Bevor sich jetzt jemand ernsthaft Gedanken oder gar Hoffnungen macht, der schicke Clubman mit seinen Flügeltüren am Heck könnte einen abgetakelten Familienkombi ersetzten: Kann er nicht. Auch um 24 Zentimeter in der Länge und um acht im Radstand gestreckt, trägt er seinen Familiennamen Mini ebenso stolz wie zu Recht. Im Gegensatz zu seinem Rufnamen, schlaubergern wir mal kurz, denn der müsste eigentlich wie die früheren Mini-Kombis Traveller heißen. Clubman war dagegen die Bezeichnung einer Mini-Evolutionsstufe ab 1969.
Mini Clubman One ist ein echter Viersitzer
Muss man aber alles nicht so eng sehen, tat Mini auch nicht und erweiterte vor knapp zwei Jahren die Palette mit dem Mini Clubman um einen Kombi. Die Verteilung der fünf Portale - eine auf der linken, zwei auf der rechten Seite, dazu die zwei Flügelchen am Heck - spiegelt eher den Wunsch der Marke nach Besonderheit als das Resultat umfangreicher Praktikabilitätsversuche wider. Für Fahrer und Beifahrer ändert sich nichts. Doch neben der Beifahrertür öffnet eine hinten angeschlagene Zusatztür, damit Passagiere leichter in den Fond gelangen. Dort ist es ein bisschen duster, und man fühlt sich zumindest mit langen Beinen etwas eingezwängt. Immerhin sorgt der längere Radstand dafür, dass der Mini vom 2+2- zum echten Viersitzer wird.
Kofferraumvolumen des Mini Clubman liegt auf Kleinwagen-Niveau
Auch der Kofferraum liegt mit 260 Liter Volumen auf dem Niveau durchschnittlicher Kleinwagen. Bei ihm stört die hohe Innenkante, und die beiden Hecktüren erleichtern das Beladen auch nicht wirklich. Sie bringen sich zudem mit ihren breiten Rahmen dauernd in Erinnerung, erschweren die Sicht nach hinten und drängen sich indiskret ins kleine Reflexionsfeld des Rückspiegels.
Überschaubar bleiben die weiteren Besonderheiten des 18.200 Euro teuren Mini Clubman One. In der Stadt wuselt er nicht gar so leichtfüßig durch den Verkehr, fühlt sich im Parkhaus im Vergleich zum normalen Mini fast ein bisschen sperrig an. Auch auf verschlungenen Landsträßchen wirkt er eine Nuance weniger agil, gehört mit schneidigem Handling, der präzisen Lenkung und den bissigen Bremsen aber zu den wildesten und talentiertesten Kurvenräubern unter den Kleinwagen. 95 PS unterfordern das Fahrwerk.
Differenz zum Mini beträgt 1.700 EUR
Der drehfreudige und kultivierte 1,4-Liter überzeugt eher mit seinem serienmäßigen und sorgenfrei funktionierenden Start-Stopp-System als mit seinen Fahrleistungen. Weil der Clubman ohnehin ungeheuer teuer ist - 1.700 Euro Aufschlag verlangt Mini -, besser gleich den Cooper nehmen. Seine 2.600 Euro Aufpreis reduzieren sich durch die bessere Ausstattung (Klimaanlage und Aluräder sind Serie, und die bestellt eh jeder Mini-One-Käufer) auf 1.110 Euro - für 202 Kubikzentimeter, 20 Newtonmeter und 25 PS. Zwar ist der Clubman auch als Cooper kein besserer Kombi, aber ein besserer Mini.


Ist der Clubman sein Geld wert?




