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Mercedes GL 400, Range Rover TDV8, Toyota Landcruiser V8

Diesel-SUV von Mercedes, Toyota und Land Rover

Foto: Achim Hartmann 47 Bilder

Bei Antrieb, Ausstattung und Preis rangieren Mercedes GL 420 CDI, Range Rover TDV8 und Toyota Landcruiser V8 weit oben. Auch die Fahrer thronen hoch über dem restlichen Verkehrsgeschehen.

22.11.2008 Hermann-Josef Stappen

Allein von der Statur her konnte auch schon der bisherige Toyota Landcruiser, der so genannte LC 100, mit den dicken Brocken von Mercedes und Land Rover mithalten. Doch während bei GL 420 CDI und Range Rover TDV8 schon länger standesgemäße Achtzylinder-Diesel installiert sind, musste der Toyota bislang mit einem Sechszylinder auskommen. Erst mit der Einführung des Landcruiser V8 hat Toyota den Anschluss geschafft.

Mit 4,5 Liter Hubraum überflügelt der neu entwickelte Selbstzünder sogar die Konkurrenten, während Leistungsund Drehmomentwerte weniger weit auseinanderklaffen. Stärkster in beiden Disziplinen ist der Mercedes-CDI, der den leer immerhin 2,6 Tonnen schweren GL in unter acht Sekunden auf 100 km/h katapultiert. Noch eindrucksvoller ist jedoch, wie willig er auch bei höheren Geschwindigkeiten noch auf Gaspedalbefehle reagiert und nach vorne stürmt, als wäre er eine nur halb so schwere Sportlimousine.

Kraftvolles Fauchen

Von seinem locker bis 4.300/min drehenden Achtzylinder ist dabei nur ein kraftvolles Fauchen zu hören. Noch eine Spur kultivierter zu Werke geht das Triebwerk des Range Rover. Nicht einmal direkt nach dem Kaltstart oder im Leerlauf lässt das Motorengeräusch Rückschlüsse auf das Arbeitsverfahren zu. Ähnlich zurückhaltend gibt sich das Triebwerk jedoch auch bei den Fahrleistungen.

Der TDV8 leidet für sich betrachtet zwar nicht gerade unter Antriebsschwäche, doch fehlt ihm das überschäumende Temperament des Mercedes-Motors und die Leichtigkeit, mit der dieser die Leistung aus dem Ärmel schüttelt. Und während Mercedes dem GL 420 CDI bis 230 km/h freien Lauf lässt, werden dem Range bereits bei Tempo 200 die Zügel angelegt. Etwas druckvoller legt sich zunächst der Landcruiser ins Zeug. Allerdings nur bis knapp 140 km/h, wo der Range dann die Führung übernimmt. Außerdem kann der Toyota-V8 bei der Laufkultur nicht ganz mit seinen beiden Artgenossen mithalten. In seinem ebenfalls dezenten Geräusch klingt immer ein metallischer Unterton mit, der Passanten und Passagiere nicht im Zweifel darüber lässt, dass hier ein Dieselmotor am Werk ist. Rustikaler geht es beim Toyota auch in Sachen Fahrwerk zu.

Landcruiser mit klassischer Offroader-Architektur

In seiner mittlerweile achten Generation setzt der Landcruiser nach wie vor auf die klassische Offroader-Architektur mit Leiterrahmen und Starrachse hinten. Allerdings scheint man sich dessen zu schämen, denn in den technischen Daten spricht Toyota von einer Mehrlenkerachse. Aber selbst wenn der Achskörper wie in diesem Fall an vier Längslenkern plus Panhard-Stab aufgehängt ist, wird daraus noch lange keine Einzelradaufhängung. So übertragen sich einseitige Unebenheiten über die starre Verbindung zwischen den Hinterrädern jeweils auf das Rad an der anderen Seite. Auf stark ondulierten Strecken führt das zu unschönem Schütteln der ganzen Karosserie.

Dabei sind Schluckvermögen und das Ansprechverhalten der Federung durchaus komfortabel abgestimmt, vor allem in der per Drehschalter wählbaren Comfort-Einstellung der serienmäßig adaptiven Dämpfer. Dagegen spricht der Range Rover trotz Luftfederung nur unwillig auf kurze Unebenheiten und Querfugen an. Da das Ansprechverhalten mit steigendem Tempo aber zunehmend geschmeidiger wird und der Aufbau auf welliger Piste dann deutlich ruhiger liegt, reist man im Range insgesamt bequemer.

Der längste ist der dynamischste

Der Mercedes GL kann es allerdings noch besser. Seine Luftfedern stecken kurze wie lange Bodenwellen gleichermaßen effektiv weg. Allerdings müssen die Fondpassagiere im Mercedes Einschränkungen beim Sitzkomfort hinnehmen. Die voluminöse Bank ist recht tief installiert, was zu einer unbequemen Haltung zwingt. Und das Raumgefühl ist wegen der hohen Fensterlinie weit weniger luftig als im Range mit seinen großen, steil stehenden Scheiben und zierlichen Dachpfosten. Zudem sitzen die Passagiere hier auch in der zweiten Reihe erster Klasse.

An Platz mangelt es dem Landcruiser-Fond ebenfalls nicht, aber die Bank ist noch tiefer montiert als beim GL und nur mager gepolstert. Mit dem Mercedes hat ausgerechnet der Längste bei Fahrdynamik und Handling die Nase weit vorn. Von den gigantischen Ausmaßen ist beim Fahren kaum etwas zu spüren.

Eher wie eine Limousine statt wie ein 2,6-Tonnen- Koloss lässt er sich mit seiner zielgenauen Lenkung neutral und präzise durch Kurven dirigieren, während die Konkurrenten ihre Leibesfülle deutlich spüren lassen. Sehr frühe, lang anhaltende ESP-Eingriffe ersticken beim Range zudem jeden Anflug von Fahrspaß im Keim. Der Toyota leidet beim Kurvenfahren unter seiner leichtgängigen, rückmeldungsarmen Lenkung und starker Seitenneigung.

Inakzeptable Bremsleistung

Abseits geteerter Straßen, wo der Landcruiser von den drei Testkandidaten noch am ehesten zu finden ist, spielen solche Nebensächlichkeiten jedoch keine Rolle. Hier zählen Traktion und Achsverschränkung, wo der Toyota mit seiner Starrachse im Vorteil ist. Der Allradantrieb baut auf einem bei Schlupf zwischen Vorder- und Hinterachse in gewissen Grenzen selbstsperrenden Torsen-Differenzial auf. Unter schwierigen Bedingungen kann es zudem manuell gesperrt werden, und eine Geländeuntersetzung ist ebenfalls mit von der Partie. Passen muss der Toyota jedoch bei einer Sperre für das Hinterachs-Differenzial, die beim Range Rover optional und beim Mercedes sogar serienmäßig zusätzlich zur Sperre für das Mittendifferenzial vorhanden ist.

Alle drei verfügen zudem über ein Reduktionsgetriebe für knifflige Passagen sowie über per Motorsteuerung und Bremsen eingreifende elektronische Traktions- und Bergabfahrhilfen. Apropos Verzögerung: Als Einziger des Trios bietet der Mercedes eine Bremsanlage, die der hohen Belastung durch das Gewicht und die möglichen Fahrleistungen gewachsen ist. Aus 100 km/h steht der GL mit kalten und warmen Bremsen, mit und ohne Beladung konstant nach guten 39 Metern.

Zwar ebenfalls ohne Fading, aber auf schlechterem Niveau verzögert der Range. Vollkommen inakzeptabel ist der mit 49 Metern zu lange Anhalteweg des Toyota bei der zehnten Vollbremsung. Auch deshalb bleibt dem Newcomer in der Klasse der Luxus-Offroader mit V8-Dieselmotoren nur der dritte Platz. Erster wird der insgesamt sehr ausgewogene Mercedes. Wem dessen Perfektion allerdings zu langweilig ist, der sollte zur Stil-Ikone Range Rover greifen.

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Technische Daten
Toyota Land Cruiser 4.5 V8 D-4D 7 SitzerLand Rover Range Rover TDV8Mercedes GL 420 CDI
Grundpreis84.600 €94.900 €85.442 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4950 x 1970 x 1865 mm4972 x 2034 x 1988 mm5088 x 1920 x 1840 mm
KofferraumvolumenVDA655 bis 2320 L535 bis 2099 L620 bis 2300 L
Hubraum / Motor4461 cm³ / 8-Zylinder3630 cm³ / 8-Zylinder3996 cm³ / 8-Zylinder
Leistung210 kW / 286 PS (650 Nm)200 kW / 272 PS (640 Nm)225 kW / 306 PS (700 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h200 km/h230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,2 s9,2 s7,6 s
Verbrauch10,2 L/100 km11,2 L/100 km11,6 L/100 km
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