Dem großen Automobil nähert man sich mit betretener Scheu. Satt und schwer und perfektioniert bis in das letzte Detail steht es auf seinen riesigen Reifen, respekterheischend vom ersten Anblick an – weshalb eigentlich? Ganz einfach: Es ist das Wissen, dem interessantesten und fortschrittlichsten Automobil gegenüberzustehen, das es bis heute gab.
Kommt Ihnen bekannt vor? Dann gehören Sie zu den Langzeit-Lesern mit besonders gutem Gedächtnis. So begann 1963 der damalige auto motor und sport-Chefredakteur Heinz-Ulrich Wieselmann seinen Fahrbericht über den neuen großen Mercedes, den Sechshunderter.
Seine Sätze sind auch in Bezug auf den neuen Maybach aktuell geblieben – bis auf die betretene Scheu vielleicht. Denn die Autolandschaft ist generell stattlicher geworden. Aus der Masse ragt der Maybach längst nicht so auffallend heraus wie sein Urahn vor fast 40 Jahren, vor dessen Bug sich VW Käfer und schmächtige Opel Kadett tummelten.
Trotz der gewaltigen Abmessungen vor allem der langen Version 62 kommt hier nicht Graf Protz persönlich daher. Die zweifarbige Lackierung, die den mächtigen Wagenkörper optisch auflockert, trägt dazu ebenso bei wie die Beschränkung der Höhe. Gut 1,57 Meter sind es, rund 13 Zentimeter mehr als bei einer S-Klasse.
Die Proportionen sind klassisch, lange Motorhaube, kurzes Heck. Und weil der Maybach 62 nicht einfach nur ein verlängerter 57 ist, sondern auch eine differente Dachlinie präsentiert, wird der eher peinliche Eindruck amerikanischer Stretch-Limos gekonnt vermieden.
Dass der Gegenwert eines stattlichen Eigenheims in diesem Auto steckt, wird mehr noch bei der Betrachtung des Innenraums deutlich. Der zeigt handwerklich beste Verarbeitung edelster Materialien in Vollendung. Leder und Holz, auf Wunsch kombiniert mit in tiefem Schwarz glänzendem Klavierlack, bieten sich dem Kunden in einer Vielfalt von Varianten an. Den individuellen Wünschen sind keine Grenzen gesetzt. Der Computer im Sindelfinger Center of Excellence, wo Maybach-Kunden sich ihr persönliches Exemplar zusammenstellen können, errechnet über zwei Millionen Varianten der Ausstattung.




