Mazda 6 Kombi und Renault Laguna im Fahrbericht

Duell der starken Diesel-Kombis

Mazda 6 Kombi und Renault Laguna

Nutzwert muss nicht zwangsläufig Langeweile bedeuten. Auch die Kombi-Fraktion bietet auf Wunsch Fahrspaß: etwa Mazda 6 Kombi und Renault Laguna Grandtour - beide mit starkem Diesel.

Nicht immer präsentiert sich Leistung augenscheinlich in Form sportlicher Schnittigkeit; sie kann auch als Power-Diesel in den Tarnanzug schlüpfen.

Mazda 6 und Laguna Grandtour sind zwei hochwertige Kombis

Unter familien- und transportgerechten Formen nach Art des Mazda 6 Kombi 2.2 MZR-CD und des Renault Laguna Grandtour dCi 180 FAP vermuten wohl nur die wenigsten Betrachter bis zu 180 PS und 400 Nm. Der Gedanke des Praktischen alleine rechtfertigt die Investition von über 30.000 Euro nicht, eher schon der Wunsch, der Großraum-Notwendigkeit noch eine besondere Note zu geben - luxuriöse Ausstattung für die Eleganz des Reisens mit üppigem Gepäck. Beide Testwagen treten in unserem Fahrbericht in gehobenen Varianten gegeneinander an, der Mazda als Sportsline (32.890 Euro), der Renault als GT (32.900 Euro). Beide verfügen über Klimaautomatik, Tempomat, Sitzheizung, Regensensor, Einparkhilfe, 18-Zoll-Alufelgen und Bixenon-Scheinwerfer. Die Premium-Preise zeigen, dass diese hochwertigen Kombis ihre Zielgruppe nicht mehr ausschließlich unter den Familien suchen, sondern auch Selbstständige wie Handelsreisende ansprechen - eben alle, die sich eine nette automobile Umgebung etwas kosten lassen können.

Mazda 6 kommt mit verbesserter Federung

Dass sie bei all dem Luxus ihre Grundtugenden nicht vernachlässigen, zeigt sich schnell: Nach einem Zug am Hebel im Kofferraum faltet sich sowohl beim Mazda 6 Kombi als auch beim Renault Laguna Grandtour die Rücksitzbank zusammen, so dass eine nahezu ebene Ladefläche entsteht. Unterschiede zeigen sich dennoch: Seine angeschrägte Heckklappe verleiht dem Renault Laguna Kombi einen ganz eigenen Schick, verschenkt aber Kofferraumvolumen. Beim Mazda dagegen lässt sich das Rollo vor der Heckscheibe nur schwierig demontieren. Dass das Trennnetz in einer eigenen Kassette verschwindet und ein Metallstreifen die Ladekante vor Kratzern schützt, fällt dagegen positiv auf. Noch deutlicher machen sich allerdings die technischen Änderungen seit dem Facelift des Mazda 6 bemerkbar.

Nach anhaltender Kritik am zu hart abgestimmten Fahrwerk haben die Ingenieure nun eine ausgeglichene Federung gefunden. Damit profiliert sich der Mazda 6 Kombi nun im Komfort-Kapitel, zumal auch die Geräuschdämmung verbessert wurde. In Verbindung mit der präzisen Lenkung sowie dem bei Lastwechsel willig mitlenkendem Heck wirkt der Mazda trotz weicherer Federung keineswegs gemächlich, sondern vermittelt immer noch fahrdynamischen Eifer.

Beim Beschleunigen zieht der Mazda dem Renault leicht davon

Diesen zeigt auch der äußerst kräftige und drehfreudige Diesel mit 2,2 Liter Hubraum. Beim Beschleunigen zieht der Mazda 6 Kombi dem Renault Laguna Grandtour leicht davon, ohne deshalb über Gebühr Sprit zu verbrauchen. Der Laguna revanchiert sich in der Kurve - mit seinem äußerst agilen Fahrwerk. Die hier antretende GT-Version lenkt nicht nur an der Vorder-, sondern auch an der Hinterachse, wobei die nachgezogenen Räder bis 60 km/h maximal 3,5 Grad gegen, bei höherem Tempo dann in Fahrtrichtung zeigen. Was auf der Autobahn in einen etwas nervösen Geradeauslauf mündet, sorgt auf der Landstraße für fabelhafte Handlichkeit. Dabei verkneift sich der Renault Laguna Kombi jegliche Tücken oder Zickereien. Um die Agilität gänzlich genießen zu können, wünscht man sich lediglich mehr Gefühl in der Lenkung, eine exaktere Schaltung sowie eine bessere Federung.

Grandtour-Käufer erwartet unfranzösische Straffheit

Statt des typisch wiegenden Wesens erwartet den Grandtour-Käufer gänzlich unfranzösische Straffheit, was sich vor allem auf der Langstrecke negativ bemerkbar macht und dem Armaturenbrett auf schlechten Straßen sogar Knistern entlockt. Selbst die niedrigen Innengeräusche sowie der samtig laufende Vierzylinder-Diesel können das in der Punktewertung nicht wieder wettmachen. Anders als der Mazda 6 Kombi scheint sich der Renault Labuna Grandtour seinen strammen Durchzug sowie das quirlige Drehvermögen mit einem hohen Verbrauch (im Schnitt 8,1 statt 7,8 Liter auf 100 Kilometer) zu erkaufen. Auf 100.000 Kilometer gesehen liegen die Kraftstoffkosten der beiden Kontrahenten dennoch eng beieinander, bei den monatlich nötigen Aufwendungen ist der Mazda allerdings günstiger - wieder ein leichtes Plus für den Japaner.

Am Ende reicht es bei unserem Fahrbricht für den Mazda 6 Kombi zum "Sieg"; er setzt seine verbesserte Federung effektiv ein, entscheidet die Kapitel Komfort, Handhabung und Fahrverhalten ebenso für sich wie die Umwelt-Wertung. Zudem ist er günstiger im Unterhalt. Damit ist der geräumige Mazda 6 Kombi ein gutes Beispiel dafür, wie sehr sich eine tiefgreifende Modellpflege auszahlen kann.

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Marcus Peters

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