Mercedes-Benz B-Klasse F-Cell
Roll Out des Brennstoffzellenautos
Das Brennstoffzellen-Auto ist serienreif. Ab nächstem Jahr bringt Mercedes etwa 200 Exemplare der Mercedes B-Klasse F-Cell auf die Straße.
Noch vor wenigen Jahren war das Brennstoffzellen-Auto nicht mehr als ein Wunschtraum der Entwicklungs-Ingenieure - scheinbar so fern wie ein Flug zum Mars. Doch jetzt fährt tatsächlich der erste unter Serienbedingungen gefertigte Mercedes mit Wasserstoffantrieb über die Straßen: die Mercedes B-Klasse F-Cell. Anfang nächsten Jahres soll die Auslieferung von rund 200 Kundenfahrzeugen in Europa und Amerika beginnen. Noch ist die Fertigung zu teuer, um einen realistischen Preis zu kalkulieren. Deshalb ist die Wasserstoff-B-Klasse nur im Leasing samt Wartungs- und Reparaturvertrag zu haben.

Beim Fahren selbst gibt es keine Einschränkungen, wie eine Testrunde zeigt
Anders als bisherige Versuchsträger sieht die serienreife B-Klasse wie jede andere ihrer Art aus, bietet sogar einen Kofferraum mit 416 Liter Ladekapazität. Auch der Startvorgang selbst könnte kaum gewöhnlicher sein: Man steckt den Schlüssel ins Schloss und dreht ihn um. Mehr als ein lautes Knacken ertönt nicht - in diesem Moment wird der Stromkreis geschlossen. Dann herrscht wieder Stille. Beim Druck aufs Gaspedal setzt sich die Mercedes B-Klasse schwungvoll in Bewegung. Das hochfrequente Sirren des Elektromotors ertönt, wie man es vom Bahnfahren kennt. Dann übernimmt die Brennstoffzelle mit tiefem Ächzen die Stromerzeugung. Der Kickdown initiiert eine Art Boost-Funktion im Elektromotor - für Extra-Schub. In diesem Moment stehen 100 kW, also umgerechnet 136 PS zur Verfügung. Obwohl die B-Klasse mit ihrer schweren Technik über 1.700 Kilogramm wiegt, ist das Beschleunigungsvermögen gut.
Mercedes F-Cell: Reichweite von 385 Kilometer
Unter einem Druck von 700 bar passen 3,8 Kilogramm Wasserstoff in den Tank unter der Rücksitzbank. Er besteht aus einem Kern aus Kunststoff sowie einer Hülle aus Kohlefaser. Bei einer Reichweite von 385 Kilometer läge der Verbrauch umgerechnet bei 3,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Die Litium-Ionen-Batterie sitzt unter dem Kofferraumboden und ähnelt derjenigen aus dem Mercedes S 400 Hybrid (der Mercedes S400 Hybrid im Einzeltest ), ist aber statt 35 Zellen 60 groß. Auf Höhe von Fahrer und Beifahrer sitzt der Brennstoffzellen-Antrieb, ebenfalls im Unterboden. Hier reagiert der mitgeführte Wasserstoff mit dem verdichteten Sauerstoff. Dabei entsteht Strom für den Elektromotor - und Wasserdampf als einzige Emission. Ganz so, wie es sich die Ingenieure seit Jahren erträumen.
Autor: Marcus Peters
Gehört Brennstoffzellen-Autos wie der Mercedes B Klasse F-Cell die Zukunft?
Würde das Auto selbst für 70.000 EUR noch kaufen. Gruß
das auto ist gut und recht, wenn man in berlin, frankfurt, hamburg, münchen oder stuttgart wohnt und die wasserstofftanke quasi ums eck ist. wenn ich mir so ein auto kaufen würde, müsste ich knapp 200 km bis zur nächsten tanke fahren. da müssen die schon noch einige wasserstofftankstellen bauen, damit das vorhaben brennstoffzellen-auto wirklich sinn macht
Das ist eine alternative Möglichkeit der Herstellung von Wasserstoff:
http://www.bio-wasserstoff.de/h2/H2-Herst_/h2-herst_.html
Man müsste doch korrekterweisevon einem Brennstoffzellen-Hybridantrieb reden. Die BZ hat prinzipbedingt ein Dynamikproblem, will man nicht die Lebensdauer massiv einschränken, daher die LiIon-Batterie an Bord.Quasi ein serieller Hybrid, bei dem der Verbrennungsmotor durch die BZ ersetzt wurde. In der Frage der H2-Infrastruktur ist die Welt in den letzten 10 Jahren fast keinen Schritt weitergekommen. Solange es dort keinen Fortschritt gibt, bleibt eine größere Verbreitung von BZ-Autos reine Zukunftsmusik.
Gibt es dazu endlich eine vernünftige Methode zur Wasserstoffgewinnung? Oder wird dieser nach wie vor via Elektrolyse erzeugt, das ganze möglichst aus Kohlestrom, mit einer Gesamt-Umweltbilanz, bei der selbst ein Cayenne Turbo richtig grün aussieht? Nichts gegen E-Motor oder Brennstoffzelle, aber wenn die Infrastruktur dahinter und die Bilanzierung der gesamten Lebensdauer inklusive Erzeugung und Recycling nicht stimmen, ist so manches angebliche Öko-Konzept in Wirklichkeit nur extrem teuer und umweltfeindlich...
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