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Lexus GS Hybrid, Seitenansicht, Bremslicht, Seite 20 Bilder Zoom

Lexus GS 450 Hybrid im Fahrbericht: Zugewinn an Alltagstauglichkeit

Leise und sparsam fuhr der Lexus GS Hybrid schon bisher. Der Neue soll jedoch spürbar geräumiger und sportlicher werden. Erste Ausfahrt im getarnten Prototyp.

Jetzt gibt es in der oberen Mittelklasse eine Hybrid-Ausrede weniger: Bisher konnten Skeptiker des doppelten Antriebs bequem auf den winzigen Kofferraum des Lexus GS 450h zeigen, um dann zu Audi A6, BMW Fünfer oder Mercedes E-Klasse mit konventionellem Verbrenner zu greifen.

Durch die nachträgliche Integration der Batterien schrumpfte der Lexus-Gepäckraum auf 320 Liter, selbst Kompakte stecken da mehr weg. Kein Wunder, dass sich hierzulande zuletzt pro Monat nur noch ein Dutzend Überzeugungstäter für den 4,85 Meter langen Teilzeit-Stromer Lexus GS 450h entschieden.

Lexus GS 450h jetzt mit geräumigem Kofferraum

Beim neuen Lexus GS 450 Hybrid dürften es mehr werden: Trotz nahezu unveränderter Außenabmessungen schluckt er urlaubstaugliche 465 Liter und damit rund 50 Prozent mehr als bisher. Doch Lexus erhöht nicht nur den Nutzwert, auch das bisher etwas freudlose Cockpit wird deutlich aufgewertet.

Für die Analoguhr im edlen Chronographen-Look gab es bei einer ersten Präsentation vor Lexus-Händlern sogar Standing Ovations. Das Digital-Display in grün schimmernder Küchenradio-Optik ist endlich passé. Dank mattem Holz, viel Leder mit Ziernähten am Instrumententräger oder einem Head-up-Display samt frei wählbaren Inhalten nähert sich die vierte GS-Generation auch qualitativ ihren deutschen Konkurrenten.

Darüber hinaus sind die vorderen Sessel des Lexus GS 450 Hybrid spürbar bequemer geworden. Elektrisch in Seitenwangen-Profilierung und Sitzflächen-Länge verstellbar und mit einem Lehnenoberteil, das sich separat in der Neigung justieren lässt, dürfte jeder die passende Position im Lexus GS 450h finden.

Mehr Kopffreiheit im Fond

Dank modifiziertem Dach, das nicht mehr ganz so coupéhaft flach ausläuft, steht Mitfahrern im Fond des Lexus GS 450h Hybrid zudem mehr Kopffreiheit zur Verfügung. Über die sonstigen Karosserie-Details hüllen sich die Lexus-Strategen jedoch noch in Schweigen, weswegen die ersten Testfahrten noch in getarnten Prototypen stattfanden.

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Bis zur offiziellen Vorstellung auf der IAA im September soll die Spannung aufrechterhalten werden. Dass sich der neue Lexus GS 450 Hybrid stark an der im April vorgestellten Studie LF-Gh orientiert, ist jedoch kein Geheimnis.

Umso auskunftsfreudiger geben sich dafür die Chassisentwickler: Mit einer um 14 Prozent steiferen Karosserie wurde die Basis geschaffen, dass das aufwendige Fahrwerk mit vielen Alu-Komponenten präzise arbeiten kann. Rund zwei Kilo weniger ungefederte Massen pro Rad sollen zudem den Komfort im Lexus GS 450 Hybrid erhöhen. Dazu passend gibt es adaptive Dämpfer, deren Härtegrad von einer Steuerelektronik je nach Fahrsituation aus neun verschiedenen Kennlinien ausgewählt wird.

Lexus GS 450 Hybrid mit aktiver Hinterachslenkung

Wie bei BMW und Audi lässt sich die Abstimmung von Fahrwerk, Lenkung und Motor auch via Handling-Schalter in der Mittelkonsole von Eco bis Sport+ beeinflussen. Mit der aktiven Hinterachslenkung hat der Lexus GS 450 Hybrid sogar noch einen zusätzlichen Pfeil im Köcher: Bis 80 km/h bewegen sich die Hinterräder mit maximal 1,5 Grad gegenläufig, darüber parallel zu den Vorderrädern. Letzteres soll die Stabilität in schnellen Kehren erhöhen.

Tatsächlich ließ sich der Lexus GS 450h leichtfüßig durch den eng gesteckten Slalom-Parcours auf dem Testgelände in Brüssel scheuchen. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fiel auch die neu entwickelte Lenkung auf, die deutlich gefühlvoller arbeitet als bisher. Der kleine Wendekreis lässt den Lexus GS 450h Hybrid darüber hinaus beim Parken kleiner wirken, als er tatsächlich ist. Daneben beherrscht der Lexus GS 450 Hybrid nach wie vor die entspannte Tour: Mit dem Handling-Schalter auf "Normal" lenkt er nicht ganz so spitz ein, gleitet gelassen über Gullydeckel und Querfugen und bleibt akustisch zurückhaltend.

Fragen zum Thema Antrieb beantworten die Lexus-Techniker ebenfalls mit Zurückhaltung. Und das, obwohl sich unter der Motorhaube des Lexus GS 450 Hybrid wenig ändert. So wird der bisherige Hybrid aus einem V6-Benziner und zwei E-Motoren, die über ein Planetengetriebe verbunden sind, im Wesentlichen übernommen. Dank Feinschliff soll der CO2-Ausstoß auf rund 160 Gramm/Kilometer sinken, was sich für eine Limousine mit fast 350 PS Systemleistung sehen lassen kann.

Reichweite unverändert bei zwei Kilometer

Die Reichweite im reinen E-Betrieb (bis maximal 50 km/h) liegt weiterhin bei rund zwei Kilometern, auch am CVT-Getriebe halten die Japaner fest. Mittels Lenkrad-Paddeln kann der Fahrer des Lexus GS 450h zukünftig jedoch einen von sechs simulierten festen Gängen auswählen.

Neben der Hybrid-Variante wird es wieder einen reinen Benziner geben, der beim Vorgänger wegen Erfolglosigkeit gestrichen wurde. Da der 2,5-Liter-V6 ohne Aufladung auskommen muss, wirkt er auf der Testrunde rund um Brüssel äußerst zäh. Falls ihm die Lexus-Techniker bis zur Markteinführung Ende des Jahres nicht noch etwas Leben einhauchen, dürfte ihm der Hybrid wohl wieder den Rang ablaufen.

Bis zum Serienstart des Lexus GS 450h soll auch eine komplette Armada an elektronischen Helfern serienreif sein. Vom Totwinkel- über den Spurhalte-Assistenten bis zum radarbasierten Abstandstempomat ist für Sicherheit ebenso gesorgt wie für Unterhaltung: Das umfangreiche Multimedia-System mit extragroßem Breitbild-Display sorgt gleichermaßen für Kurzweil wie ein aufwendiges Mark Levison-Soundsystem. Diesmal soll eben niemand eine Ausrede haben.

Dirk Gulde

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Datum

16. August 2011
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 17/2011.
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