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Lexus RX 450h im Fahrbericht

So fährt das neue Hybrid-SUV

Lexus RX 450h 2015 Fahrbericht Foto: Lexus 18 Bilder

Das große Lexus-SUV tritt Ende 2015 mit einer komplett neuen Modellgeneration an. Wir waren mit dem RX 450 Hybrid auf Testfahrt.

08.09.2015 Torsten Seibt Powered by

Surrrr... Mit fast schon anmaßender Lässigkeit setzt sich das große Luxus-SUV nahezu lautlos in Bewegung, und doch überrascht das heute kaum noch jemand. Bei meinem Erstkontakt mit Hybrid-RX Nummer eins im Jahr 2005 war das noch anders, als nach dem Dreh am Zündschlüssel exakt nichts unter der Haube passierte. Kaputt? Batterie leer? Anlasser gestohlen? Neuland, damals, obwohl natürlich längst der Prius durch die Großstädte wuselte.

Lexus RX mit polarisierendem Design

Einen Zündschlüssel hat der große Hybrid-Lexus längst nicht mehr, zur Herstellung der Fahrbereitschaft wird auf einen Startknopf gedrückt. Willkommen im Jahr 2015, bei der ersten Ausfahrt mit dem neuen Lexus RX 450h. Das ist immerhin bereits die dritte Generation des Hybrid-Flaggschiffs und von der Antriebstechnik her nicht mehr ganz so außerirdisch anmutend. Auch, nachdem in den letzten Jahren immer mehr SUV-Hersteller auf den Hybrid-Zug gesprungen sind.

Das Original von Lexus jedenfalls, seinerzeit erstes SUV mit der Kraft aus zwei Herzen, hat sich auf dem Weltmarkt längst als extrem erfolgreich für Lexus erwiesen. Während in Deutschland die Verkaufszahlen des Lexus RX eher an exotische Sportwagen erinnern, wurden weltweit inzwischen rund 2,2 Millionen des Luxus-SUV verkauft – ein Drittel der gesamten Lexus-Verkäufe. Und der Hybrid stellt wiederum mehr als die Hälfte davon. Wichtiges Auto also, das die Japaner im Frühjahr auf die New York Auto Show stellten.

Für Diskussionsstoff sorgt der neue Lexus RX 450h unmittelbar beim ersten Blick – des Grills wegen. Der „Diablo-Grill“ getaufte Kühlerschlund nimmt optisch fast die komplette Wagenfront ein. Was besonders bei den F-Sport-Modellen (Waben- statt Lamellengrill) nochmals dramatischer wirkt.

Obwohl die Dimensionen im Vergleich zum Vorgänger ähnlich wirken, hat sich hier doch einiges getan. 12 Zentimeter länger, fünf Zentimeter mehr Radstand, ein Zentimeter in der Breite kam dazu. Das und weitere Umbaumaßnahmen (tiefere Sitzposition, tieferer Boden im Passagierbereich) schaffen eine luftigere Atmosphäre im neuen Lexus RX 450h. Nur auf den Vordersitzen, zur Seite hin, da mauert die hohe und breite Mittelkonsole Fahrer und Copilot nach wie vor kräftig ein.

Innen ist alles neu

Bei der Innenraumgestaltung griffen sie bei Lexus in die Vollen – kein Stein blieb auf dem anderen. Der zuvor etwas kurios aus dem Armaturenträger ragende Schalthebel hat endlich eine anständige Heimat, das großflächige Kunststoff-Ambiente ist Geschichte. Edel vernähtes Leder, Echtholz im Yacht-Look, so kann man sich im Country-Club zwischen Range Rover und S-Klasse sehen lassen. Die Eigenständigkeit hat sehr gewonnen, wo manche Lexus-Baureihen bis heute wirken wie ein Standard-Toyota mit ungewöhnlicher Lederfarbe. Durch das verbesserte, auf Anhieb intuitiv bedienbare zentrale Steuerelement ist kein berührungssensitiver Bildschirm für das Multimediasystem nötig. Das spart nicht nur Fingertapser auf dem Monitor, sondern auch Platz in der Mittelkonsole, wo nun eine analoge Uhr untergebracht ist. Statt tief in einer dunklen Höhle sitzt das erheblich vergrößerte Farbdisplay mit 12,3 Zoll Diagonale nun in einer Mulde hinter dem Armaturenbord. Der Vorteil: beim Blickwechsel zwischen Straße und Display fokussiert man schneller als bei einem näher am Fahrer angebrachten Bildschirm.

Kompaktere Hinterachse

Das Fahrwerk des Lexus RX 450h – natürlich auch neu. Interesse verdient die Hinterachse, die sich außerordentlich klein macht. Die Verlegung der Dämpfer und flacher bauende Federn bringen mehr Platz im Laderaum, weil keine Dämpferdome mehr nötig sind. Und: sie haben ihm nun aktive Stabis mit auf den Weg gegeben, die F-Sport-Varianten haben sie serienmäßig. Wankbewegungen werden damit abgeschwächt, die Kurvenneigung reduziert.

Überraschung dagegen beim Antriebsstrang, denn da klingt vieles nach alten Bekannten. Der Hubraum des Verbrenner-V6, die Leistungsdaten der Elektromotoren – im Lexus RX 450 Hybrid arbeiten gleich zwei davon – wirken vom Vorgänger vertraut. Dabei hat Lexus den 3,5-Liter-V6 jedoch gründlich überarbeitet. Jetzt mit Direkt- statt Saugrohreinspritzung und der variablen VVTI-Ventilsteuerung steigt die Leistung von früher 249 auf 263 PS, das Drehmoment bleibt unverändert. 123 kW/335 Nm steuert der vordere, im Verbund mit Getrieben und Generator verbaute E-Motor bei. Der hintere Elektro-Antrieb, mit dem der Lexus RX 450h seinen Allradantrieb realisiert, ist mit 50 kW und 139 Nm mit von der Partie, auch er verfügt über einen Generator zur Energie-Rückgewinnung. In der Systemleistung, wenn alle zusammen ihre bestmögliche Arbeit im Einklang verrichten, kommt der Laxus RX 450h nun auf maximal 313 PS.

Der Lexus RX 450h beschleunigt souverän

Das spürt man schon, wenn am Ende der Stadtgrenze der rechte Fuß schwer wird. Der Vortrieb verdient das Prädikat „souverän“, obwohl es wegen des stufenlosen Automatikgetriebes keinen Nackenschlag setzt und logischerweise der Kick durch Schaltstufen fehlt. Das Planetengetriebe und der relativ großvolumige V6 gehen eine sympathischere Allianz ein als bei anderen Toyota-Hybriden mit ihren kleinen Vierzylindern. Sprich: beim Befehl „volle Fahrt voraus“ wird zwar auf hoher Konstantdrehzahl losgeröhrt, aber ohne diesen merkwürdigen Hintergedanken an ein Auto mit durchrutschender Kupplung. Drehzahl niedriger, sehr viel bessere Geräuschdämmung – mit dieser stufenlosen Automatik kann man durchaus warm werden.

Zumal die emsige Steuerung so gut funktioniert, dass der V6 auch bei merklichem Bedarf an Tempozuwachs nicht sofort mit Volllast zu Hilfe gerufen wird, sondern dem E-Motor ein großer Teil der Last aufgebürdet wird.

Eher sinnfreies Gimmick als nützlich sind die simulierbaren Schaltstufen, die man mit manueller Bedienung aufrufen kann, beim Lexus RX 450h F-Sport sogar mit Schaltpaddeln am Lenkrad garniert. Das bleibt nicht nur reichlich effektarm, es bringt auch kaum Unterschiede im Geräuschniveau oder bei der Motordrehzahl.

Für Genießer statt für Hektiker

Um beim Autoquartett zu gewinnen, reicht es allerdings wieder nicht: Nullhundert in 7,7 und die Höchstgeschwindigkeit bei 200 km/h abgeregelt – da fällt es schon schwer, einen BMW X3 mit Zweiliter-Diesel zu distanzieren. Der Lexus RX 450h bleibt ganz klar ein Auto für reisende Genießer, nicht für eilige Dienstwagenbesitzer mit Linksspur-Abo. Und, so bizarr das angesichts eines 4,9 Meter langen Luxus-SUV klingen mag: der RX 450h fühlt sich in der Innenstadt so richtig wohl. Immer wieder verblüffend, wenn dank des verstärkten E-Motor-Einsatzes und des oft weggepegelten Benziners schon an der ersten Ampel der Durchschnittsverbrauch auf Talfahrt geht, wo er bei normalen SUV deutlich ansteigt.

Tatsächlich gelang auf der ersten Testfahrt in Oregon, nicht unbedingt für Hochgeschwindigkeits-Strecken berühmt, der beste Verbrauchswert auf einer längeren Innenstadtfahrt, beachtliche 6,5 Liter vermeldete der Bordcomputer. Außerorts und auf dem Highway waren es mit 9-10 Liter dann doch deutlich mehr als der (vorläufige) Durchschnittswert von 5,2 Liter aus dem Datenblatt des Lexus RX 450h.

So schmeichelig und trotzdem verbindlich in der Kurve das neue RX-Fahrwerk anspricht, mit der Lenkung werden gusseiserne Sportfahrer vermutlich nicht warm. Sie wirkt in jeder Einstellung eine Spur zu synthetisch, obwohl die Präzision keine Fragen offen lässt. Und ein „altes Leiden“ scheint weiterhin zu bestehen, obwohl Lexus von einer Verbesserung beim neuen RX 450h spricht: der hintere E-Motor ist bei abruptem Leistungsbedarf ein bisschen spät dran mit dem „Hier!“ rufen. Auf rutschigem Untergrund, aber auch bei vehementem Einsatz in der Kurve, agiert der Lexus RX 450h deshalb einen kurzen Augenblick fronttrieblerisch-scharrend, bevor die Hinterachse zu Hilfe kommt.

Fazit:

Kein Diesel, keine Heldentaten auf der Autobahn – auf deutsche Oberklasse-SUV fixierte Fahrer werden wohl weiterhin Distanz zum Lexus RX 450h halten. Vielleicht ein Fehler, denn diesseits wüster Tempo-Bolzerei ist das große SUV ein sehr entspannter, ausgesprochen leiser und luxuriöser Alltags-Begleiter. Der größte Fortschritt steckt im Innenraum, wo endlich ein der Klasse angemessenes Lounge-Gefühl aufkommt.

Fazit

Kein Diesel, keine Heldentaten auf der Autobahn – auf deutsche Oberklasse-SUV fixierte Fahrer werden wohl weiterhin Distanz zum Lexus RX halten. Vielleicht ein Fehler, denn diesseits wüster Tempo-Bolzerei ist das große Hybrid-SUV ein sehr entspannter, ausgesprochen leiser und luxuriöser Alltags-Begleiter. Der größte Fortschritt steckt im Innenraum, wo endlich ein der Klasse angemessenes Lounge-Gefühl aufkommt.

Technische Daten
Lexus RX 450h
Grundpreis58.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4890 x 1895 x 1685 mm
KofferraumvolumenVDA539 bis 1612 L
Hubraum / Motor3456 cm³ / 6-Zylinder
Leistung230 kW / 313 PS (317 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,7 s
Verbrauch5,2 L/100 km
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