Stadtverkehr-Maut, Porno- und Spesenaffären in der Politik, Fish and Chips: Briten sind nicht zu beneiden. Vermutlich gönnt sich der Insulaner deshalb gerne einen so genannten Hot Hatch, die im Vereinigten Königreich gefragter sind als in vielen anderen Ländern. Aber auch bei uns will Mazda dieses Segment der sportlichen Kompakten nicht kampflos den Audi S3 und Ford Focus RS überlassen und rollt seinen 3er wieder als Mazda 3 MPS in die Startaufstellung.
Neue Generation des Mazda 3 MPS
Die optische Zurückhaltung des Vorgängers - mal abgesehen vom Endschalldämpfer der Größe Abflussrohr - blieb dabei auf der Strecke. Immerhin überlebte der 2,3-Liter-Turbobenziner den Generationenwechsel, denn der Direkteinspritzer sorgte schon im alten Mazda 3 MPS (das alte Mazda 3 MPS-Modell im Vergleichstest) für eine Längsdynamik, die so manche gestandene Sportwagen zu Sparringspartnern degradierte - allerdings nur bei trockener und gerader Fahrbahn. Das gilt für das neue Modell des Mazda 3 MPS nicht minder, denn die nun Euro 5-kompatiblen 260 PS und 380 Newtonmeter teilen dem Fahrer über die Lenkung deutlich mit, dass sie ausschließlich über die Vorderräder herfallen.
Der Mazda 3 MPS könnte noch schneller sein
Dabei benimmt sich der Mazda 3 MPS dank steiferer Antriebswellen sowie einer Elektronik, die je nach Lenkwinkel und Gaspedalstellung Drehmomentspitzen wegregelt, weniger rüpelhaft. Von Antriebseinflüssen unbehelligt abbiegen - das funktioniert beispielsweise mit Ford Focus RS besser. Auch dessen Traktionsvermögen erreicht der Japaner trotz seiner mechanischen Differenzialsperre (Sperrwirkung 25 Prozent) nicht. Um die Werksangabe beim Null-auf-100-km/h-Sprint von 6,1 Sekunden zu erreichen, sollte die Feinmotorik des Fahrers also nicht morgens im Bett liegen geblieben sein. Das gilt ebenso für das eng gestufte Sechsganggetriebe, das sich bei der ersten Probefahrt nicht ganz so geschmeidig wie von Mazda versprochen schalten ließ. Für die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h muss dagegen nur eine freie Autobahn aufgesucht und das Gaspedal in den Filzteppich massiert werden, den Rest besorgt der bärige Turbomotor innerhalb kurzer Zeit. Ein paar km/h mehr wären sicher drin gewesen, doch aufgrund der Mazda 3 MPS-spezifischen Anbauteile erhöht sich der cW-Wert von 0,30 auf 0,32.
Sportlicher Sound blieb dem Mazda 3 MPS verwehrt
Daran ist die auffällige Hutze auf der Motorhaube des Mazda 3 MPS schuld, die dem Ladeluftkühler eine effizientere Arbeitsweise ermöglichen soll. Am Heck bemüht sich ein Flügel um Abtrieb, der manchen Bar-Besitzer angesichts seiner Theke vor Neid erblassen lässt. Wenigstens schrumpfte das Auspuffrohr beim neuen Mazda 3 MPS, bekam jedoch einen Bruder. Einen wirklich sportlichen Sound verwehrten die Ingenieure dem dezent brummig tönenden Duo dagegen - britische Schlachtenbummler treten ungleich lauter auf. Aber um die ist das Inselvolk ja auch nicht zu beneiden.


Wie gefällt Ihnen der neue Mazda 3 MPS?




