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Mercedes M-Klasse

Mit frischem Make-up und zwei neuen Achtzylindern ist der große Offroader fit für die zweite Halbzeit.

07.08.2001

Nach vier Jahren Laufzeit und über 319.000 verkauften Exemplaren gibt es für den großen Mercedes-Offroader jetzt die Modellpflege für die zweite Halbzeit – der Nachfolger kommt nämlich erst 2005. Die überarbeitete M-Klasse steht am 11. September bei den Händlern, zu erkennen am neuen Front-Make-up. Der modifizierte Stoßfänger soll mehr Dynamik ausstrahlen, in seinen Außenbereichen gibt es nun Nebelscheinwerfer, in der Mitte ein markantes Lochprofil. Die Scheinwerfer zeigen jetzt modische Klarglasoptik, die Außenspiegel tragen integrierte Blinkleuchten. Sämtliche Anbauteile sind nun in Wagenfarbe lackiert – gut fürs Design, dumm bei kleinen Remplern. Und unten glänzen neue Leichtmetallräder im 17-Zoll-Format.

Mehr Luxus an Bord

Edler gibt sich auch der Innenraum: Die modifizierte Mittelkonsole wird in allen Modellvarianten durch serienmäßigen Edelholz-Zierrat aufgewertet. Nette neue Details: zusätzliche Ablagen, Doppel-Cupholder für den Fond, beleuchteter Aschenbecher, 12-Volt-Steckdose, verbesserte Lüftungsdüsen. Die neue, per Sonnensensoren gesteuerte Klimaautomatik (generell serienmäßig) kühlt jetzt über ein separates Belüftungsgebläse auch die Rückbankpassagiere. Fensterairbags, die sich im Falle des Crashs vor allen Seitenscheiben aufspannen, sind jetzt ebenfalls serienmäßig.

Speed fast wie ein Sportwagen

Bullige V8-Power soll der M-Klasse zu neuem Schub verhelfen. Besonders der aus der S-Klasse bekannte Vierliter-Diesel dürfte bei der gut betuchten M-Zielgruppe – Durchschnittsalter 48 Jahre, Haushaltsjahreseinkommen über 125.000 Mark netto – ein Renner werden. Der mit Common-Rail-Direkteinspritzung und Biturbo-Aufladung ausgestattete Selbstzünder (250 PS, maximales Drehmoment 560 Nm bei 1700/min) beschleunigt den 113.438 Mark teuren Allradler in nur 8,1 Sekunden auf Tempo 100. Spitze 213 km/h, Verbrauch 10,9 Liter. Speed fast wie ein Sportwagen. Das trifft – natürlich – auch auf den 292 PS starken Benziner ML 500 zu, der den bisherigen 4,3-Liter (272 PS) ablöst und happige 14,6 Liter im Schnitt verbraucht. Da trifft es sich gut, dass das Tankvolumen von 70 auf 83 Liter vergrößert wurde.

Kompromiss für Straße und Gelände

Die Straßeneigenschaften der M-Klasse sind tadellos, eine Reiselimousine kann’s kaum besser. Nur die etwas zu indirekte Lenkung, die relativ wenig Rückstellkraft aufbaut, schmälert das Kurven-Handling, und auf kurzen Bodendellen stört ein leichtes Stuckern der Federung. Im Gelände ist der Stern-Träger ein guter Wühler, zumal sein elektronisch gesteuerter Allradantrieb 4-ETS (automatischer Bremseneingriff) kürzlich verbessert wurde. Weil das System nun mit einem aktiv regelbaren Bremskraftverstärker zusammenarbeitet, der den Druck schneller aufbaut, können durchdrehende Räder früher und sensibler abgebremst werden. Zwar kommt die M-Klasse nicht ans hauseigene G-Modell und auch nicht ganz an den Grand Cherokee des US-Partners Chrysler heran, doch ihre Kraxeleigenschaften im per Knopfdruck einschaltbaren Geländegang „Low Range“ (Untersetzung 2,64:1) sind bemerkenswert, wie eine spezielle autouniversum-Testrunde mit Heinrich Wangler zeigte. Der 53-jährige Ex-Offroad-Europameister, Mercedes-Mitarbeiter und Vorsitzender des Verbandes deutscher Geländewagenvereine, nahm im ehemaligen sächsischen Braunkohlen Tagebau Espenhain Steigungen von bis zu 60 (!) Prozent und Schräglagen von über 35 Prozent. Da steht der Beifahrer fast senkrecht auf der Bodenmatte oder hängt voll am Haltegriff. Wangler: „Das können Sie mit einem BMW X5 nicht machen.“ Ob der M-Klasse-Fahrer diese Performance jemals braucht? Nur ein bis zwei Prozent der M-Piloten fahren mit ihrem Auto querfeldein, sagt die Statistik.

Basismodell 1588 Mark teurer

Das Einstiegsmodell ML 270 CDI mit 163 Diesel-PS (185 km/h) kostet jetzt 75.096 Mark – also 1588 Mark mehr als bisher. Das AMG-Topmodell mit 347 PS (232 km/h) verteuert sich um 907 Mark auf 142.251 Mark. Neu sind Luxus-Extras wie Bixenon-Scheinwerfer (2155 Mark), das Bose-Soundsystem mit automatischer Fahrgeräuschkompensation (1270 Mark) oder das aufgerüstete Command-System (4390 Mark), das sogar SMS-Nachrichten auf dem Monitor anzeigen kann. Mercedes schlägt bei den Preisen zu und schreckt dabei selbst vor Peinlichkeiten nicht zurück: Sogar die Gepäckraumabdeckung kostet Aufpreis – 215 Mark.

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