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Mercedes ML 63 AMG 2012 Test 30 Bilder Zoom

Mercedes ML 63 AMG 2012: Erste Testfahrt im Monster-ML mit 557 PS

2,3 Tonnen SUV, die an der Ampel beinahe so explodieren wie ein Sportwagen aus Maranello. Der neue Muskel-ML ist da. Wir waren mit dem Kraftprotz unterwegs.

Eigentlich könnte diese Geschichte nach wenigen Sätzen zu Ende sein. Viersieben auf hundert. Bei Zwofünfzig gnädig abgeregelt. 109.000 Euro Einstandspreis. Das ist der neue ML 63 AMG – Punkt.
 
Das wäre allerdings ein bisschen unfair gegenüber dem Auto. Denn es käme so rüber, als habe da jemand einfach nur ein großes Triebwerk in einen unschuldigen Familienwagen gepackt und darauf gehofft, dass das sehr arg rockt. Doch in Wirklichkeit wurde das ganze Paket angefasst, an jeder Stellschraube gedreht und feinjustiert. Die neue Mercedes-M-Klasse ist ohnehin schon mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht worden, auch von uns. Stimmiges Konzept, klasse Fahrwerk, viel Platz innen, sehr leise zu den Passagieren und beim Verbrauch ganz gewaltig in den Keller gefahren. Das stimmt originellerweise auch alles für den neuen ML 63 AMG.

Mercedes ML 63 AMG - sparsam?

Und da fangen wir mal am besten beim Verbrauch an. 11,8 Liter im NEFZ-Modus, das ist schon mal was, aber im Bezug auf das echte Leben für einen Biturbo-V8 natürlich arg utopisch. Oder? Der Bordrechner des neuen Power-SUV meldete nach einem stellenweise durchaus ambitionierten Törn durchs kalifornische Hinterland, Berge rauf, Berge runter, in der Kurve eher rasch als Sightseeing, einen Schnitt von 12,4 Liter. Hut ab! Falls da seitens des Herstellers kein Bordcomputer-Tuning vorliegt, sind wir auf die echten Werte im deutschen Verkehr schon mal sehr gespannt.
 
Zwei Versionen wird es vom ML 63 AMG geben: die Standard-Ausführung mit vergnüglichen 525 PS/700 Nm und die Variante mit Performance Package, mit der wir auf den ersten Testfahrten unterwegs waren. Bei der fallen 760 Newtonmeter über das siebenstufige Automatikgetriebe her und der Leistungs-Peak liegt 32 PS höher. Diese 557 PS stehen sicher nicht ohne ein schelmisches Augenzwinkern Richtung München in den technischen Daten, denn der Erzrivale packt zwei PS weniger in den X5 M. Die Extraschaufel Leistung ist mit 7.021 Euro zu bezahlen, 108.885 kostet der Mercedes ML 63 AMG in der „Basisversion“. Die hat immerhin bereits Leder-Sportsitze und Schiebedach, kann (und wird natürlich) gegen Aufpreis noch vielfältig verfeinert werden.

Mercedes ML 63 AMG - stärkstes SUV in Deutschland

Im Gegensatz zum Vorgängermodell ist die 63 am Heck nur noch Floskel. Der neue Power-Motor hat zwar mehr Leistung als der bisherige 6,2-Liter-V8, generiert die aber aus „nur“ 5,5 Liter Hubraum – Doppelturbo sei Dank. Das allerdings auf einem Level, der staunen lässt. Schon direkt ab Standgasdrehzahl kommt die Drehmoment-Flut angebrodelt, wenn der Fuß auch nur leicht gesenkt wird. Eines der wenigen Autos, das man vermutlich auch im fünften Gang anfahren könnte, ohne nennenswert Zeit gegenüber all den hektischen Hubraumzwergen da draußen zu verlieren.
 
Der Clou dabei ist, dass sich der Mercedes ML 63 AMG sehr entspannt fahren lässt. Im Alltagsgeschäft gurgelt der Achtzylinder mit selten mehr als 1.500 Touren landauf und landab. Die Automatik fluppt die Gänge unmerklich durch und lässt den immerhin 2,3 Tonnen schweren ML so relaxed auf der Drehmomentwoge surfen, als würde er gerade Baldrian statt Benzin durch die Einspritzventile pumpen. Dann muss es einem auch nicht peinlich sein, das verstellbare Sportfahrwerk im Komfort-Modus  (mit durchaus nennenswerter Bequemlichkeit) zu betreiben, schließlich ist sogar die Geräuschkulisse in dieser Betriebsart eher kuschelig als krawallo.
 
Mit all dieser love-and-peace-Herzlichkeit ist es allerdings in Sekundenbruchteilen vorbei, wenn das Gaspedal am Anschlag liegt, es unvermittelt vorne röhrt und hinten brüllt, der ML 63 sich aufbäumt und zum Donnerschlag ausholt. Es ist eher unwirklich, mit welcher Gewalt der Achtzylinder auf die Automatik einhämmert und den Brocken Richtung Horizont katapultiert. Jetzt das Fahrwerk auf den ersten der beiden Sportmodi zu schalten ist eine gute Idee, den Rest erledigt das hecklastig (40:60) ausgelegte Allradsystem und die aktiven Stabilisatoren zur Wankunterdrückung. Denn das 557 PS ziemlich drücken, liegt auf der Hand. Dass man den grollenden und bebenden Boliden auch ziemlich rasch durch kurviges Geläuf bewegen kann, ist die eigentliche Überraschung. Ganz besonders gefällt die präzise Lenkung, nicht immer jedoch die Automatik, die mit unverhofften kleinen Lastwechselschlägen überrascht.

Fazit:

Die Operation Rennwagen ist in jedem Fall geglückt und macht erst richtig deutlich, welchen Spagat Mercedes mittlerweile mit der M-Klasse beherrscht. Vom Öko-Sparer ML 250 CDI über die Sechszylinder mit Offroad-Paket, die durchaus ansehnlich kraxeln können bis zu diesem jüngsten Kanonenschlag ist eine verblüffende Bandbreite gewachsen. Freuen darf man sich bereits jetzt auf das erste Aufeinandertreffen mit dem BMW X5 M. Vielleicht schaut auch noch der Cayenne Turbo vorbei...
 

Jeep Grand Cherokee SRT8 2012 erster Test

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Mercedes

Datum

31. Mai 2012
5 4 3 2 1 1 5 1
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