Maserati Quattroporte Sport : Der GTS im Fahrbericht

Maserati Quattroporte Sport GTS

Trockene Federung, schmutzig-lässiger Sound und etwas mehr Leistung - das verheißt die sportlichste Quattroporte-Version Sport GTS.

Es gibt günstigere Möglichkeiten aufzufallen, aber kaum eine, die so rotzfrech klingt. 133.310 Euro möchte Maserati für das neue schärfste Baby des Quattroporte-Stalls in Form des Sport GTS. Bei diesem Preis darf der Tridente-Star schon mal rot anlaufen - rosso mondiale übrigens.

Klassisches, ehrliches Tuning

Aber zurück zum Ton. Das gurgelnde Röhren, das aus den neuen, ovalen Endrohren flutet, ist dunkel-gehaltvoll und für Auto-Freaks so berauschend wie ein Amarone. Besonders, wenn ein gedrückter Sport-Knopf die kleinen Auspuffpforten öffnet, mit denen sich der V8-Ton ein akustisches Hintertürchen vorbei an einem langrohrigen Dämpfungssystem sucht. So viel zur Show, die Substanz steuert ein verbesserter Katalysator mit reduziertem Abgasgegendruck bei. Ergibt zehn PS mehr Leistung für den 4,7-Liter-Sauger-V8. Das mag Turbo-Junkies mit Hang zum Ladedruckhahn wenig vorkommen, doch es ist einfach klassisches, ehrliches Leistungs-Tuning.

5,1 Sekunden von nul auf 100 km/h

Genug Dampf für die Straße hat ja schon der schwächere Bruder Maserati Quattroporte S mit 430 PS. Mit 5,1 Sekunden soll der Sport nochmal 0,3 Sekunden schneller auf 100 km/h sein. Allein die Mehrleistung bringt nur ein knappes Zehntel, die sportlichere Schaltkennlinie des Automatikgetriebes sorgt für den restlichen Vorsprung.

Konkurrenz kommt im Spätjahr

MC Start Strategy nennt sich die Hauptneuerung. Dafür muss der Pilot beim Start das Brems- und Gaspedal (ESP aus, Sport-Modus ein) gleichzeitig gedrückt halten. Bei rund 2.400/min lässt er dann die Bremsen schnalzen, und schon schiebt der Maserati Quattroporte Sport GTS zackig nach vorne. Unterwegs verschwinden die Mehr-PS sowie das leicht bessere Ansprechen des Sport jedoch in den Gefühlstoleranzen des Fahrers.

Noch besitzt die agilste Oberklasse-Limousine mit ihrer besonders sportlichen Attitüde ein Alleinstellungsmerkmal in ihrem Segment. Wenn im Spätjahr der ebenfalls viertürige Porsche Panamera mit besseren Leistungswerten, weniger Gewicht und modernster Fahrwerkstechnik zum günstigeren Preis kommt, wird die Luft für den Quattroporte zumindest rein pragmatisch dünner.

Kleine Erkennungsmerkmale

Dann bleibt nicht nur dem recht straff gefederten Sport (im GTS ohne verstellbare Dämpfer und mit 20 Prozent härteren Federn) immer noch die italienische Leichtigkeit seines Pininfarina-Designs. Für die Kenner: Den Neuen erkennt man an den schwarzen Fensterrändern und Leuchteinheiten, den 20-Zoll-Felgen sowie dem konkav geformten Grill.

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Alexander Bloch

Autor:

auto motor und sport, Heft 06 / 2009

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