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Mercedes SLS AMG Black Series im Fahrbericht

Ein echter Wucht-Brummer

Mercedes SLS AMG Black Series, Seitenansicht Foto: Hersteller 30 Bilder

Weniger Gewicht, mehr Leistung, Abtrieb und Härte – als Black Series entfernt sich der Mercedes SLS AMG weiter von der Basis, als viele es AMG zugetraut hätten. So wie wir. Bis zur ersten Probefahrt zumindest.

07.05.2013 Jens Dralle Powered by

Jubel auf der langen Mistral-Geraden des Circuit Paul Ricard. Der 6,2-Liter-V8 des Mercedes SLS AMG Black Series kostet seine neu gewonnene Freiheit voll aus. Dank seiner Entwickler darf der nun 631 PS starke Saugmotor bis 8.000 Umdrehungen toben, schreit heiser, posaunt bebend aus den vier Endrohren, dass sich der Asphalt in den Auslaufzonen kräuselt. Im Ausgangsprodukt setzt der Begrenzer bereits bei 7.200 Touren dem Treiben ein Ende.

Kurz am kühlen Lenkradpaddel des Mercedes SLS AMG Black Series zupfen, und im selben Moment lädt das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe durch. Moment mal – jenes Getriebe, das im Flügeltürer bislang mit eher träger Reaktion langweilte? Genau dieses. Gegenüber der im SLS GT eingesetzten Evolutionsstufe sanken die Schaltzeiten um weitere 10 Prozent. Und im GT fallen sie bereits um die Hälfte kürzer aus als bei der Basis. Viel entscheidender jedoch sind die schnelleren Reaktionszeiten auf die Schaltbefehle des Fahrers.

Das Fahrwerk wirkt beruhigend, der Preis nicht

Jetzt also Feuer frei! Und noch einmal nachladen, das große Kühlermaul – jetzt flankiert von Flaps aus Karbon – beginnt den schnellen Signes-Rechtsknick anzusaugen. Bremsen oder nicht? Bislang war der Grip des Mercedes SLS AMG Black Series durchaus vielversprechend, immerhin soll der in zwei Stufen verstellbare Heckflügel (ebenfalls aus Karbon) bei 200 km/h rund 50 Kilo Abtrieb generieren. Und Michelin backt für den Mercedes SLS AMG Black Series eigens Pilot Cup Sport 2-Reifen im Format 275/35-19 vorn und 325/30-20 hinten, die inzwischen zumindest annähernd auf Temperatur sein sollten.

Zudem modifizierten die Ingenieure das auf Dreiecks-Querlenkern rundum basierende Fahrwerk mit einer um 50 (VA) und 42 (HA) Prozent steiferen Elastokinematik, neuen Radträgern und Stabilisatoren, einer größeren Spurweite (20 mm vorn, 24 mm hinten) sowie Federtellern mit Gewindeanteil. Dennoch lässt die Abstimmung so viel Bewegung zu, dass eben beim Ausgang der Pinède die Curbs Volley genommen werden konnten, ohne dass der Mercedes SLS AMG Black Series unkontrolliert von der Strecke steppt.

Also was nun – bremsen oder nicht? Noch bevor darauf bewusst eine Antwort gefunden wird, hat sich das Unterbewusstsein bereits für einen kurzen, aber wenig schüchternen Tritt auf das Bremspedal entschieden. Sofort wieder aufs Gas, dosiert nachlegen, und das Heck des Mercedes SLS AMG Black Series beginnt, mit dem Kurvenaußenrand zu flirten. Sanft, weshalb sich Panikattacken für andere Gelegenheiten aufsparen lassen. Etwa beim Blick in die Preisliste, denn dort steht etwas von 249.900 Euro, brutto, immerhin.

Mercedes SLS AMG Black Series fehlt die Leichtfüßigkeit

Einlenken in Beausset und Bendor. Der Mercedes SLS AMG Black Series verblüfft mit handfestem Grip an der Vorderachse, den er auch über mehrere Runden hinweg nicht aufgibt. Dazu soll die Öffnung in der Karbon-Haube beitragen, durch die Abluft ausströmt und dabei einen Unterdruck erzeugt.

Doch der V8 berserkert bereits wieder die Drehzahlleiter hinauf. Ein neu ausgelegter Riementrieb inklusive aller Nebenaggregate und Umlenkrollen, ein überarbeiteter Ventiltrieb mit geänderten Nockenwellen, angepasster Nockengeometrie, optimierte Tassenstößel sowie eine optimierte Software verhelfen der Maschine zu mehr Drehfreude und Leistung, kosten jedoch 15 Nm Drehmoment. Okay, es bleiben ja noch 653 Nm übrig, die bei 5.500/min anliegen (Basis: 4.750/min). Am Ende der lange Haube flimmert bereits die Virage du Lac, den entsprechenden Lenkbefehl setzt der Mercedes unmittelbar um und vermittelt dabei präzise Rückmeldung.

Ungeachtet der nochmals geschärften Kennlinie reagiert die sogenannte Parameterlenkung im Mercedes SLS AMG Black Series nicht hyperaktiv – etwa wenn der Fahrer nur schwer ausatmet.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Einen leichtfüßigen, sehnigen Kurvenräuber zaubern aus dem SLS noch nicht einmal Siegfried und Roy, trotz des nach DIN-Norm (also ohne Fahrer) mit 1.550 Kilo angegebenen Gewichts. Auch als Black Series bleibt der SLS ein ziemlich raumgreifendes Coupé, das sich nun jedoch so spektakulär über eine Rundstrecke scheuchen lässt, wie es die Optik verspricht.

Und weil die besitzergreifenden Schalensitze im Mercedes SLS AMG Black Series die – Flügeltüren-bedingt – ohnehin eher umständliche Einstiegsprozedur nicht vereinfachen: Sitzenbleiben, den rechten Fuß fallen lassen – und einfach noch ein paar Runden drehen.

Technische Daten
Mercedes SLS AMG Black Series
Grundpreis249.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4646 x 1977 x 1264 mm
KofferraumvolumenVDA176 L
Hubraum / Motor6208 cm³ / 8-Zylinder
Leistung464 kW / 631 PS (635 Nm)
Höchstgeschwindigkeit315 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h3,6 s
Verbrauch13,7 L/100 km
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