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Mercedes-Benz SLK 200 Kompressor

Der schwarze Flitzer

Mercedes-Benz SLK 200 Kompressor, Seitenansicht Foto: Arturo Rivas 14 Bilder

Cabrio-Kauf im Winter? Warum nicht, wenn er so mild und sonnig ist wie 2014. Auf Probefahrt mit einem Mercedes-Benz SLK 200 Kompressor.

17.04.2014 Michael Eiden Powered by

Vor der Autogalerie Aichwald in Köngen südlich von Stuttgart streckt uns ein Mercedes-Benz SLK seine lange schwarze Roadster-Motorhaube entgegen. Nur 4.680 Euro soll der Zweithand-SLK aus dem Jahr 1999 kosten – viel günstiger kann man den offenen Beau nicht fahren. Händler Predrag Lukanovic begrüßt uns mit Handschlag. "Den will jeder haben. Das Interesse auf die Annonce im Internet ist riesig", erzählt er. Ich schaue auf den Angebotszettel hinter der Windschutzscheibe und wundere mich: "Nur" ein SLK 200, aber 192 PS? "Der Wagen kommt aus Italien, da ist er die ersten elf Jahre seines Autolebens gefahren", klärt Lukanovic auf. Wegen anderer Steuergesetze gab es den Zweiliter-Motor dort und in einigen weiteren südlichen Ländern nicht mit 136 PS, sondern mit Kompressor und 192 PS.

Klappdach faszinierte 1996 sämtliche Autofans

Britta und ich nehmen Platz auf den schwarzen Ledersitzen. Eine Sitzheizung gibt es leider nicht. Dafür stimmt die restliche Ausstattung: Klimaanlage, USB-Radio, Lederlenkrad und sportliche 17-Zoll-Alufelgen. Doch der wichtigste Test steht noch bevor: Klappt das Vario-Dach? Das elektrohydraulische Klappdach faszinierte beim Debüt 1996 sämtliche Autofans, lange Wartezeiten nach der Bestellung waren die Folge. Aber hier schwächelt unser Testwagen ein wenig. Normalerweise öffnet sich das Dach in 22 Sekunden. Doch am schwarzen SLK ist ein Seilzug ausgeleiert. Nur wenn man die Heckablage ein wenig anhebt, faltet sich das Dach korrekt zusammen. "Das zu beheben, kostet aber nicht die Welt", sagt der Händler. Ein typisches SLK-Leiden zeigt sich im Innenraum: Der Kunststofflack blättert an vielen Stellen ab.

Ich starte den Motor, Aufbruch zur Probefahrt. Die Sonne scheint, wir fahren trotz acht Grad offen. Der Motor läuft rund und zieht nach 123.000 gelaufenen Kilometern kräftig durch, auch aus dem Drehzahlkeller. Die Tachonadel nähert sich hinter dem Ortsausgang viel zu schnell der 100er-Markierung, der Doppelrohrauspuff klingt dabei sonor. Leider steht das Lenkrad nicht ganz gerade, und der Wagen zieht leicht nach rechts. Das kann an den alten Reifen liegen oder an einer leicht verstellten Spur. Außerdem fehlt die Automatik, das Fünfgang- Schaltgetriebe hakelt ziemlich.

Mercedes-Benz SLK bietet tolles Roadster-Fahrgefühl

Wir notieren in unser Testtagebuch: Starker Motor, tolles Roadster-Fahrgefühl. Uns ist der SLK-Kauf aber zu heikel. Für unter 5.000 Euro kann man keinen Top-Zustand erwarten. Mögliche Reparaturen an Dach und Fahrwerk könnten ins Geld gehen. Mercedes bleibt eben Mercedes. Und für einen solchen sind wir mit Mitte zwanzig vielleicht noch etwas zu jung.

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