Die kreisenden Kolben des Felix Wankel haben schon große Konzerne in die Verzweiflung getrieben. Daimler-Benz wie General Motors steckten viele Millionen in die Entwicklung des Wankelmotors - nur um zu erkennen, dass Verbrauchs- und Abgasprobleme nicht befriedigend gelöst werden konnten. Allein ein kleiner Haufen aufrechter Kreisel-Forscher in Japan verfolgte die Idee hartnäckig weiter. Mazda baut bis heute ein Wankel-Automobil, das in seiner jüngsten Ausführung den Namen Mazda RX-8 trägt und unlängst durch stilistische Überarbeitung eine Frischzellenkur erfuhr.
Das exotische Triebwerk, dessen ursprüngliche Faszination darauf beruhte, dass es mangels auf und ab rasender Kolben einen vibrationsfreien Lauf bis in höchste Drehzahlen aufweist, ist vom klassischen Hubkolben-Veteranen längst zu einem Statisten der Automobilgeschichte degradiert worden. Sechszylindern hat man die freien Massenkräfte so weit abgewöhnt, dass in Sachen Laufkultur kein Vorsprung des Wankels mehr zu verzeichnen ist.
Mazda RX-8: Drehzahlbereich bis 9.000 U/min
Besonders leise läuft das Zweischeiben-Aggregat des Mazda RX-8 auch nicht. Es gibt zwar keine mechanischen Geräusche, aber Ansaug- und Auspuffton werden beim Ausdrehen dominant, weil die japanischen Konstrukteure bei einem Sportwagen nicht auf eine entsprechende Soundkulisse verzichten wollten. Eindrucksvoll ist nach wie vor, wie leicht der Wankel Drehzahlen bis rund 9.000/min erreicht. Aber auch hier zeigen sich die Zwänge des Konzepts. Nur wer sich im oberen Drehzahlbereich aufhält, darf mit befriedigenden Fahrleistungen rechnen. Wenn die Nadel des Drehzahlmessers unter 4.000/ min fällt, herrscht nur noch höchst bescheidener Durchzug, weshalb es für den RX-8-Fahrer einen Fulltime-Job darstellt, mit dem knackigen Sechsganggetriebe die Fahrstufen zu sortieren.
Im Test verbrauchte der Mazda RX-8 14,9 Liter/100 km
Das ergibt eine sportliche Fahrweise wie anno dazumals, als wir noch nicht von Turbos verwöhnt wurden, deren Drehmomentkurve ein hochliegendes Plateau darstellt. Drehzahl bedeutet aber auch hohen Verbrauch. Mit einem Testwert von 14,9 Liter/100 km liegt der Mazda RX-8 weit oberhalb dessen, was konventionelle Autos vergleichbarer Leistung zuwege bringen. Mazda hat auf diesem Gebiet zwar Fortschritte erzielt, aber die konstruktionsbedingt ungünstige Brennraumform des Wankels fordert nach wie vor ihren Tribut.
Mazda RX-8: Hohe Kurvenfestigkeit und ein agiles Fahrverhalten
Vieles an diesem Sportwagen wirkt wie ein Blick in die Vergangenheit - daran ändern neuzeitliche Komponenten wie die gegenläufigen Fondtüren nichts. Als Sportwagen noch gang und gäbe waren, die ihre Insassen auf schlechten Straßen malträtierten, hätte man dem Mazda nachgesehen, dass Federung und Dämpfung ihre Aufgabe in erster Linie darin sehen, für hohe Kurvenfestigkeit und ein agiles Fahrverhalten zu sorgen. Federn im Sinn eines akzeptablen Reisekomforts gehört nicht zum Repertoire des Mazda RX-8. Ein Außenseiter eben - auch das hat Tradition.






