Maserati Quattroporte Sport GT S

In der neuen, handlingoptimierten Variante Sport GT S ist der Maserati Quattroporte so leichtfüßig wie keine zweite Luxuslimousine. Fahrbericht.

In einem Maserati unterwegs im Ferrari-Revier hinter Maranello. Auf dem fahrdynamischen Lehrpfad. Hier, wo jeder neue Ferrari Entwicklungs-Fortschritte beweisen muss, soll sich der 125.310 Euro teure Quattroporte Sport GT S seinem Versprechen stellen.

Der Maserati ist ständig in Unruhe

Bisherige Kunden des großen Viertürers verlangten danach: Sie hatten beim ehrgeizigen Feierabend-Turn zu starken Seegang bemerkt. Unpassend für die Dreizack-Marke. Deshalb wurden die aktiven Skyhook-Federbeine gegen passive mit Dämpfern von Bilstein und Federn von Eibach getauscht – beide straff getrimmt, um der Karosserie jegliche Flatterhaftigkeit auszutreiben. Damit allerdings auch den Autobahn-Komfort – die Karosserie ist in ständiger Unruhe.

Größere Brembo-Scheiben vorn (360 statt 330 Millimeter) aus Gusseisen und Aluminium bremsen den 1,9-Tonner effektiv ein, Sportsitze sollen eine Stütze beim dynamischen Treiben sein. Doch die breiten Wangen scheinen nur Fahrern mit Schrankwand-Rücken beistehen zu wollen.

Zu sportlich ist er nicht

Trotz Kohlefaser im Innenraum: Zu sportlich soll es nicht werden. Den GT S gibt es nur mit dem ZF-Automatikgetriebe. Immerhin lassen sich die Schaltzeiten durch einen Knopf um 35 Prozent beschleunigen und die Gänge mit zwei Paddeln am Lenkrad vorwählen. Beim Anbremsen schaltet das Getriebe dann tatsächlich vor der Kurve herunter – da bleibt beim Herausbeschleunigen keine Ambition im Wandler stecken.

Zusätzlich beeinflusst der Sport-Knopf ESP; die ohnehin kulante Fahrdynamikregelung hält sich somit weiter zurück. Anlass zum Eingreifen gibt es kaum; der GT S verliert die Bodenhaftung äußerst selten. Erfolgreich verhindern die breiteren Pirellis (hinten 295/30 R 20) ein Abschweifen vom roten Ideallinien- Faden. Die Handlichkeit ist phänomenal – obwohl der GT S gewichtig aussieht, bewegt er sich leichtfüßig.

Der GT S nimmt sein Versprechen ernst

Zu einer Begegnung mit einem Ferrari kam es in dessen Revier übrigens nicht. Trotzdem hat der Quattroporte bei der ersten verschärften Runde in den Hügeln Talent bewiesen – ein Testwagen aus Maranello wäre früher oder später zwar auf ihn aufgelaufen, sein Fahrer hätte den Maserati aber sicher nicht ein herumtrödelndes Verkehrshindernis gescholten.

S wie Sport? Der Quattroporte GT S nimmt sein Versprechen ernst.

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Marcus Peters

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