Mercedes CLC: Weißes Eisen

Das gründlich überarbeitete Sportcoupé, das jetzt als CLC firmiert, soll jugendliche Einsteiger für Mercedes gewinnen.

Großes Facelift oder wirklich ein neues Modell? Beim CLC, den Mercedes ab Juni zu den Kunden schickt, lässt sich darüber trefflich streiten. Okay: Das Auto kommt deutlich anders daher als sein Vorgänger. Seine Front stammt fast eins zu eins von der aktuellen C-Klasse, und das Heck wirkt erwachsener. Unterm Blech bleibt der Zweitürer aber weitgehend der Alte, sieht man von einigen Überraschungen ab. Sie sollen dafür sorgen, dass der Kompakt-Daimler auf Lampenhöhe mit Audi A3 und BMW Einser bleibt. Eigentlich sollte ein größeres Kurz- Modell als drittes und gar viertes Mitglied der neuen C-Klasse das wenig erfolgreiche Sportcoupé ablösen - einmal als Coupé, einmal als Cabrio.

Rundumkur für den CLC

Aber die kostentreibenden Turbulenzen um den ehemaligen Juniorpartner Chrysler zwangen zum Kompromiss. Mercedes hat dem 230.000 Mal abgesetzten Viersitzer mit dem markanten Vieraugen- Gesicht und der geteilten Heckscheibe darum eine Rundumkur angedeihen lassen und schickt ihn als Einstiegsmodell oberhalb von A- und B-Klasse auf die Straße. Über 1.100 Teile des Zweitürers wurden verändert oder angepasst, beispielsweise durch die Übernahme von Baugruppen des überarbeiteten CLK, der ebenfalls auf der alten C-Klasse basiert.

Äußerlich ist der CLC um stattliche elf Zentimeter länger geworden, aber die Innenraumgröße blieb unverändert. Vorn sitzt es sich gut, stärker ausgeformte Sitze bescheren erstaunlich viel Seitenhalt. Direkte Übernahmen von der neuen C-Klasse waren wegen deren anderer Architektur nicht möglich - darum wurde das Cockpit nur aufgefrischt. Das Farbdisplay bleibt an zu tief positionierter Stelle - bietet aber nun den Zugang zu einer neuen Telematikgeneration. Auch die bedienfreundliche Sprachsteuerung (Linguatronic) via Voice-Control-Hebel ist lieferbar.

Wenig Platz im Fond

Den Platz im Fond sollte man indes nur Kindern oder Leuten anbieten, denen man immer schon mal einen Denkzettel verpassen wollte: Kopf- und Kniefreiheit sind knapp bemessen, während das serienmäßige Easy-Entry-System einen akzeptablen Zugang ermöglicht. Die Kofferraumgröße liegt wie bisher bei 310 Litern, durch Vorklappen der Rückbank wächst das Ladevolumen auf 1.100 Liter. Hilfreich, dass die Ladekante nicht zu hoch und die 140 Zentimeter lange Ladefläche, die sich durch Umlegen von teilbarer Bank und Lehne ergibt, topfeben ist.

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Eberhard Kittler

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