Lexus LS 460 AWD: Allrad, eine Nummer kleiner

Lexus LS 460 AWD

Käufer von Luxus-Limousinen sind es gewohnt, dass keine Wünsche offen bleiben. Deshalb liefert Lexus den LS 460 nun wahlweise auch mit Allradantrieb. Mit dem Audi A8 ist er fast untrennbar verbunden, für die S-Klasse von Mercedes seit Jahren optional erhältlich. Auch BMW bietet den neuen 7er künftig mit Allradantrieb an.

Wer also hier zu Lande in der Luxusklasse gegen die Platzhirsche bestehen will, dürfte mit vier angetriebenen Rädern bessere Chancen haben. Lexus zeigt sich von dieser Entwicklung nicht überrascht, schließlich setzen die Japaner beim Hybrid-Topmodell LS 600h schon seit der Markteinführung in 2007 auf permanenten Allradantrieb. Nun adaptieren die Ingenieure dieses 4x4-System auch für den LS 460, dessen V8 mit einem Achtstufen-Automatikgetriebe kombiniert ist. In diesem Zusammenhang sinken Leistung und Drehmoment des Triebwerks geringfügig gegenüber der Version mit Heckantrieb (367 zu 381 PS und 469 zu 493 Nm). 

Spürbare Traktionsvorteile

In der Praxis ist davon nichts zu spüren, der dezent säuselnde 4,6-Liter schiebt den 2,2 Tonnen schweren LS ebenso souverän wie kultiviert an. Im Normalfall schickt das Verteilergetriebe mit selbstsperrendem Torsen-Mittendifferenzial sechzig Prozent der Antriebsleistung an die Hinterräder. Wenn es die Situation erfordert, variiert die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse von 50:50 bis 30:70. Traktionsvorteile sind damit nicht nur bei winterlichen Straßenverhältnissen spürbar, sondern auch beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren, speziell bei nasser Fahrbahn.  Sportliche Ambitionen weckt der LS 460 AWD jedoch kaum - trotz seines aufwendigen Fahrwerks mit Luftfederung und adaptiv geregelten Dämpfern.

4.000 Euro-Allradaufpreis

Lexus sieht den Allradantrieb in erster Linie als Sicherheitsextra, mit dem sich die umfangreiche LS-Ausstattung auf diesem Gebiet noch ergänzen lässt. Mit 4.000 Euro Aufpreis orientieren sich die Mehrkosten am 4matic-Zuschlag der Mercedes S-Klasse. Der Preis des LS 460 AWD summiert sich so auf 88.850 Euro, der Abstand zum 101.900 Euro teuren LS 600h fällt dennoch beträchtlich aus. 

Keine optischen Unterschiede zum Basismodell

Äußerlich ist der Allrad-LS 460 nur an dem kleinen AWD-Kürzel am Heck erkennbar. Im Interieur gibt es überhaupt keine Unterschiede. Zwei kleine Modifikationen zum neuen Modelljahr kommen hingegen allen LS-Varianten zugute. So zählt ein beheizbares Lenkrad nun zum Basisumfang. Und durch Einsatz eines Reifen-Reparatursets statt eines Ersatzrades sowie einer kompakteren hinteren Klimaanlage steigt das Kofferraumvolumen.  Je nach Ausstattungslinie fasst der Inhalt zwischen 60 und 95 Liter mehr als bisher - auch das ein Wunsch der Kunden.

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Peter Wolkenstein

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