Lexus IS-F: Schwarz-Brenner

Lexus lässt im Frühjahr 2008 sein wildestes Stück von der Leine. Der neue IS-F soll den deutschen Premium-Sportlern mit 423-V8-PS und reichlich Rennstreckenerfahrung ernsthaft Paroli bieten.

Zu ihrem Mount Fuji haben die Japaner eine besondere Beziehung. Nicht nur, dass sie sich gerne mühsam zu seiner heiligen Spitze schleppen, sondern an seinem Fuß liegt auch die Rennstrecke Fuji Speedway und das Higashi Fuji Technical Centre. An diesen beiden Orten impften die Toyota-Sport-Ingenieure den neuen kleinen Lexus-Dampfhammer IS-F mit Sport-Genen.


Deshalb trägt er jetzt den Zweitnamen F. F wie Fuji. Er könnte aber ebenso IS-LS, -SF oder -Nü lauten, denn neben dem amerikanischen Laguna Secca und dem belgischen Spa Francorchamps war die Nordschleife des Nürburgrings unvermeidlicher Entwicklungsort für den scharfen IS.

Für die möglichst schnelle Umrundung dieser Rennstrecken-Legenden pulverisierte die edle Toyota- Tochter die Fesseln der früheren japanischen 280-PS-Selbstbeschränkung und servierte gerade dem kleinsten Lexus die größte Potenz. 423 PS von einem Fünfliter-V8 mit variablen Einlasszeiten und Direkteinspritzung bei bis zu 6800 Touren.

Der Anspruch ist klar. Nach Kuschel- Komfort und Luxus-Öko-Anspruch via Hybrid-Technik will der japanische Premiumhersteller jetzt auch die Muskeln spielen lassen und mit den schnellen Wilden vom Schlage eines BMW M3 und Mercedes C 63 AMG herumtollen. Und damit noch nicht genug: Mit dem LF-A steht auch schon ein zweisitziger Sportwagen mit über 500 PS starkem V10-Triebwerk in den Startlöchern.

Der Stachel, dass Lexus-Automobile zwar als zuverlässig und gut, aber emotionslos gelten, schmerzt und muss herausoperiert werden. Schwester, den IS-F bitte. Zurückhaltend, ja leise rollt er heran. Nur wer genau hinhört, entdeckt im Klang ein dezentes V8-Brabbeln. Der V8 säuselt im Standgas wie Kirschblüten im Wind.

Zu diesem Zeitpunkt hätte ein Mercedes C 63 AMG schon die halbe Nachbarschaft vom Sofa gebellt. Auch das Auge muss geschärft sein für die feinen Details: die leicht buckligere Fronthaube, den etwas nach vorne gezogenen Bug (mehr Platz für einen größeren Ölkühler) und die fließend ausgestellten Radhäuser mit den grauen 19-Zoll-BBSRädern. Hinter deren Speichen lugt eine mächtige Brembo-Bremsanlage hervor, am Heck dampft es aus vier versetzt angeordneten Endrohren in den Herbsthimmel, und ein kleiner Spoiler wartet auf Fahrtwind.

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Hat der Lexus das Zeug, die deutschen Kompaktsportler zu schlagen?
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