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Mercedes F 400

Schräger Fahrspaß

Der Mercedes F 400 Carving verspricht Fahrspaß ohne Ende. Die Gründe: 225 PS Leistung, 6,9 Sekunden von Null auf Tempo 100, atemberaubende Fahrdynamik - und asymmetrische Kippräder.

05.08.2002

Schon im Stand verspricht der auf der Tokio Motor Show 2001 erstmals gezeigte Mercedes F 400 Carving Fahrspaß pur: flache Frontpartie mit futuristischen Scheinwerfern in Glasfasertechnik, flügelähnliche Profile über den Vorderrädern, angeschrägte Seitenlinien, winzige Windabweiser anstelle einer Frontscheibe, kleine Überrollbügel und ein knackiger Rundpo. Verdeck? Fehlanzeige.

225 PS und aufregende Technik

Dazu passt der 3,2-Liter-V6-Motor aus dem SLK, der hier 225 PS leistet, den F 400 in 6,9 Sekunden auf Tempo 100 peitscht und für eine Spitze von 241 km/h gut ist. Sportfahrerherz, was willst du mehr? Seit ich den F 400 gefahren bin, will ich viel mehr. Denn unter seiner aufregenden Kohlefaser-Karosserie verbirgt sich eine noch viel aufregendere Technik, auf die sich die Bezeichnung Carving bezieht. Ähnlich wie die gleichnamigen Skier werden beim F 400 die kurvenäußeren Räder hydraulisch - je nach Tempo um bis zu 20 Grad - geneigt, um sich den Fliehkräften wirkungsvoll entgegenzustemmen.

Hohe Seitenführungskräfte

Hinterm Lenkrad des Mercedes-Roadsters bedauere ich, nicht über die gestählte Nackenmuskulatur eines Formel 1-Fahrers zu verfügen, so heftig zerren die Seitenkräfte bei schneller Kurvenfahrt an meinem Kopf. Kein Wunder, haben doch die Entwicklungsingenieure beim F 400 bis zu 30 Prozent höhere Seitenführungskräfte als bei herkömmlichen Sportwagen gemessen. In der Praxis heißt das: Mit dem Carving fährt man um die Ferrari, Lamborghini und Porsche dieser Welt einfach Kreise.

Einen entscheidenden Anteil an diesen fahrdynamischen Qualitäten haben die asymmetrischen Pirelli-Spezialpneus, die die Vorteile eines Pkw-Reifens mit denen eines Motorradreifens vereinen. Die konventionellen Außenseiten ihrer Lauffläche mit einer härteren Gummimischung sind für Langlebigkeit, guten Geradeauslauf und Geräuschkomfort ausgelegt. Dagegen besteht die abgerundete, wenig profilierte Innenschulter aus einer weichen Klebe-Mischung. Um die Vorteile des Reifens optimal auszunutzen, werden Räder verwendet, die ebenfalls asymmetrisch sind: innen 17 Zoll, außen 19 Zoll.

Fünf Jahre bis zur Serie

Die Vorzüge der Neigetechnik werden auch beim Bremsen deutlich. Als ich voll in die Eisen gehe, streckt der F 400 alle viere von sich und wirft dank der nun aktiven weicheren Gummimischung brutal Anker. Daimler-Chrysler hat einen - gegenüber vergleichbaren normalen Autos - über fünf Meter kürzeren Bremsweg ermittelt.

Gegenüber diesen umwerfenden Eindrücken verblassen beinahe die übrigen technischen Highlights wie elektrische Lenkung und Bremse, Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) dritter Generation, weiterentwickeltes Active Body Control (ABC) und Sequentronic-Getriebe. Ich warte jetzt nur noch sehnsüchtig darauf, den Mercedes-Pendolino auch kaufen zu können. Leider wird es noch mindestens fünf Jahre dauern, bis solch ein schräger Mercedes-Roadster in Serie gehen kann.

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