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Lexus GS 250 im Fahrbericht

Downsizing auf Japanisch

Lexus GS 250 im Fahrbericht, Sperrfrist 23.11. 18 Uhr Foto: Lexus 26 Bilder

Bislang kam der Lexus GS in Europa nicht aus seiner Nische heraus. Die vierte Generation startet mit einer Armada von Assistenzsystemen, einem riesigen Bordmonitor und einem kleinen V6-Motor einen weiteren Anlauf.

23.11.2011 Jens Dralle

Genug gewachsen, 4.85 Meter Länge sind völlig ausreichend – zumindest laut den Lexus-Verantwortlichen, denn die neue Generation des Lexus GS 250 wurde keinen Millimeter länger. Stattdessen fällt die Limousine nun drei Zentimeter höher und zwei Zentimeter breiter aus als bisher. Zusammen mit dem etwas zu Recht gerückten Interieur soll das helfen, speziell den Fondpassagieren mehr Raum zu gönnen.

Wirklich zufriedenstellend gelang das jedoch nicht, vor allem die Kopffreiheit lässt im Lexus GS 250 noch etwas zu wünschen übrig. Doch der wirklich wichtige Platz ist ja bekanntlich vorne links, wo der Fahrer in der F-Sport-Variante einen 18-fach verstellbaren Sitz vorfindet. Verlängerbare Oberschenkelauflage, zupackende Seitenwangen, Lordosenstütze – an alles haben die Entwickler gedacht, sogar an ein etwas weiter ausziehbares Lenkrad. Eine optimale Sitzposition? Kein Problem.

Lexus GS 250 mit Bordmonitor im Heimkino-Format

Bei den Instrumenten leistet sich der Lexus GS 250 dagegen wenig Spielereien, angenehm klar gegliederte und groß dimensionierte Skalen informieren über Drehzahl und Geschwindigkeit, verpackt in einen weich umschäumten und mit Ziernähten aufgepeppten Instrumententräger. Erstmals kann der Lexus GS 250 auch mit einem etwas kleinen Head-Up-Display ausgerüstet werden. Überhaupt nicht klein dagegen: Der Bordmonitor im Heimkino-Format. Das LCD-Display misst 12,3 Zoll im Durchmesser, was die Japaner mit der nun möglichen Splitscreen-Darstellung rechtfertigen. Wer da noch über schlechte Ablesbarkeit meckert, sollte vielleicht überhaupt nicht mehr Autofahren.

Apropos fahren: das soll der neue Lexus GS 250 besonders gut können, schließlich wurde die Karosserie um 14 Prozent steifer und das Fahrwerk mit Doppelquerlenker-Vorderachse und Mehrlenker-Hinterachse grundlegend überarbeitet. Zudem stehen adaptive Dämpfer sowie eine Vierradlenkung in der Aufpreisliste. Das System lässt die hinteren Räder mit bis zu zwei Grad gegen oder mit der Fahrtrichtung einschlagen. Zwischen den Vorderrädern steckt jetzt ein 2,5-Liter-V6 als neue Basismotorisierung, alternativ steht der 450h mit Hybrid-Antrieb zur Wahl. Einen Diesel schließt Lexus aus, einen aufgeladenen Vierzylinder-Benziner dagegen nicht.

Antriebsstrang des Lexus GS 250 überrascht positiv

Doch vorerst muss im Lexus GS 250 der kleine Sechszylinder ran. Der Direkteinspritzer leistet 209 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 253 Newtonmeter bei 4.800/min. Angesichts von rund 1,8 Tonnen Leergewicht klingt das wenig spektakulär, doch bei einer ersten Ausfahrt überrascht der Antriebsstrang. Durch die passend abgestufte Sechsgangautomatik tritt der Lexus GS 250 ehrgeizig an und scheut sich nicht vor hohen Drehzahlen – was der Fahrer ebenfalls nicht sollte, denn ab 3.500 Umdrehungen trompetet der Vierventiler markenuntypisch sportlich aus seinen beiden Endrohren. Darunter gibt er sich akustisch zurückhaltend und erwartungsgemäß durchzugsschwach.

Im Eco-Modus drückt das konservativere Ansprechverhalten weiter auf das Temperament. Im Sport S-Modus schnappt das Triebwerk dagegen gieriger nach Gaspedalbefehlen, und bei Sport S+ stellen sich zusätzlich Lenkung und Dämpfer scharf. Wirklich unkomfortabel federt die Limousine Lexus GS 250 auch dann nicht, unterdrückt jedoch spürbar unerwünschte Seitenneigung.

Fein regelndes ESP und zehn Airbags frei Haus

Während die sportliche Gangart dem Lexus GS 250 bislang eher fremd war, fordert er nun nicht zuletzt aufgrund der gelungenen Allradlenkung Kurven geradezu heraus. Das System arbeitet unauffällig und ohne Eingewöhnung für den Fahrer, steigert im direkten Vergleich Einlenkverhalten und Spurtreue allerdings deutlich. Den übermotivierten Fahrer hält das fein regelnde ESP im Zaum, gegen Aufpreis stehen weitere Assistenzsysteme wie Spurhalteassitent, Totwinkelerkennung und Abstandsregeltempomat in der Aufpreisliste.

Die zehn Airbags liefert Lexus zum voraussichtlichen Grundpreis von rund 45.000 Euro frei Haus. Hier hat der Lexus GS 250 ebenso zugelegt wie bei seinen Fahreigenschaften. Nur die Außenlänge blieb beim Alten.

Technische Daten
Lexus GS 250
Grundpreis45.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4850 x 1840 x 1455 mm
KofferraumvolumenVDA566 L
Hubraum / Motor2500 cm³ / 6-Zylinder
Leistung154 kW / 209 PS (253 Nm)
Höchstgeschwindigkeit225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,6 s
Verbrauch8,9 L/100 km
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