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Mercedes GLA 200 im Fahrbericht

So fährt sich der Basis-SUV mit Frontantrieb

Mercedes GLA 200, Seitenansicht Foto: Beate Jeske 12 Bilder

Audi und BMW haben bei den Premium-Kompakt-SUV längst vorgelegt. Doch Mercedes will es der Konkurrenz nun etwas schwerer machen. Wie gut ist der neue Mercedes GLA 200?

26.05.2014 Heinrich Lingner Powered by

Vielleicht tut man ihm ja von Anfang an Unrecht, dem Mercedes GLA 200. Für einen richtigen SUV duckt er sich zu niedrig auf den Asphalt, und die Karosserie bemüht sich, jeden Anschein kastiger Geländewagenhaftigkeit zu vermeiden. Also eher ein Crossover. Das hat keineswegs nur Vorzüge. Im Gegenteil, sein betont dynamisches Design sorgt dafür, dass der Mercedes GLA 200 in einigen praxisrelevanten Kriterien weniger gut abschneidet. So ist das Raumangebot gemessen an der Außenlänge (4,42 Meter) nur durchschnittlich.

Apropos Außenlänge: Der Mercedes GLA 200 ist ziemlich genau 5,5 Zentimeter länger als ein Mercedes 190 der Baureihe W201 von 1983. Das Kofferraumvolumen von 421 Litern (maximal 1.235 Liter) bleibt gemessen an der Größe eher bescheiden. Immerhin ist das Ladevolumen um einiges größer als bei der A-Klasse (341 bis 1.157 Liter). Zudem ist die Ladeöffnung recht klein und über eine hohe Kante zu beladen.

Mercedes GLA 200 ist kein billiges Vergnügen

Nun wird nicht jeder GLA-Käufer seinen neuen Kompakt-SUV als Speditionsfahrzeug nutzen, sondern vielleicht lieber Passagiere auf den Rücksitzen mitnehmen. Kein guter Plan: Das Raumangebot im Fond fällt nicht eben üppig aus, die sehr flach montierte, wenig körpergerechte Rückbank bietet mäßigen Halt, und der Zustieg ist wegen des niedrigen Dachs und der kleinen Fondtüren ziemlich beschwerlich.

Sehr gut sitzen die Insassen hingegen auf den beiden vorderen Plätzen, Ausformung und Position passen. Mit der Bedienung kommt man ebenfalls klar – jedenfalls sobald man sich an die markentypischen Eigenheiten der Instrumente und Bedienhebel gewöhnt hat. Oder sie – wie etwa die verschachtelten Menüs des Bordcomputers – bereits aus anderen Mercedes-Modellen kennt.

Zum Fahrbericht tritt der Mercedes GLA 200 mit dem 156 PS starken Benzin-Direkteinspritzer an. Den gibt es nur als Fronttriebler mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Wer Allradantrieb oder Doppelkupplungsgetriebe haben will, muss den sehr viel teureren Mercedes GLA 250 wählen (als 4Matic ab 37.497 Euro). So betrachtet ist der 200 für 29.304 Euro fast ein Sonderangebot. Besser haben es übrigens die Diesel-Freunde: Der Mercedes GLA 200 CDI ist als 4Matic mit Siebengang- DCT verfügbar (ab 36.509 Euro). Als billiges Vergnügen erweist sich der GLA also in keinem Fall.

Motor kommt positiv an

Ausreichend motorisiert ist der Mercedes GLA 200 jedoch schon mit dem Basisbenziner, auch wenn der 1,6-Liter-Vierzylinder im genau 1.449 kg schweren Testwagen erwartungsgemäß für eher verhaltenen Vorwärtsdrang sorgt. Dabei sind die reinen Zahlen auf den Messinstrumenten gar nicht mal übel: Glatt neun Sekunden von null auf hundert sind sehr okay, ebenso die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Doch das Getriebe ist viel zu lang übersetzt und zudem unpräzise zu schalten. Nebenbei gesagt: Die Mercedes-typische Rückwärtsgangsperre, die es durch Hochziehen des Schalthebels zu überwinden gilt, erweist sich im Alltag als kleines Ärgernis.

Es gibt jedoch auch einiges Positives über den GLA-Motor anzuführen – etwa den sehr leisen, ruhigen Lauf und den Verbrauch, selbst wenn ein Testmittel von 8,6 Litern Super in dieser Fahrzeugklasse nicht überragend ist.

Sicheres und neutrales Fahrverhalten beim Mercedes GLA 200

Licht und Schatten beim Fahrwerk: Zu loben ist das sehr sichere, neutrale Fahrverhalten mit dem stets feinfühlig eingreifenden ESP. Fast etwas zu nervös spricht da die Lenkung aus der Mittellage an, was zu einem etwas eckigen Fahrstil führt. Ausgerüstet mit optionalen 18-Zoll-Rädern (ab 1.083 Euro) düst der Mercedes GLA zudem sehr schnell um Pylonen auf dem Testgelände und Kurven aller Art im wahren Leben. Erkauft wird das agile Fahrverhalten durch eine recht straffe Grundabstimmung und das unfeine Abrollen der 18-Zöller. Allerdings verkraftet der Mercedes GLA die maximale Zuladung ungerührt.

Die standfesten Bremsen lassen sich vom hohen Gewicht ebenfalls nicht beeindrucken. Das passt zur guten Ausstattung mit Assistenzsystemen. Denn ganz gleich, ob der Mercedes GLA 200 nun ein Crossover sein will oder ein SUV, er bleibt ein Mercedes. Und die haben immer schon besonders sichere Autos gebaut.

Fazit

Nach Punkten gerechnet schneidet der GLA 200 nicht brillant ab, vor allem wegen des knappen Raumangebots und der hohen Kosten. Zu den Vorzügen des kleinen Mercedes zählen das sichere Fahrverhalten und der kultivierte Antrieb. Deutliche Abzüge gibt es hier nur für das Getriebe.

Technische Daten
Mercedes GLA 200
Grundpreis29.750 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4417 x 1804 x 1494 mm
KofferraumvolumenVDA421 bis 1235 L
Hubraum / Motor1595 cm³ / 4-Zylinder
Leistung115 kW / 156 PS (250 Nm)
Höchstgeschwindigkeit215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,4 s
Verbrauch5,8 L/100 km
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