Kubikmeter erweitern.

Hyundai Santa Fe mit einfacherem Allradantrieb

Wegen der kastigeren Form packt der Freelander fast gleich viel weg, bietet für Passagiere dagegen weniger Raum. Traditionell sitzen sie in einem Land Rover hoch und haben wegen der großen Fensterflächen eine bessere Übersicht als im schlecht überschaubaren Hyundai Santa Fe mit seinen breiten Dachsäulen und der flachen Heckscheibe.

Der Durchblick geht im Freelander erst innen verloren. Wegen der tief positionierten und teils unklar beschrifteten Klimaregler sowie des komplizierten Infotainment-Systems erfordert er mehr Konzentration als der Hyundai Santa Fe. Den richten die Innenstylisten im typischen Stil des Hauses ein, also solide, und so allerweltig wie die Zimmer einer Hotelkette. Ja, so findet man sich sofort zurecht, selbst die Tiefen des bei der Ausstattungslinie Premium serienmäßigen Navigationssystems lassen sich ohne Schwierigkeiten ergründen, all die Ablagen gut nutzen. Doch etwas heimeliger wirkt der ebenfalls sorgsam verarbeitete Land Rover mit edlerem Leder und der dezenten Holzbeplankung.

Das zählt zur Tradition wie die Geländefertigkeiten, obwohl der Freelander für Land Rover- Verhältnisse nur mit dem kleinen Offroad-Besteck kommt – Bergabfahrhilfe, Terrain Response und einem Allradantrieb, der die Kraft über eine Lamellenkupplung situationsabhängig verteilt. Trotzdem kraxelt er behände, und das weich abgestimmte Fahrwerk steckt selbst heftige Stöße beflissen weg. Allerdings umkurvt der Brite Biegungen so mit deutlicher Schlagseite, torkelt von der indirekten Lenkung unpräzise geführt über Landstraßen.

Dagegen verfügt der Hyundai Santa Fe nur über ein einfacheres Allradsystem mit elektromagnetischer Kupplung, die maximal 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse leitet. Mehr Aufwand brächte wohl auch nichts, weil der Hyundai Santa Fe aufgrund der knappen Bodenfreiheit und der langen Überhänge im Gelände früh scheitert. Auch seiner Lenkung mangelt es recht grundsätzlich an Rückmeldung und Präzision, der Koreaner lässt in Kurven aber das Schunkeln sein, federt dabei etwas herber.

Hyundai Santa Fe ist etwas sparsamer

Handling ist bei beiden Kandidaten nicht wirklich das Thema und Fahrsicherheit kein Problem, schon wegen der früh eingreifenden elektronischen Stabilitätsprogramme. Viel souveräner als die Kurvenhetzerei beherrschen beide die große Strecke. Dort knurren die Dieselmotoren leise vor sich hin, und die Sechsgang-Automatikgetriebe wechseln die Gänge nun sanft statt hektisch. Dass sich beide 2,2-Liter-Diesel nicht nach fast 200 PS und über 400 Nm anfühlen, liegt auch am hohen Gewicht der Testwagen. Es drückt auf Temperament und Verbrauch, der beim Land Rover mit 9,7 L/100 km noch 0,6 Liter höher liegt als beim Hyundai Santa Fe.

Der entscheidet schließlich den Vergleich für sich – mit dem üppigeren Raumangebot, der reichhaltigeren Ausstattung, höherer Variabilität und niedrigerem Verbrauch. Was den Freelander kaum kümmern dürfte, bleibt er doch, was er immer sein wollte: die stilvolle Alternative für alle, die sich mit ihrem Geländewagen auch ins Gelände wagen.

Technische Daten
Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WDLand Rover Freelander 2.2 SD4
Grundpreis46.380 €43.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4690 x 1880 x 1685 mm4500 x 1910 x 1740 mm
KofferraumvolumenVDA534 bis 1680 L546 bis 1670 L
Hubraum / Motor2199 cm³ / 4-Zylinder2179 cm³ / 4-Zylinder
Leistung145 kW / 197 PS (436 Nm)140 kW / 190 PS (420 Nm)
Höchstgeschwindigkeit190 km/h190 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,1 s8,7 s
Verbrauch6,8 L/100 km7,0 L/100 km
Testverbrauch9,1 L/100 km
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