Mazda 323F 2.0 DITD: Ganz der Alte

Im überarbeiteten Mazda 323F 2.0 DITD arbeitet ein Vierzylinder-Diesel mit 100 PS.

Märchen gehören zum Kindsein. Das Staunen über gute Feen und garstige Stiefmütter ist als Knirps ganz normal. Autos gehören zum Mannsein. Manchmal kann man aber auch als Erwachsener über ein Auto so staunen wie ein Kind über die geheimnisvolle Welt der Einhörner, Hexen oder Zauberer.

Dem 323F hört man den Diesel an

Zum Beispiel über den frisch überarbeiteten Mazda 323F. In dem werkelt ein Dieselmotor, der scheinbar aus der Anfangszeit der Direkteinspritzer stammt. 100 PS leistet dieser Vierzylinder - zehn mehr als sein ruppiger Vorgänger. Der Neue nagelt aber genauso laut vor sich hin wie der erste Einzylinder-Selbstzünder von Rudolf Diesel. Unverständlich, wo die modernen Common-Rail-Diesel fast so leise summen wie eine elektrische Nähmaschine.

Verbrauch: nur 5,9 Liter/100 km

Am rauen Lauf ändert sich aber auch nichts, wenn der Motor warm ist. Besonders beim Ampelstopp nerven Vibrationen im Lenkrad und am Schaltknüppel. Und noch ein Relikt aus alten Zeiten stört bei dem Zweiliter: das riesige Turboloch. Unter 2000 Touren rührt sich kaum was, erst darüber legt der Diesel-323 los wie ein Ochse. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven zerrt der Motor dann vehement an der sonst direkten Lenkung. Dafür verbraucht er wenig: Nur 5,9 Liter sollen es sein.

Billiger trotz Mehr-PS

Trotz Mehrleistung wurde der 2.0 DITD sogar 400 Mark billiger als der Vorgänger. Ausstattungsbereinigt verspricht Mazda sogar einen Preisvorteil von 2.250 Mark.

Sonst ist nicht viel passiert. Die gesamte Modellreihe trägt jetzt einen Kühlergrill im Stil des größeren 626, Fahrwerk und Bremsen wurden neu abgestimmt. Bei den Benzinern lösen neue Vierzylinder mit 1,6 (98 PS) und zwei Liter Hubraum (131 PS) die 1,5- und 1,9-Liter-Versionen ab.

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