Mazda 2 EV im Fahrbericht: Elektroauto kommt spät, aber dafür stark

Mazda 2 EV

Mit dem Mazda 2 EV hat der japanische Autobauer jetzt erstmals ein Elektroauto im Programm. Der Clou: Die Batterie ist so eingebaut, dass das Kofferraumvolumen komplett erhalten bleibt. Fahrbericht.

Während die japanischen Autoriesen Toyota und Nissan bereits Elektroautos und Plug-in-Hybride am Start haben, klafft bei Mazda eine große Lücke. In Sachen Elektrifizierung hat die Marke bislang nur Start-Stopp und Bremsrekuperation im Programm. Das geht bei den E-Auto-verrückten Japanern natürlich gar nicht. Deshalb legt Mazda 2012 eine Elektro-Variante des 2 - den Mazda 2 EV - auf, die zunächst nur in Japan erhältlich sein wird.

Der Prototyp, den wir auf dem Werksgelände in Hiroshima bereits ausprobieren konnte, macht schon einen serienreifen Eindruck. Wenn die Mazda-Ingenieure es nicht mit großen Lettern auf die Tür des Autos geschrieben hätten, würde niemand den Unterschied zum herkömmlichen Mazda 2 merken. Das Lenkrad befindet sich in Japan rechts, und der Mazda 2 heißt dort Demio, aber sonst ist alles wie gehabt.

200 Kilometer Reichweite mit dem Mazda 2 EV

Pfiffig: Da die Lithium-Ionen-Batterie platzsparend unter der Rückbank untergebracht werden konnte, bleibt das volle Kofferraumvolumen von 250 Litern erhalten. Über die Kapazität der Batterie schweigen sich die wenig gesprächigen Ingenieure aus, versprechen aber eine Reichweite von 200 Kilometern. Wie weit der Strom noch reicht, wird dort angezeigt, wo sonst die Tageskilometer gezählt werden. Die bekannte Instrumententafel wurde zudem durch eine Anzeige ergänzt, in der sich ablesen lässt, ob aktuell Energie verbraucht oder via Bremsrekuperation zurückgewonnen wird.

Wie hoch ist die Systemleistungdes Mazda 2 EV? Erneut Schweigen. Doch obwohl die Entwickler ihr Wissen beharrlich für sich behalten, wird schon nach den ersten Metern klar, dass der Kleine mehr als ordentlich motorisiert ist. Dabei bringt er 100 Kilogramm mehr auf die Waage als ein Mazda 2 mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Die E-Auto-typische, gleichmäßig starke Kraftentfaltung endet allerdings bei 140 km/h schlagartig. "Aus Sicherheitsgründen abgeriegelt", beantwortet der japanische Beifahrer den fragenden Blick.

Mazda 2 EV mit sehr gut dosierter Beschleunigung

Auffällig: Während bei vielen anderen E-Autos die Beschleunigung brachial eintritt, nimmt der Mazda 2 EV sehr gut dosiert Fahrt auf. Auch beim Lupfen des Gasfußes setzt die Bremswirkung nicht abrupt, sondern angenehm weich ein. Das Geräuschniveau ist passend dazu niedrig, der E-Motor macht sich nur durch ein mit der Geschwindigkeit zunehmendes Surren bemerkbar.

Über den Antriebsstrang hinaus hat Mazda am 2 nichts verändert, nur die Dämpfer wurden dem höheren Gewicht angepasst. Ist die Batterie des Mazda 2 EV leer, muss man allerdings erst einmal sieben bis acht Stunden Pause machen. Schnellladesysteme mit Starkstromanschluss seien zu unsicher, meinen die Mazda-Ingenieure, und mit der herkömmlichen Steckdose dauert es halt länger.

Wartezeit müssen auch deutsche Interessenten einkalkulieren, bis sie einen Mazda 2 EV kaufen können. Selbst in Japan wird der Wagen zunächst nicht für jedermann im Handel angeboten, sondern nur Flottenkunden als Leasingauto zugänglich gemacht.

Fazit nach der ersten Fahrt: Mazda ist in Sachen E-Auto zwar ein Spätzünder, hat dafür aber mit dem Mazda 2 EV ein durchaus vielversprechendes Auto in der Pipeline.

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Jens Katemann

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