Mercedes-Benz CLC 160 Blue Efficiency: Einstiegs-Mercedes im Test

Mercedes CLC 160

Mit dem deutlich unter 30.000 Euro kostenden CLC 160 möchte Mercedes all die Käufer erreichen, die zwar von einem Stern-Coupé träumen, denen es bisher aber zu teuer war.

Badge engineering nennt es sich neudeutsch, wenn ein Auto im Wesentlichen gleich bleibt und nur ein neues Logo aufgepappt bekommt.

Aus dem C-Klasse-Sportcoupé wurde der Mercedes CLC

Im weitesten Sinne pflegt auch Mercedes eine Variante dieser ökonomischen Ausnutzung alter Werkzeuge: Aus dem früheren Mercedes C-Klasse-Sportcoupé ist nun der Mercedes CLC 160 geworden. Nicht so dramatisch, könnte man meinen. So schlecht war das Auto früher ja nicht, da­mals Anfang 2001. Außerdem wurden beim Facelift 2008 über 1.000 Teile geändert und die alte Karosserie optisch wenigstens angeschärft. Doch in den letzten Jahren hat die Kompaktklasse (und da gehört er vom Platzangebot hin) auf breiter Front mächtig Gas ge­geben. Nicht so der Mercedes-Benz CLC 160 Blue Efficiency, der einen zurückbeamt in jene Zeiten, als Mercedes das The­ma Fahrspaß irgendwie obszön zu finden schien.

Mercedes CLC-Technik wirkt nicht up-to-date

Eher störrisch und widerwillig nimmt das manuelle Sechs­ganggetriebe Gangwechsel vor, die Lenkung dämpft jede allzu schnelle Volantbewegung in Watte, und auf den harten, rutschigen Sportsitzen möchte keiner um Serpentinen herumgetrieben werden. Frohlocken werden indes alle, die dieses Fahrgefühl als Revival empfin­den. Er treibt einen nicht im Verkehr, sondern lässt einen darin treiben. Vielleicht erin­nern sich ja einige noch an den Antritt der alten Strich-Acht-Diesel-Taxis. Tapfer kämpften sie auf Anstiegen starke Reise­busse nieder. Das kann jedem, der nicht fleißig schaltet, beim leidlich komfortablen Mercedes CLC 160 wieder passieren.

Der Motor des Mercedes CLC 160 Blue Efficiency wirkt nicht eben spritzig

Durchzugs­vermögen stand nicht im Lastenheft des 129 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinders. Selbst die ebenfalls nicht vor Kraft strotzenden BMW-Vierzylinder wirken dagegen spritzig - 10,6 Sekunden des Mercedes CLC 160 Blue Efficiency von null auf 100 km/h hin oder her. Und dabei ist der zumindest optisch sportliche, kleine Mercedes mit seinem Blue-Ef­ficiency-Paket noch nicht ein­mal besonders sparsam mit 9,3 Liter pro 100 Kilometer. Seine Bremsen verzögern dafür sehr gut. Trotzdem bleibt die grundsätzliche Frage: Wie­so soll man sich einen alten Mercedes im neuen Kleid kau­fen, wenn es so viel bessere Alternativen gibt?

Hoher Grundpreis für den Mercedes CLC 160 Blue Efficiency

Ein Argument könnte noch das zwar etwas antiquiert, aber doch sehr solide wirkende In­terieur sein - etwas schwülstig an den Kanten, so wie man es früher unterm Stern gerne mochte. Auch die Bedienung gelingt auf Anhieb. Doch allein für diese Vorzüge sind 26.745 Euro Grundpreis (ohne Autoradio) ein happiger Obolus. So empfiehlt sich der Mercedes CLC 160 Blue Efficiency für alle, die partout einen noch bezahlbaren Mercedes mit Heckantrieb haben möch­ten.

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