Maserati Spyder

Der Maserati-Spyder entstand komplett unter Ferrari-Regie. Ein neuer V8, das Cambiocorsa-Getriebe und ein hoher Qualitätsanspruch künden davon. Und natürlich eine neue Lust am Fahren.

Von Stil und Grazie des Maserati Spyder kann sich jeder auf den ersten Blick überzeugen. Giugiaros Italdesign hat bei der Entwicklung des zweisitzigen Spyder mit dem vollautomatischen Stoffverdeck ein weitgehend neues Auto entworfen: Der Radstand des Spyder ist um 22 Zentimeter kürzer als beim Coupé, die gesamte Form kompakter, gedrungener, muskulöser. Der Spyder steht noch stämmiger auf den mächtigen 18-Zoll-Rädern als das Coupé.

4,2 Liter Hubraum, 390 PS, 451 Nm und Rennschaltung

Unter der Haube arbeitet ein völlig neuer, 4,2 Liter großer V8-Saugmotor, der satte 390 PS mobilisiert und bei Ferrari entwickelt wurde. Das reicht für 283 km/h Spitze und einen Standardsprint binnen fünf Sekunden. Das Triebwerk ist deutlich auf harmonischen Durchzug ausgelegt: 451 Newtonmeter bei 4500 Umdrehungen markieren nur den Gipfel einer sehr gleichmäßigen Drehmomentkurve. Überzeugender noch als die schlichten Werte wirkt die Art und Weise, wie der Achtzylinder ans Werk geht. Er hängt spontan und direkt am Gas, zieht elastisch aus niedrigen Drehzahlen los, stürmt mit wachsender Drehzahl energisch voran. Dazu liefert er die satte Klangfarbe eines V8, begleitet von den metallisch-hellen Tönen italienischer Drehfreude.

Der Maserati Spyder ist unter anderem mit einer überarbeiteten Variante des F1-Getriebes aus dem Ferrari 360 Modena zu bekommen. Cambiocorsa, Rennschaltung also, haben die Italiener die Bedienung des an der Hinterachse montierten Sechsgang-Schaltgetriebes vom Lenkrad aus genannt. Und das sagt klar, was der Wechsel der Gangstufen per Hydraulikelemente am besten kann: in Millisekunden hochschalten, mit sauber moduliertem Zwischengas zurückschalten. Am eindringlichsten passiert das in der Sportstellung, bei hohen Drehzahlen, mit voll geöffneter Drosselklappe. Und in der Normalstellung arbeitet die Schaltbox jetzt weicher und harmonischer als zuvor.

Die Spyder-Preisliste beginnt bei 166.145 Mark

Viel Mühe haben die Maserati-Ingenieure auch ins Fahrwerk gesteckt. Die Doppelquerlenker-Aufhängung vorn und hinten wurde überarbeitet. Neu ist auch ein elektronisch gesteuertes, adaptives Dämpfungssystem namens Skyhook von Sachs, das deutlich besser funktioniert als frühere Lösungen - mit komfortablem Abrollen im Grundprogramm.

Ein Druck auf die "Sport“-Taste in der Mitttelkonsole verändert die neue Qualität des Fahrens in ihrem Charakter: Das Fahrwerk wird deutlich straffer und präziser, die Schaltung schneller, die Antriebsschlupfregelung lässt sogar kleine Drifts zu. Nur die Lenkung dürfte dann noch etwas steifer sein. Stets aber ist der Maserati ein sehr agiles, sauber ausbalanciertes und richtig kurvengieriges Auto.

Gerademal 550 Spyder-Exemplare will Maserati nächstes Jahr nach Deutschland liefern. Sie dürften schnell verteilt sein, zumal die Preise von 166.245 Mark für die Version mit manuellem Getriebe und 176.024 Mark für den Cambiocorsa angesichts der üppigen Ausstattung deutlich unter denen der Konkurrenz liegen.

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