Mercedes SLR McLaren Roadster: Fast Mood

Als schnellstes und teuerstes Serien-Cabrio der Welt bricht der Mercedes SLR McLaren Roadster alle Rekorde. Der 626 PS starke Zweisitzer ist laut und schrill, beherrscht jedoch auch die ganz entspannte Gangart.

Nach dem ersten Rundgang um den Mercedes SLR McLaren Roadster stellt sich die Frage: Ist das nicht zu viel des Guten? Die extralange Motorhaube, die dramatischen Entlüftungsschlitze an den Seiten mit chromglänzenden Querfinnen, die nach vorne springende Hakennase und schließlich die auffallenden Schwenktüren – und das bei einem Roadster.

Immerhin: Das 626 PS starke und geschlossen 332 km/h schnelle Cabrio sieht besser aus als das Coupé, dessen Technik unverändert übernommen wurde. Die etwas merkwürdig nach hinten verlängerte Dachpartie des Coupés ist entfallen, die Proportionen wirken stimmiger. Der Fahrer schlüpft unter der hochragenden Tür hindurch in die mit Leder gepolsterte Kohlefaser-Sitzschale und muss dabei eine gut 25 Zentimeter breite und etwa 40 Zentimeter hohe Einstiegsschwelle überwinden.

Die Schwenktüren sind also nicht nur ein optischer Gag, sondern im Hinblick auf ihre extreme Dicke und die breiten Schweller sogar recht praktisch – falls sich der 493 850 Euro teure Roadster überhaupt jemals in eine Parklücke quetschen muss. Die Schwenktür lässt sich bequem an einer Griffschlaufe herunterziehen und fällt schmatzend ins Schloss.

Erster Eindruck: nett hier und richtig kuschelig. Man sitzt wie in einem SLK, nur viel tiefer. Den linken Arm lässig auf die hohe Türkante legen? Lieber nicht. Es wirkt peinlich und ist unbequem. Dann das Armaturenbrett: Zwei große Anzeigeninstrumente genügen, davor ein knuffiges Lederlenkrad. Kein Firlefanz, alles basic, aber dafür beste Materialien und bestes Finish: Leder, Aluminium. Gut so.

Der Starterknopf befindet sich wie im Coupé unter einer Metallklappe des rot illuminierten Automatik-Wählhebels. Der Daumen schnippt die Klappe nach oben und drückt auf den Anlasser. Sofort erwacht der Kompressor-V8 mit einem wütenden Grollen und brabbelt dann brav vor sich hin. Das Lenkrad und die Sitzschale, die elektrisch in der Höhe und in Längsrichtung verstellbar ist, massieren dabei mit feinen Vibrationen Hände und Hintern.

Rennatmosphäre kommt auf. Entsprechend behutsam fällt der erste Tritt aufs Gaspedal aus. Der SLR rollt sachte an und blubbert dabei so harmlos wie der altersschwache Pickup eines mexikanischen Melonen-Farmers. Schnell gewöhnt man sich an Lenkung, Gas- und Bremspedal, die allesamt mit Nachdruck bedient werden wollen.

Wie im Dodge Viper dirigiert der SLR-Pilot den langen Vorderwagen in die gewünschte Richtung. Er sitzt kurz vor der Hinterachse und genießt dadurch die totale Kontrolle über die lange Wagenfront. In der Stadt ein atemberaubendes, einzigartiges Gefühl, als ob man in einem Vierspänner unterwegs wäre.

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Franz-Peter Hudek

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SLR Roadster - Ist ein Traum wahr geworden?
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